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Soja

Tofu, Milch, Käseersatz: Aus Sojabohnen lassen sich viele verschiedene Lebensmittel herstellen.

So gesund ist Soja – Vielfältige Hülsenfrucht

Vegetarier und Veganer lieben Tofu oder Nudeln mit Soja-Bolognese. Allerdings sind die aus der Sojabohne gewonnenen Produkte nicht unumstritten. Wir zeigen, warum ein moderater Konsum absolut unbedenklich ist.

Soja steht für Sojabohnen. Und diese gehören in Asien seit Jahrhunderten zur täglichen Ernährung. Aufgrund ihres hohen Eiweißgehaltes werden sie dort sogar als „Fleisch des Feldes“ bezeichnet. Das Plus: Im Gegensatz zu Fleisch enthält Soja kein Cholesterin und kaum gesättigte Fettsäuren. Zu den Hülsen früchten gehörend, sind die Bohnen zudem reich an B-Vitaminen, Vitamin E, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Kalzium, Folsäure und Selen. Hinzu kommen wichtige Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Zink. Die vielen guten Inhaltsstoffe der Sojabohne, die gegart oder in Soja-Produkte verarbeitet auf unseren Tellern landen, können sich positiv auf die Gesundheit auswirken. So gibt es Hinweise darauf, dass eine sojareiche Ernährung das Osteoporoserisiko verringern kann. Des Weiteren kann Soja verdauungsfördernd und blutfettsenkend wirken.

Verschiedene Studien belegen sogar, dass Soja gut fürs Herz, in den Wechseljahren und für verschiedene Krebsarten sein kann. In diesem Zusammenhang spielen die zu einer Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe gehörenden Isoflavone eine große Rolle, die in ihrer Struktur den menschlichen Östrogenen ähnlich sind. Die mengenmäßig wichtigsten Isoflavone in der Sojabohne sind Genistein, Daidzein und Glycitein. Bis heute ist jedoch nicht geklärt, ob isolierte Isoflavone tatsächlich die versprochenen Effekte erzielen können. Inzwischen wird sogar von gegenteiligen Wirkungen berichtet. So ist zum Beispiel nicht erwiesen, ob Soja das Wachstum von Brustkrebszellen eher anregt oder dabei hilft, diese zu bekämpfen. Wegen ihrer östrogenen Wirkung bestand lange Zeit die Sorge, dass Isoflavone das Wachstum von Brustkrebszellen fördern könnten. Neue Humanstudien stimmen hingegen optimistisch: Hier gab es keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko, auch nicht bei Brustkrebs-Patientinnen.

Säuglinge sollten Soja meiden

Das Gute vorweg: Wer Soja mag, muss in der Regel keine Bedenken haben, wenn er es in Maßen verzehrt. Es gibt jedoch Menschen, die Soja und daraus hergestellte Produkte besser meiden sollten. Besonders Säuglinge sollten laut Bundesforschungsinstitut für Risikobewertung (BfR) – außer bei medizinischer Indikation – auf Sojanahrung verzichten. Bislang ist noch nicht ausreichend geklärt, welche Auswirkung die hohe Menge an Isoflavonen auf einen sich entwickelnden Organismus hat. Darüber hinaus hat Soja ein starkes Allergiepotential. Grundsätzlich vertragen die meisten Menschen Soja gut, nur etwa etwa drei bis fünf Prozent der Deutschen sind gegenüber Soja sensibilisiert. Doch was die Wenigsten wissen: Auch Birkenpollenallergiker müssen aufpassen. Da ein Soja-Eiweiß dem Allergen von Birkenpollen ähnelt, kann eine sogenannte Kreuzallergie auftreten. Betroffene leiden dann an den typischen Symptomen einer Allergie, die von harmlosem Juckreiz über Hautausschläge und Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu schweren allergischen Reaktionen reichen.

 

Monique ProskeExpertin

Unsere Autorin Monique Proske arbeitet als Ernährungs- und Logi-Beraterin sowie Nordic Walking- und Personal-Trainerin. Sie hat Haushalts- und Ernährungswissenschaften studiert und zudem Aus- und Weiterbildungen im Bereich Sport absolviert.

 

 Entnommen aus: VF 3-15