Category : Bewusst leben

Baobab

Baobab: Das Beste vom Affenbrotbaum

Viele Mythen umgeben den größten Baum der afrikanischen Savanne: Baobab, den wir auch als Affenbrotbaum kennen. Und nicht ohne Grund wird dieser Gigant auch als „Baum des Lebens“ bezeichnet und als echtes Superfood gehandelt.

Der in Afrika beheimatete Baobab-Baum, dessen Äste bis zu 30 Meter in die Höhe wachsen, gehört zu den größten Bäumen auf unserem Planeten und kann bis zu 2.000 Jahre alt werden. Der Name Baobab wurde aus dem Arabischen „bu hibab“ abgeleitet, was so viel bedeutet wie „Frucht mit vielen Samen“. Sowohl die Rinde, die Blätter als auch die Frucht mit den Samen des Baumes werden verarbeitet. Unzählige Mythen und Märchen ranken sich um den sogenannten „Baum des Lebens“. So nutzen Afrikaner seit Jahrhunderten fast alle Teile des Affenbrotbaumes zur Herstellung von Medizin, die unter anderem bei Malaria, Fieber, Zahnschmerzen sowie Beschwerden des Magen-Darm-Traktes helfen soll. Berichten zu Folge soll es rund um einen Baobab-Baum sogar weniger Krankheiten und Epidemien geben.

Was steckt drin?

Insbesondere die eierförmige Baobab-Frucht wird viel genutzt. Sie ist außerordentlich nahrhaft und etwa so groß wie eine Kokosnuss. Die Frucht besitzt durch den hohen Vitamin-C-Gehalt eine säuerliche Geschmacksnote. In der braunen, harten Schote befinden sich helle, sehnige Fasern mit einem hellbeigen bis weißen und harten Fruchtfleisch, in dem sich die ölreichen, braunen Samen verstecken. Die nach unten hängenden Früchte trocknen direkt am Baum und werden daher schon getrocknet geerntet. So kann man sich bei der Pulverherstellung einen Arbeitsschritt sparen. Dabei werden die Schoten aufgebrochen, Samen und Schale entfernt und das Fruchtfleisch gemahlen. Die Samen werden ebenfalls zu Pulver verarbeitet oder das Öl ausgepresst.

Die Afrikaner verwenden darüber hinaus die Blätter als Gemüse und Gewürz. Bei uns wird im Reformhaus, Bio-Laden oder Online-Handel hauptsächlich das gemahlene Fruchtfleisch als Pulver angeboten. Die Früchte sind echte Superfoods und reich an Polyphenolen, das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ, entzündungshemmend und krebsvorbeugend wirken. Der Gehalt an Antioxidantien soll sogar höher als der von Acai- oder Goji-Beeren sein. Zudem enthält Baobab einen hohen Vitamin-C-Gehalt sowie die Mineralstoffe Kalzium und Eisen. Und das Beste: Baobab macht satt. Durch die enthaltenen Ballaststoffe hat man weniger Hungergefühl und eine längere Sättigung bei wenig Kalorien. Darüber hinaus wirkt der hohe Ballaststoffgehalt präbiotisch und somit verdauungsfördernd sowie gegen Darmbeschwerden.

Baobab in der Küche

In Pulverform lässt sich das Baobab-Fruchtfleisch sehr vielfältig in den täglichen Speiseplan integrieren. Mit seinem fruchtig-herben und süß-säuerlichen Geschmack verleiht es Wasser oder Fruchtsäften den letzten Pfiff. Es kann aber auch in den Smoothie, Joghurt, Dessert oder Fruchtaufstrich sowie in eine Suppe oder ein Dressing eingerührt werden. Der hohe Pektin-Gehalt der Frucht eignet sich zudem besonders gut als natürliches Verdickungs- und Bindemittel. So kann in Anteilen das Baobabpulver auch für Kuchen- und Gebäckteig verwendet werden und den Ballaststoffgehalt erhöhen.

FARBENFROHER PROZESS: Etwa so groß wie eine Kokosnuss, verändert die Frucht des Affenbrotbaums ihre Farbe während der Reifezeit von grünlich bis hin zu gelb oder graubraun.

 

Iris Lange-Fricke

Beitrag entnommen aus: VF 06-15

Natürliche Hilfe - Heilmittel VF0515 800x600

Natürliche Hilfe – Heilmittel aus der Natur

Es muss nicht immer Chemie sein: Die Natur bietet viele Heilmittel, die uns bei unterschiedlichen Beschwerden Linderung verschaffen und sogar meistens ohne Nebenwirkungen auskommen.

Grippe

Das ständig wechselnde Wetter macht uns in diesem Jahr besonders anfällig für Grippe-Erkrankungen. Wen es erwischt, der kann sich mit Heilpflanzen mit einem hohen Anteil an ätherischen Ölen, Saponinen oder Schleimstoffen helfen. Bei festsitzendem Schleim können Thymian, Anis, Fenchel oder Kamille Wunder bewirken.

Die darin enthaltenen ätherischen Öle wirken desinfizierend, sekret- und auswurffördernd sowie entkrampfend.

