Blog

Gesunde Ernährung in Kitas: Heute für morgen lernen

Gesund und ausgewogen sollte die Ernährung unserer Kinder sein − auch in der Kindertagesstätte (Kita). Wir zeigen, worauf es ankommt.

Sie benötigen Energie, Vitamine und Mineralstoffe. Gedeckt wird der Bedarf unserer Kleinsten durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Sie enthält alle Nährstoffe, die ein Kind zum Wachsen und Gedeihen braucht und wirkt sich auch positiv auf das kindliche Bewegungsverhalten aus. Verantwortlich zeichnen sich dafür nicht nur die Eltern, sondern auch die Kitas. Gefragt ist ein gutes und auch ein vegetarisches Angebot. Die Realität allerdings sieht anders aus. Studien belegen, dass den Kindern zu oft Fleisch, zu viel Fett und zu wenig Gemüse gereicht werden. Zudem belegen Zahlen der Universität Bielefeld, dass fast 30 Prozent der deutschen Kinder und Jugendlichen morgens ohne Frühstück das Haus verlassen. Dabei werden gerade in den ersten Lebensjahren die Ernährungsgewohnheiten und das Essverhalten für die Zukunft geprägt. Kinder lernen von Vorbildern, den Eltern, aber auch den Erziehern. Aus diesem Grund sollte im Elternhaus als auch in der Kita eine genussvolle und gesunde Ernährung vorgelebt werden.

Das Konzept entscheidet

Eltern sollten bei der Auswahl einer Kita besonderen Wert auf die Ernährung legen und nachfragen, ob es ein Konzept gibt, wie und mit welchen Lebensmitteln gekocht wird. Neben der Auswahl der Lebensmittel kommt es nämlich darauf an, wie diese in der Küche verarbeitet werden. Andrea Kaiser, Köchin der Kita PAS Gerritstrasse in Hamburg, weiß, was Kindern schmeckt und gut tut: „Wir kochen mit saisonalen und Bio-Lebensmitteln von einem regionalen Demeter-Hof und achten sehr darauf, dass wir den Kindern eine möglichst vollwertige, frische und unverarbeitete Kost anbieten. So erleben sie den puren Geschmack der Lebensmittel, die frisch vom Feld auf dem Teller landen.“ Frisch kochen vor Ort ist von Vorteil, denn das bietet die höchste Qualität.

Dort wo nicht selbst gekocht, sondern das Essen angeliefert wird, müssen die Speisen erwärmt oder warm gehalten werden. Dabei sind flüchtige Vitamine und eine gute Konsistenz in Gefahr. In diesem Fall sollten Eltern erfragen, woher der Caterer kommt, welches Kochsystem er verwendet und in welcher Form die Kita Frischekomponenten wie Rohkost bereitstellt, um mögliche Vitaminverluste auszugleichen.

Ausgewogen durch die Woche

Die Basis für ein ausgewogenes Speiseangebot bildet ein guter Wochenspeiseplan. Er hat zum Ziel, im Verlauf der Woche die Kalorien- und Nährstoffempfehlungen einzuhalten und die Kinder mit Freude an unterschiedliche Lebensmittel und Gerichte heranzuführen. Denn Kinder sind in der Regel neugierig, wollen Neues kennenlernen und ausprobieren. Das gilt auch beim Essen. Andrea Kaiser: „Unsere vorwiegend vegetarischen Speisen bieten reichlich Vitamine sowie Mineral- und Ballaststoffe. Linsen in der Suppe, Saucen mit Vollkornreis oder Aufläufe mit Vollkorngetreide sind nur einige Beipiele. Zudem haben die Kinder zu jeder Zeit Zugriff auf frische Rohkost.“

Süßigkeiten hingegen sind ein heikles Thema − daheim wie in der Kita. Mit klaren Regeln kann die Einrichtung dabei helfen, dass die Kinder ein gesundheitsförderliches Essverhalten entwickeln. So sollte Einigkeit darüber herrschen, dass Süßigkeiten keinen Platz in der Frühstückbox haben. Andrea Kaiser erzählt: „Unsere Kita ist ein Raum ohne Süßigkeiten. Stattdessen gibt es zum Beipiel selbstgebackenen Obstkuchen aus frisch gemahlenem Vollkornmehl, Trockenobst oder Nüsse zum Naschen.“

Die Ernte miterleben

Um das Essverhalten eines Kindes positiv zu prägen, ist das Lernen eines bewussten Umgangs mit Lebensmitteln wichtig. Auch hier kann die Kita einen entscheidenen Beitrag leisten. Ein bebilderter Wochenspeiseplan, Einkäufe mit den Kindern auf dem Wochenmarkt, ein eigenes Gemüsebeet oder eine Kochaktion mit vegetarischen Produkten sind nur einige Beispiele. Aber auch der Besuch eines Bio-Bauernhofs ist eine gute Idee, um dem Nachwuchs den Weg eines Lebensmittels von der Erzeugung bis zur Verarbeitung näherzubringen. Andrea Kaiser findet das gut: „Durch das Buddeln auf dem Kartoffelfeld oder das Ernten von Streuobst erleben die Kinder hautnah, wie Lebensmittel wachsen und angebaut werden. Dadurch wird ihr Bewusstsein gestärkt und eine gute Grundlage für die Zukunft gelegt.”

Iris Lange-Fricke

Entnommen aus: VF 6-16