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Histamin-Intoleranz

Histamin-Intoleranz: Eine Krankheit, viele Gesichter

Atemnot, Migräne, Bauchgrummeln: Wie sich eine Histamin-Intoleranz beim Einzelnen äußert, kann ganz unterschiedlich sein. Und viele, die darunter leiden, wissen es nicht einmal.

Histamin ist sowohl eine körpereigene Substanz, als auch ein Inhaltsstoff von Lebensmitteln. Es kann vom gesunden Körper mittels des Enzyms Diaminoxidase abgebaut werden. Liegt eine Histamin-Intoleranz vor, geschieht der Abbau entweder nicht in ausreichendem Maße oder nicht schnell genug. Typische Symptome einer solchen Intoleranz sind Juckreiz, Hautrötungen und Quaddelbildung sowie Magen- und Darmbeschwerden. Oft kommen noch Kopfschmerzen oder Migräne nach demEssen dazu. In seltenen Fällen klagen Betroffene über eine laufende Nase, Atemwegsbeschwerden, Herzrhythmusstörungen oder chronisch niedrigen Blutdruck.

Nicht jeder Betroffene zeigt jedoch die gleiche Symptomatik. Da Histamin in unserem Körper zahlreiche Funktionen erfüllt, kann bei einer Intoleranz eine besonders breite Palette von Symptomen auftreten, die unterschiedliche Organsysteme betreffen können. In Verdachtsfällen sollte daher umgehend der Diaminoxidase-Status ermittelt werden. Liegt ein Mangel vor und treffen einige oder viele der hier aufgeführten Symptome vor, sollte der Patient Histamin so gut wie möglich meiden. Oft kann so in zwei bis drei Wochen eine deutliche Symptomverbesserung erzielt werden.

Finger weg von Früchten & Nüssen

Bei einer Histamin-Intoleranz muss darauf geachtet werden, dass nicht zu viel Histamin über die Nahrung aufgenommen wird. Hier sollte vor allem auf folgende Lebensmittel verzichtet werden:

  • gut gereifter Käse, Fisch, Meeresfrüchte und Fleisch
  • Alkohol in Form von Rotwein, Sekt und Champagner
  • Nüsse und Schokolade
  • Tomaten, Spinat, Auberginen, Avocados, Sauerkraut und Essiggurken
  • Bohnen, Hülsenfrüchte und Sojaprodukte
  • einige Obstsorten wie Erd- und Himbeeren, Bananen, Birnen und Kiwi sowie alle Zitrusfrüchte
  • oft Hefe und Weizen (individuell) Neben diesen Lebensmitteln darf aber auch die körpereigene Histaminbildung nicht aus dem Auge gelassen werden. Es gibt bestimmte Substanzen, so genannte Histmin-Liberatoren, die Histamin im Körper freisetzen. Auch auf diese sollte verzichtet werden. Zu ihnen gehören:
  • Medikamente wie Aspirin, Röntgen-, Kontrast- und Schmerzmittel, Anästhetika
  • Insekten- und Schlangengifte
  • physikalisch akute Empfindungen wie Kälte, Hitze, Druck, Reiben

Tipp:

Wenn Sie einmal histaminreich gegessen und Beschwerden haben, empfehle ich Ihnen, den Abbau zu beschleunigen, indem Sie mittels Darmbakterien (in Kapsel- oder Pulverform) die Darmflora und die Darmschleimhaut verbessern. Weiterhin empfehle ich Ihnen, regelmäßig Ihren Eisen- und Vitamin-B12-Status überprüfen zu lassen. Denn meistens liegt durch den gereizten und entzündeten Darm ein Mangel vor. In diesem Fall lohnt sich eine Supplementierung.

Expertin

Unsere Autorin Monique Proske arbeitet als Ernährungs- und Logi-Beraterin sowie Nordic Walking- und Personal-Trainerin. Sie hat Haushalts- und Ernährungswissenschaften studiert und zudem Aus- und Weiterbildungen im Bereich Sport absolviert

 

Monique Proske

Beitrag entnommen aus: VF 05-14