Oft reicht es schon aus, mit den Heilpflanzen zu inhalieren. Für eine stärkere Wirkung gibt es Thymian auch als Frischpflanzenpresssaft, der einen besonders hohen Anteil an Wirkstoffen enthält. Bei starkem Hustenreiz bzw. Reizhusten können Huflattich, Spitzwegerich und Isländisch Moos Linderung verschaffen. Die darin enthaltenen Schleimstoffe bewirken eine Hustenreizmilderung. Bei Fieber sowie Muskel oder Gelenkschmerzen ist ein Lindenblüten- oder Holunderblütentee bzw. -saft empfehlenswert, der am besten kurz vor dem Einschlafen zusammen mit Vitamin C getrunkten werden sollte.

Geschwollene Beine

Bei schweren und geschwollenen Beinen helfen Rosskastaniensamen (am Besten als Gel oder Creme) und Mäusedorn sehr gut. Sie enthalten Saponine, die laut dem deutschen Arzneibuch ödemhemmend und venenstärkend sind. Das in Rosskastanien enthaltene Aescin (ein Gemisch aus Saponinen) kann wunderbar durch die Haut aufgenommen werden und hat zudem einen kühlenden Effekt. Tipp: Bewahren Sie das Gel oder die Creme im Kühlschrank auf, dann ist der kühlende Effekt noch stärker.

Muskel- und Gelenkschmerzen

Bei Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie Schwellungen, Zerrungen oder Prellungen ist Arnika eine Allzweckwaffe. Die Hauptwirkstoffe sind Sesquiterpene. Terpene sind Hauptbestandteile der in Pflanzen produzierten ätherischen Öle. Neben Arnika hilft auch Beinwell bei Muskelbeschwerden. Beinwell beinhaltet verschiedene Wirkstoffe wie Phytosterine oder Schleimstoffe, wirkt entzündungshemmend und beschleunigt ähnlich wie Arnika die Wundheilung. Tipp: Wickeln Sie bei Gelenkbeschwerden kleingehackte Birkenblätter samt Saft in ein Tuch ein und legen Sie dieses auf das schmerzende Gelenk – auch das verschafft Linderung.

Wichtig: Zwar können auch selbst gesammelte Heilkräuter verwendet werden, jedoch ist dann nicht sicher gestellt, dass diese auch eine entsprechende Menge an arzneilichen Wirkstoffen enthalten. Deshalb ist es empfehlenswert, die Kräuter in der Apotheke, im Reformhaus oder im Drogeriemarkt zu kaufen. Diese Präparate müssen die vom Gesetzgeber im deutschen oder europäischen Arzneibuch festgelegte Wirkstoffmenge enthalten.

Monique Proske

Beitrag entnommen aus: VF 05-15

Rückenschmerzen

Rückenschmerzen aus Mangel an Bewegung

Zu einem gesunden Lebensstil gehört, seinen Körper in Schwung zu halten. Doch für Bewegung bleibt heutzutage oft kaum Zeit. Eine häufige Folge: Rückenschmerzen. Wir zeigen, wie Sie vorbeugend agieren und akuten Leiden begegnen können.

Es trifft fast jeden. Vier von fünf Menschen in Deutschland leiden in ihrem Leben mindestens einmal an Rückenschmerzen. Die Ausprägungen hingegen sind so unterschiedlich wie die Methoden, mit denen die Schmerzen bekämpft werden. „Die Bandbreite reicht vom Hexenschuss über den Bandscheibenvorfall bis zu Arthrose, Osteoporose und schweren Nervenschädigungen“, weiß Dr. Jens Enneper, der in seiner Kölner Praxis „Orthopädie und Sport“ zahlreiche Patienten mit Rückenleiden behandelt – und dabei geschlechtsspezifische Unterschiede beobachtet. So haben Frauen häufiger und länger Rückenschmerzen als Männer, die eher zu kurzen, heftigen Schmerzattacken neigen, die zumeist aus Verletzungen resultieren. Frauen hingegen bekommen ihre Rückenprobleme als Folge der alltäglichen Belastung: Einkaufstaschen schleppen, Gartenarbeit und Staubsaugen sind häufige Auslöser für weibliche Rückenleiden. Dazu klagen besonders Frauen mit großen Brüsten über Kreuzweh und auch die Menstruation oder eine Schwangerschaft sind nicht selten mit Rückenschmerzen gekoppelt.

Teures Zwicken

Längst ist hierzulande ein Streit entbrannt, wie man dem Volksleiden der Deutschen begegnen kann. Die Diskussion darüber ist angesichts der erdrückenden Kostenlast verständlich. Denn Rückenschmerzen kommen das deutsche Gesundheitssystem teuer zu stehen: Geschätzt verursachen sie Kosten von 50 Milliarden Euro pro Jahr. Die Summe enthält Kosten für Arztbesuche, Krankenhaus-Aufenthalte, Rehabilitationsangebote, Physiotherapie, Massagen oder Arzneimittel sowie indirekte Kosten wie Arbeitsausfall und Berentung. Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems sind dem „DAK Gesundheitsreport 2014“ zufolge für fast ein Viertel der krankheitsbedingten Ausfalltage verantwortlich. Tendenz steigend.

