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Cashewkerne: Kerngesund

Die milden und buttrigen Cashewkerne gehören in die exotischen Küchen Indiens, Thailands und Südamerikas. Aber auch hierzulande sind die kleinen Powerpakete insbesondere für die vegetarische Küche eine echte Bereicherung.

CASHEWBAUM (ANACARDIUM OCCIDENTALE)

Die Frucht des Cashewbaums, der aufgrund seiner Verwandtschaft mit dem Mangound Pistazienbaum in seiner Heimat auch als „Mango des Waldes“ bezeichnet wird, heißt auf portugiesisch „Caju“ und wird auch „Acajou“ oder „Kaschu“ genannt. Botanisch gesehen zu den Steinfrüchten zählend, besitzen die Cashewkerne einen feinen, milden und leicht süßlichen Geschmack sowie eine cremigbuttrige Konsistenz. Übrigens: Der Cashewbaum liefert mit dem rot-gelben Cashewapfel eine weitere Frucht. Als Verdickungen des Fruchtstiels sind diese Äpfel allerdings als sogenannte Scheinfrüchte zu bezeichnen. Mit ihrem herben Geschmack eignen sich die Cashewäpfel jedoch nicht so gut für den frischen Verzehr. In ihren Herkunftsländern werden sie zur Herstellung von Marmelade, Wein, Essig und eines gegorenen Getränkes namens „Caju“ genutzt.

Es waren einst portugiesische Eroberer, die die Cashewnuss im 16. Jahrhundert in Brasilien entdeckten und von dort aus in die ganze Welt brachten. Heute finden sich Cashewbäume auch in Ländern wie Kenia, Indien, Tansania und Mosambik, wo auf riesigen Plantagen mehrere 100.000 Tonnen jährlich geerntet werden. Damit die gesunden Nüsse bei uns als cremefarbene Kerne verkauft werden können, ist jedoch einiges an Arbeit nötig. Erst wird die harte Schale geknackt − dies wird häufig direkt in den Ernteländern per Hand erledigt. Um das die Nüsse ummantelnde Häutchen zu lösen, werden die Kerne geröstet und erhitzt. Das hat gleichzeitig noch einen positiven Nebeneffekt, denn die harte Schale enthält ein giftiges Öl, wodurch die nierenförmigen Kerne im Rohzustand nicht genießbar sind.

INHALTSSTOFFE UND GESUNDHEIT

Die Cashewkerne sind reich an ungesättigten Fettsäuren, gehören aber mit ca. 40 Gramm Fett pro 100 Gramm nicht zu den fettreichen Nusskandidaten. Dazu sind auch viele Eiweiße, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Besonders das reichlich vorhandene Magnesium macht die Kerne zu einem idealen Stresskiller, da sie die Folgen von Stresshormonen wie Cortisol dämpfen. Darüber hinaus enthalten Cashewkerne jede Menge Tryptophan, das im Gehirn zum „Glückshormon“ Serotonin umgewandelt wird.

CASHEWKERNE IN DER KÜCHE

Cashewkerne gibt es mittlerweile im Supermarkt, Discounter, Bio-Laden oder Reformhaus in purer Form, geröstet, gesalzen oder gewürzt zu kaufen. Für die Zubereitung von Aufstrichen, Cremes, Saucen oder Dips wird darüber hinaus Cashewmus angeboten. Alternativ können die Kerne in Wasser etwa 30 bis 60 Minuten eingeweicht und dann fein püriert werden. Verfeinert mit Kräutern, Gewürzen oder Kakao und Kokosflocken schmeckt die Creme herzhaft bzw. süß. Als Milchalternative wird der Cashewdrink im Naturkosthandel angeboten. Wer die Kerne in Wokgerichten oder püriert als Dip verwenden möchte, kann auch zum im Vergleich zu ganzen Kernen etwas günstigeren Cashewbruch greifen. Tipp: Da die Kerne schnell ranzig werden, sollten sie luftdicht verpackt gelagert und schnell aufgebraucht werden.

Die Cashewkerne können einfach pur direkt aus der Packung genossen oder in der Pfanne anröstet werden. Für etwas mehr Aroma geben Gewürze wie Thymian, Curry, Koriander, Kurkuma oder Kreuzkümmel den letzten Schliff. Die Kerne schmecken auch karamellisiert in der Pfanne mit Rohrzucker oder Honig. In der Küche sind sie sehr vielseitig und harmonieren in Gebäck, in Asiagerichten, auf Pasta, zu Tofu sowie gestreut über Salate, Suppen oder Gemüsegerichte.

Geröstetes Cashewmus mit Fleur de Sel

FÜR CA. 250 GRAMM

  • 250 g Cashewkerne
  • 3 EL Agavendicksaft
  • 1 Prise Fleur de Sel
  • 1 Prise Vanillepulver
  1. Kerne in einer Pfanne trocken anrösten und komplett abkühlen lassen. 50 g beiseitelegen. Die restlichen Kerne in einen Hochleistungsmixer geben und pürieren. Dabei aufpassen, dass das Mus nicht zu warm wird. Evtl. verschiedene Geschwindigkeitsstufen wählen. So lange pürieren, bis eine homogene und cremige Masse entsteht.
  2. Mus mit Agavendicksaft, Fleur de Sel und Vanille abschmecken. Übrige Kerne hacken und unter das Mus mischen.

Zeit: ca. 10 Min.
Pro Portion (20 g): ca. 112 kcal, 4 g EW, 8 g F, 5 g KH

 

Iris Lange-Fricke

Entnommen aus: VF 04-16