Dr. Jens Enneper, der sich seit Jahren  Zunahme des Rückenleidens in den Industrienationen mitverantwortlich ist. „Bis vor 100 Jahren haben die Menschen Tag für Tag gut 20 Kilometer zu Fuß zurückgelegt, heute ist es im Durchschnitt nicht mal mehr einer“, so der Experte. Unsere Gesellschaft ist bequem geworden. Dabei ist Bewegung wichtig, um die Wirbelsäule funktionstüchtig zu halten. „Ohne eine regelmäßige Aktivität verkümmert nicht nur die eigentlich bilisierende Rückenmuskulatur, zudem werden die Wirbelkörper porös und die Bandscheiben verlieren ihre Elastizität“, erklärt Dr. Enneper. Und gerade weil der Mensch sich immer weniger bewegt, reagiert der Körper zunehmend sensibler auf Überbelastungen. Darüber hinaus überschätzen viele ihre eigenen Kräfte und körperlichen Möglichkeiten, wodurch schon das einfache Transportieren einer Kiste zu akutem Rückenschmerz führen kann. „Generell achten die meisten Menschen bei ihren alltäglichen Bewegungen nicht darauf, diese auch rückenschonend auszuführen“, warnt der Mediziner.

Meist keine klare Diagnose

Rückenschmerzen entstehen meist allmählich, verändern sich, werden kompensiert. „Viele Betroffene nehmen die Schmerzen nicht besonders ernst, solange sie erträglich sind“, weiß Dr. Enneper: „Wer aber seine Rückenbeschwerden still akzeptiert, der riskiert, dass die Schmerzen chronisch werden und letztendlich die eigene Lebensqualität beeinträchtigen.“ Oft lassen sich bei Schmerzgeplagten, die erst nach Wochen einen Arzt aufsuchen, die vielfältigen Symptome nichtmehr eindeutig zuordnen. Denn nur ein Bruchteil der Rückenpatienten leidet unter Schmerzen, die auf konkrete organische Ursachen zurückzuführen sind. Für die anderen lassen sich trotz aufwändiger Diagnose keine eindeutigen Auslöser feststellen.

Das heißt: Teure bildgebende Verfahren wie Kernspin- oder Computertomographie zeigen keine Veränderungen der Wirbel oder Bandscheiben. In vielen Fällen stehen also die subjektiv empfundenen Schmerzen in keinem Verhältnis zu den medizinischen Untersuchungsergebnissen. Eine Diskrepanz, die ein Umdenken der Mediziner in Gang gesetzt hat: Statt einem Zuviel an Diagnostik, stehen heute eine Schmerzlinderung im Akutfall sowie die Kräftigung auf Dauer in der Therapie an erster Stelle. „Der Großteil der Rückenprobleme kann in der Tat sehr zurückhaltend behandelt werden.

Manchmal genügt schon die Aufklärung des Patienten, dass er seinen Lebensrhythmus beibehalten soll“, erklärt Dr. Enneper. Statt einer tagelangen Schonung, bei der sich die Muskulatur nur noch mehr verkrampft, ist es also ratsam, in Bewegung zu bleiben. Genau hiervor haben allerdings viele Betroffene Angst. Wer aber die schmerzenden Körperhaltungen gänzlich vermeidet, riskiert eine dauerhafte Fehlstellung. „Man sollte aber natürlich nie versuchen, sich beispielsweise mit Gewalt aufzurichten, sondern dies eben nur sehr langsam und nur so weit es geht praktizieren“, erklärt Dr. Enneper, der seine Patienten generell zu einer aktiven Mitarbeit auffordert. Denn eine regelmäßige Bewegung beugt nicht nur der Gefahr vor, an Rückenschmerz zu erkranken. Auch als Therapieform sind viele sanfte Sportarten geeignet. „Man muss den Patienten einfache Bewegungsformen nahelegen“, erklärt Dr. Enneper, der eine gute Fitness für die beste Voraussetzung hält, den Schmerzen zu enteilen.

 

Das tragende Element

Aus einer Vielzahl von einzelnen Elementen aufgebaut, die optimal aufeinander abgestimmt sind, leistet unsere Wirbelsäule Erstaunliches: Sie kann gedreht, gestreckt und gebeugt werden und federt nebenbei auch noch bei jedem Schritt bis zum Mehrfachen unseres Körpergewichts ab, wenn wir laufen oder springen. Gebildet wird sie aus fünf Abschnitten, die jeweils unterschiedlich viele Wirbel einschließen, die zum Teil fest verwachsen sind. Zwischen den „losen“ Wirbeln befinden sich die Bandscheiben, die wie Stoßdämpfer wirken. Es gibt sieben Halswirbel, zwölf Brustwirbel und jeweils fünf Wirbel an der Lendenwirbelsäule und am Steißbein. Die fünfWirbel des Kreuzbeines sind während der Entwicklungsgeschichte des Menschen miteinander verschmolzen, sodass sie nun eine Einheit bilden. Das menschliche Rückgrat ist – von der Seite betrachtet – in einer doppelten S-Form gekrümmt. Im Hals- und Lendenbereich ist sie nach vorne gewölbt (Lordose), im Brust- und Kreuz-Steißbeinbereich nach hinten (Kyphose). Diese Formung wirkt wie eine Feder: Sie fängt Erschütterungen ab und verteilt diese gleichmäßig, sodass das empfindliche Gehirn vor Stößen geschützt wird.

Rückenschmerzen – was kann ich tun?

  • Entlasten Sie Ihren Rücken. Probieren Sie aus, in welcher Position Sie keinen Schmerz verspüren.
  • Regen Sie die Durchblutung an. Thermosalben und –pflaster aus der Apotheke können dabei helfen.
  • Massieren Sie die Schmerzpunkte. Sanfte Berührungen bis hin zu starkem Druck, z.B. mit einem kleinen Ball, können die Anspannung lösen.
  • Reduzieren Sie Ihr Gewicht. Jedes Kilo, das Sie zusätzlich mit sich herumschleppen müssen, belastet die Wirbelsäule unnötig.
  • Bleiben Sie in Bewegung. Länger als ein oder zwei Tage sollte man wegen Rückenschmerzen nicht im Bett bleiben.
  • Finden Sie die richtige Sportart. Schwimmen, Radfahren oder Walking sind ideale Möglichkeiten, dem Rückenschmerz zu entkommen.
  • Leichte Schmerzmittel sind erlaubt. Falls die Rückenschmerzen nicht nachlassen, können Wirkstoffe wie Salicylsäure, Paracetamol oder Teufelskralle helfen, beweglich zu bleiben.
  • Gehen Sie zum Arzt. Lassen die Schmerzen nach ein paar Tagen trotz einiger Maßnahmen nicht nach, suchen Sie einen Arzt auf. Gehen die Schmerzen mit Taubheitsgefühl oder plötzlicher Muskelschwäche einher, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Rückenschmerzen – wie kann ich vorbeugen?

  • Beim Heben: Wenn Sie eine schwere Kiste anheben wollen, gehen Sie in die Hocke, beugen Ihre Knie dabei nichtmehr als 90 Grad und strecken Ihren Rücken durch, aber nicht bis zum Hohlkreuz. Dann setzen Sie Ihre Kraft in die Knie und richten sich auf. So wird die Wirbelsäule stabilisiert. Wenn Sie zusätzlich die Bauchmuskulatur anspannen, entlastet das die Rückenpartie noch mehr. Generell gilt: Schwere Lasten sollte man immer nah am Körper tragen.
  • Beim Einkaufen: Teilen Sie Ihre Einkäufe lieber auf zwei Tüten auf, statt alles in eine zu stopfen. Dann können Sie jeweils eine Tasche in jeder Hand tragen. Der Vorteil: Die Tüten sind relativ leicht und der Körper ist im Gleichgewicht. Wenn Sie doch nur eine Tasche bei sich haben, dann wechseln Sie öfter mal die Schulter, über der Sie die Last tragen. Bei der Arbeit: Verharren Sie auf dem Bürostuhl nicht allzu lang in einer Position. Nach etwa 30 Minuten sollten Sie sich anders positionieren und auch mal strecken oder dehnen. Wichtig ist zudem, die Schultern zurückzuziehen und mit dem Po möglichst nah an der Stuhllehne zu sitzen.
  • Beim Feiern: Wenn Sie zu einer Party mit nur wenigen Sitzmöglichkeiten eingeladen sind, achten Sie darauf, im Stehen öfter das Standbein zu wechseln und das Gewicht zu verlagern. Rufen Sie sich immer wieder ins Gedächtnis, kein Hohlkreuz zu machen oder den Oberkörper nicht allzu sehr nach hinten oder zur Seite zu neigen.

Unser Experte: Dr. Jens Enneper Der Sport-Orthopäde aus Köln hat zahlreiche Weltklasse-Leichtathleten und Profi-Fußballteams betreut. Darunter die deutsche U21-Nationalmannschaft, die 2009 Europameister wurde. 2010 eröffnete er seine Praxis Orthopädie und Sport in Köln, wo er auch zahlreiche Spitzensportler ärztlich betreut. Zudem arbeitet er eng mit der Deutschen Sporthochschule in Köln sowie mit der Praxis von Dr. Müller-Wohlfahrt in München zusammen.

Laura Kathrein Müller

Entnommen aus: VF 2-15

Gesunde Darmfunktion shutterstock

Gesunde Darmfunktion

Er ist bis zu acht Meter lang und filtert Tag für Tag alle für uns verwertbaren Nährstoffe aus der Nahrung heraus: Besonders eine ungesunde Ernährung kann unserem Darm jedoch mächtig zu schaffen machen.

Unser Darm leistet Schwerstarbeit:

Im Laufe unseres Lebens passieren ca. 80 Tonnen Lebensmittel und Flüssigkeiten den Verdauungstrakt. Der wichtigste Teil des Verdauungstraktes ist der Darm, der in Dick- und Dünndarm unterteilt wird. Der Hauptverdauungsteil findet im Dünndarm statt, wo die Nährstoffe in ihre Einzelbausteine gespalten und durch die Blut- oder Lymphbahnen zu den Zellen transportiert werden.

Aufgaben des Darms

Die Aufgaben des Darms, der eine Oberfläche von ca. 400 m² hat, sind vielfältig. Einerseits ist er für die Verdauung verantwortlich, andererseits reguliert er den Wasserhaushalt und sorgt für die Produktion von Hormonen, Enzymen und Botenstoffen. Im Dickdarm befindet sich die Gesamtheit der Mikroorganismen, die sogenannte Darmflora. Etwa 70 Prozent der Abwehrzellen eines Menschen sitzen in der Darmschleimhaut. Die Darmflora besteht aus ca. 100

Billionen nützlicher Mikroorganismen. Nach aktuellen Untersuchungen können die Darmmikroben das Risiko, an Diabetes oder Krebs zu erkranken, vermindern und es gibt Hinweise darauf, dass sie auch die Psyche beeinflussen.

Pflege für den Darm

Der Darm ist das wichtigste Verdauungsorgan. Die von uns aufgenommene Nahrung kann dabei bis zu 160 Stunden, also 6 ½ Tage, im Darm verweilen. Bei dieser langen Dauer sollten wir besonders auf unsere Ernährung achten. Erfahrungsgemäß essen wir aber zuwenig Obst und Gemüse und nehmen zu viele tierische Lebensmittel, Fett, Zucker und Weißmehl zu uns. Diese Ernährung kann zu schweren Darmproblemen führen. Eine Ernährungsumstellung auf mehr pflanzliche Kost mit einem hohen Ballaststoffanteil kann schnell zu einer Verbesserung der Probleme führen.

Mein Tipp: Bauen Sie täglich mehr frisches Obst, Gemüse und Kräuter, sowie Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte in Ihre Ernährung ein. Steigern Sie langsam und allmählich Ihren Ballaststoffanteil in der Nahrung, da der Darm sich erst einmal an die erhöhte Zufuhr gewöhnen muss. Um die Darmflora zu stärken, empfehle ich Ihnen, täglich angesäuerte Milchprodukte wie Joghurt, Kefir oder Buttermilch sowie angesäuertes Gemüse oder Gemüsesäfte zu sich zu nehmen. Denn angesäuerte Lebensmittel helfen, schlechte Mikroorganismen und deren Abbauprodukte unschädlich zu machen. Unterstützen kann man das Ganze auch durch probiotische Produkte, die Darmbakterien enthalten. Hier können Sie sich im Reformhaus oder in der Apotheke beraten lassen.

Natürliche Hilfe: Das beste All-Heilmittel für den Darm habe ich schon in meiner Kindheit zu trinken bekommen: Anis-Kümmel-Fenchel-Tee. Die darin enthaltenen ätherischen Öle wirken bei Darmkrämpfen krampflösend.

Expertin

Monique ProskeUnsere Autorin Monique Proske arbeitet als Ernährungs- und Logi-Beraterin sowie Nordic Walking- und Personal-Trainerin. Sie hat Haushalts- und Ernährungswissenschaften studiert und zudem Aus- und Weiterbildungen im Bereich Sport absolviert.

 

 

Entnommen aus: VF 6-14

Gesund durch den Winter

Gesund durch den Winter

Starke Abwehrkräfte

Mit einer ausgewogenen Ernährung und Lebensmitteln, die gezielt das Immunsystemstärken, kommen Sie gesünder durch den Winter und aktivieren Ihre Selbstheilungskräfte.

 

Bananen Bananen sind nicht nur ein gesunder Energielieferant für zwischendurch. Die Gelbfrucht enthält neben Magnesium einen hohen Anteil an Vitamin B6. Das regt die Antikörperproduktion an und sorgt für ein intaktes Immunsystem.

 

 

Chili Scharfes Essen kurbelt Ihr Immunsystem an. Der in Chili enthaltene Scharfmacher Capsaicin stärkt Ihre Abwehrkräfte, indem er antiallergisch und wachstumshemmend auf Bakterien sowie Viren wirkt. Wenn Sie sich bereits einen Schnupfen oder eine Erkältung eingefangen haben: Essen Sie eine scharf gewürzte Suppe und geben dem Körper anschließend Ruhe. Die schweißtreibende Suppe kurbelt das Immunsystem an und hilft Ihnen, schneller zu regenerieren.

 

Cranberries Mischen Sie getrocknete Cranberries in Ihr Müsli oder trinken Sie Cranberrie- Saft. Cranberries haben eine präventive Wirkung gegen bakterielle Infektionen und wirken entzündungshemmend. Sie verhindern, dass sich Bakterien an den Zellwänden festsetzen. So können Sie Harnwegsinfektionen vorbeugen oder wirksam behandeln.

 

 

Honig Die im Honig enthaltenen Enzyme stärken die Widerstandskraft des Körpers gegen grippale Infekte und wirken präventiv, denn der Körper nimmt mit dem Honig natürliche Abwehrstoffe auf. Honig enthält außer Vitaminen auch größere Mengen Eisen. In Kombination mit Zimt regt Honig die Bildung weißer Blutkörperchen an. Naturbelassener Honig schmeckt auf Brot, eignet sich aber auch beim Zubereiten von Speisen und heißen Getränken, wie Salatsauce, gebackenem Ziegenkäse und Tee.

 

Ingwer Kochen Sie mit Ingwer, denn die in der Wurzel enthaltenen Scharfstoffe (Gingerole) und ätherischen Öle heizen mächtig ein. Sie regen den Kreislauf an, wirken hustenstillend, entkrampfend und antibakteriell. Sie helfen präventiv, aber auch bei ersten Anzeichen einer Erkältung. Besonders gut schmeckt Ingwer in Suppen und Wok-Gerichten. Oder probieren Sie doch mal einen Ingwer-Zitronen-Tee: Dafür schälen Sie ein etwa 2 cm großes Stück Ingwer dünn ab und überbrühen es in einer Tasse mit heißem Wasser. Je länger der Ingwer zieht, desto schärfer wird der Tee. Wenn der Sud leicht abgekühlt ist, frische Zitrone oder Orange zugeben.

 

Knoblauch Auch Knoblauch hilft gegen Erkältungen und Grippe. Zugleich ist Knoblauch ein natürliches Antibiotikum, da die enthaltenen Schwefelöle Bakterien, Viren und Protozoen (Parasitenart) auf Natürliche Weise bekämpfen. Daneben versorgt Knoblauch den Körper mit Vitamin A, B und C. Neueste Forschungen haben ergeben, dass der tägliche Verzehr von Knoblauch das Risiko, eine Erkältung zu bekommen, um die Hälfte reduziert. Aber auch, wenn man bereits erkältet ist, geht die Erkrankung durch den Verzehr von Knoblauch schneller vorüber.

 

Zitrusfrüchte Pressen Sie sich täglich eine frische Zitrone oder essen Sie frische Orangen. Der hohe Vitamin-C-Gehalt in den Früchten hilft, die Abwehrkräfte zu mobilisieren. Sie wirken antibakteriell, belebend und entzündungshemmend. Eine heiße Zitrone ist das ideale Getränk zur Prävention und Heilung von Erkältung und Grippe.

 

 

Zwiebel Zwiebeln verleihen Ihrem Essen nicht nur einen guten Geschmack, die in Zwiebeln enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe und der Zwiebelstoff Allicin haben eine heilende Wirkung und hemmen das Bakterienwachstum. Nebenbei sorgen Zwiebeln auch für gute Laune. Falls der Husten Sie doch mal erwischt, hilft ein selbstgemachter Zwiebelsirup, den Husten zu vertreiben: Dafür sechs Zwiebeln und sechs Knoblauchzehen kleinschneiden, andünsten und mit 250 ml dunklem Bier ablöschen, 15 Min. ziehen lassen und mit sechs EL Honig süßen. Davon nehmen Sie drei Mal täglich zwei EL ein.

Beitrag entnommen aus: VF 06-14

Histamin-Intoleranz

Histamin-Intoleranz: Eine Krankheit, viele Gesichter

Atemnot, Migräne, Bauchgrummeln: Wie sich eine Histamin-Intoleranz beim Einzelnen äußert, kann ganz unterschiedlich sein. Und viele, die darunter leiden, wissen es nicht einmal.

Histamin ist sowohl eine körpereigene Substanz, als auch ein Inhaltsstoff von Lebensmitteln. Es kann vom gesunden Körper mittels des Enzyms Diaminoxidase abgebaut werden. Liegt eine Histamin-Intoleranz vor, geschieht der Abbau entweder nicht in ausreichendem Maße oder nicht schnell genug. Typische Symptome einer solchen Intoleranz sind Juckreiz, Hautrötungen und Quaddelbildung sowie Magen- und Darmbeschwerden. Oft kommen noch Kopfschmerzen oder Migräne nach demEssen dazu. In seltenen Fällen klagen Betroffene über eine laufende Nase, Atemwegsbeschwerden, Herzrhythmusstörungen oder chronisch niedrigen Blutdruck.

Nicht jeder Betroffene zeigt jedoch die gleiche Symptomatik. Da Histamin in unserem Körper zahlreiche Funktionen erfüllt, kann bei einer Intoleranz eine besonders breite Palette von Symptomen auftreten, die unterschiedliche Organsysteme betreffen können. In Verdachtsfällen sollte daher umgehend der Diaminoxidase-Status ermittelt werden. Liegt ein Mangel vor und treffen einige oder viele der hier aufgeführten Symptome vor, sollte der Patient Histamin so gut wie möglich meiden. Oft kann so in zwei bis drei Wochen eine deutliche Symptomverbesserung erzielt werden.

Finger weg von Früchten & Nüssen

Bei einer Histamin-Intoleranz muss darauf geachtet werden, dass nicht zu viel Histamin über die Nahrung aufgenommen wird. Hier sollte vor allem auf folgende Lebensmittel verzichtet werden:

  • gut gereifter Käse, Fisch, Meeresfrüchte und Fleisch
  • Alkohol in Form von Rotwein, Sekt und Champagner
  • Nüsse und Schokolade
  • Tomaten, Spinat, Auberginen, Avocados, Sauerkraut und Essiggurken
  • Bohnen, Hülsenfrüchte und Sojaprodukte
  • einige Obstsorten wie Erd- und Himbeeren, Bananen, Birnen und Kiwi sowie alle Zitrusfrüchte
  • oft Hefe und Weizen (individuell) Neben diesen Lebensmitteln darf aber auch die körpereigene Histaminbildung nicht aus dem Auge gelassen werden. Es gibt bestimmte Substanzen, so genannte Histmin-Liberatoren, die Histamin im Körper freisetzen. Auch auf diese sollte verzichtet werden. Zu ihnen gehören:
  • Medikamente wie Aspirin, Röntgen-, Kontrast- und Schmerzmittel, Anästhetika
  • Insekten- und Schlangengifte
  • physikalisch akute Empfindungen wie Kälte, Hitze, Druck, Reiben

Tipp:

Wenn Sie einmal histaminreich gegessen und Beschwerden haben, empfehle ich Ihnen, den Abbau zu beschleunigen, indem Sie mittels Darmbakterien (in Kapsel- oder Pulverform) die Darmflora und die Darmschleimhaut verbessern. Weiterhin empfehle ich Ihnen, regelmäßig Ihren Eisen- und Vitamin-B12-Status überprüfen zu lassen. Denn meistens liegt durch den gereizten und entzündeten Darm ein Mangel vor. In diesem Fall lohnt sich eine Supplementierung.

Expertin

Unsere Autorin Monique Proske arbeitet als Ernährungs- und Logi-Beraterin sowie Nordic Walking- und Personal-Trainerin. Sie hat Haushalts- und Ernährungswissenschaften studiert und zudem Aus- und Weiterbildungen im Bereich Sport absolviert

 

Monique Proske

Beitrag entnommen aus: VF 05-14

Asiatische Kampfkünste

Asiatische Kampfkünste: Training für Körper und Geist

Asiatische Kampfsportarten schulen nicht nur die Kondition und das Reaktionsvermögen. Richtig angewendet, sind sie vielmehr eine Lebenseinstellung, die weit über Selbstverteidigung hinausgeht und dabei hilft, zur Ruhe zu kommen. Wir haben das einmal ausprobiert und kamen tatsächlich entspannt vom Karatetraining zurück.

Ein Schrei. Laut und schrill. Und dann noch einer. Ich zucke zusammen, bleibe stehen und zweifle kurz. Will ich da wirklich rein? Dann gebe ich mir einen Ruck, drücke die Klinke herunter und öffne die Tür. Ich sehe eine Gruppe von Frauen und Männern, alle in weiß gekleidet. Sie laufen nebeneinander her, schlagen in die Luft – dann schreien sie wieder.

Wie albern, ist das erste, was mir durch den Kopf schießt. Gerade als ich darüber nachdenke, auf dem Absatz kehrt zu machen, spricht mich eine der weißen Gestalten an. „Sie kommen zum Probetraining, richtig?“. Ein kurzes „Ja“ später finde ich mich inmitten einer Gruppe wieder, die darauf wartet, dass das 18-Uhr-Training beginnt. Als ich sehe, dass einige von ihnen auch nur ganz normale Sportklamotten tragen, fühle ich mich direkt wohler. Zeit für Gespräche, die länger dauern als „Hallo, bist Du neu hier?“ bleibt aber nicht. In den nächsten Minuten fühle ich mich wie beim Vokabeltraining. „Senei“ heißt Trainer, die Trainingshalle wird „Dojo“ genannt und ich bin – zumindest für heute – ein „Karateka“, was so viel heißt wie Schüler.

Rituelle Begüßung

Dass Etikette im Karate großgeschrieben wird, hatte ich bei meiner Internetrecherche aufgeschnappt. Und was das bedeutet, erfahre ich sofort. Jedes Training beginnt mit einer rituellen Begrüßung. Dabei werden die Augen geschlossen und es wird meditiert. So sollen die Alltagssorgen abgestreift werden, um sich voll und ganz auf das Training konzentrieren zu können. Ich blinzle und bin erstaunt, wie diszipliniert das von statten geht. Auf den Befehl „Mokuso Yame“ öffnen alle wieder ihre Augen. Nachdem mit weiteren Ausrufen der Trainingshalle die Ehre erwiesen und der Senei begrüßt ist, beginnt das eigentliche Training. Zunächst wird – wie bei den meisten anderen Sportarten – viel Wert auf ein ausgiebiges Aufwärmen gelegt.

Ein wenig Kopfkreisen, Halsmuskulatur  dehnen, bewegen. Arme kreisen und deren Muskulatur strecken. Dann sind Beine und Füße dran. Spätestens nach den Liegestütz und Sit-Ups fühle ich mich, als würde ich allein das Aufwärmen nicht überstehen. Dabei geht es jetzt erst richtig los. Die erste Einheit nennt sich „Kihon“. Das ist die Grundschule, die alle Techniken beinhaltet. Zuerst lerne ich, wie ich stabil auf meinen Beinen stehe – mit tief gebeugten Knien. Schon nach wenigen Minuten schmerzen die Oberschenkel, ich kann kaum noch stehen, meine Beine zittern. Dann soll ich in dieser Stellung laufen, ohne hoch zu kommen. Ich japse nach Luft, ist das anstrengend. Es folgen einfache Armtechniken, Fauststöße nach vorn oder eine einfache Abwehr mit dem Arm. Was bei der Gruppe von vorhin so einfach aussah, sind komplexe Bewegungsabläufe, die ich auf Anhieb nicht auf die Reihe bekomme.

Vor, zurück. Wie war das noch mit dem Fuß? Und wohin mit dem Arm? Mir wird bewusst, was für eine Körperbeherrschung dahinter steckt. Und selbst der Schrei, „Kiai“ genannt, entpuppt sich als gar nicht so blöd. Im Gegenteil, er hilft dabei, die Kraft durch explosives Ausatmen zu bündeln und bringt einen dazu, sich selbst zu überwinden. Zugegeben, als ich das erste Mal an der Reihe bin, ist es mir schon etwas peinlich. „Nur keine Hemmungen“, sagt der Senei. „Wer es schafft, die unnötige Scham zu überwinden, hat direkt etwas für das Selbstbewusstsein getan.“ Und tatsächlich. Mit jedem Mal fällt es mir leichter. Ein befreiendes Gefühl.

Meditativer Charakter

Die nächste Einheit heißt „Kata“. Hierbei wird ein Kampf gegen imaginäre Gegner simuliert, wobei Angriff und Abwehr zu einem einheitlichen Fluss von Techniken verbunden werden. Alles nach einem festgelegten Muster. Drei aus der Gruppe machen es vor und bewegen sich mit begeisternder Synchronität. Ich erfahre: Katas gibt es in vielen unterschiedlichen Formen und Schwierigkeitsgraden. Jede für sich schult nicht nur die Technik, sondern auch die innere Haltung: Atmung, Ruhe, Gelassenheit und Rhythmus. Ich realisiere: Karate ist viel mehr als ein dumpfes Draufgehaue, wie es in den einschlägigen Filmen auf die Leinwand vermittelt wird. „Die jahrelangen ständigen Wiederholungen haben auch einen meditativen Charakter“, nennt Katja den Grund, warum sie so gerne zum Training kommt. „Während des Trainings kann ich komplett abschalten, danach fühle ich mich wie im Kopf geduscht.“

Sie hält inne und nennt noch einen weiteren Nebeneffekt: „Zwar ist das Training nicht in erster Linie als Selbstverteidigungskurs zu verstehen, bei dem man schon nach kurzer Zeit für den Ernstfall bereit ist, aber ich fühle mich zunehmend sicherer, wenn ich mal alleine auf der Straße unterwegs bin.“Jetzt bin ich an der Reihe. Was einfach klingt, macht mir ganz schön zu schaffen. Atme ich richtig, wie war das nochmal mit dem Rhythmus und der Spannung?

Es fällt mir schwer, allein zwei dieser Bewegungsmuster aneinander zu reihen. „Das ist ganz normal“, beruhigt mich Katja, die schon seit einem Jahr dabei ist. „Mit der Zeit bekommt man ein ganz neues Gefühl für seinen Körper. Vieles funktioniert dann wie von alleine.“ Ich beginne zu erahnen, wie viel Mühe und Übung selbst in einer einfachen Kata stecken. Obwohl meine Arme schmerzen und die Beine schwer sind: Mein Ehrgeiz ist geweckt, ich versuche es noch einmal.

Kein Körperkontakt

Als letztes erfahre ich, um was es beim „Kumite“ geht. Hierbei stehen sich zwei Karateka gegenüber und beginnen nach Absprache mit gegenseitigen Angriffen und Abwehrtechniken. Besonders bei Anfängern gibt es dabei –wenn alles gut läuft – keinen Körperkontakt. Der Respekt vor dem anderen steht immer an erster Stelle. Anja und Karsten machen es vor: Ihr Fuß zuckt hoch und stoppt Millimeter hinter seinem Kopf. „Durch das Abstoppen der Techniken vor dem Körper des Gegners bekommt man ein hervorragendes Distanzgefühl“, erklärt der Senei. Und wenn das mit dem Abstoppen mal nicht hinhaut? Naja, das ein oder andere blaue Auge habe es schon gegeben, erfahre ich. Aber schwerwiegendere Verletzungen seien beim Karate eine Seltenheit. Ich bin beruhigt – schaue aber trotzdem heute dabei nur zu. Dafür ist beim nächsten Mal noch Gelegenheit. Denn – und das hätte ich vor 60 Minuten nicht für möglich gehalten – ich werde wiederkommen

Entspannen auf asiatisch

  • Aus China: Tai Chi: Wer einen Ausgleich zum hektischen Alltag sucht, ist beim Tai Chi genau richtig. Der Schwerpunkt dieser einst explosiven Boxtechnik liegt heute auf dem gesundheitsfördernden Aspekt, wobei die körperliche und mentale Balance gefördert werden sollen. Auch im Bereich Stressabbau sind die meditativen Bewegungen, die alleine oder mit Partner durchgeführt werden, sehr hilfreich.
  • Aus Korea: Taekwondo: Taekwondo ist eine waffenlose Kampfkunstübung für Körper, Geist und Psyche. Alle Energien sollen im Einklang mit dem Atem von der Mitte aus gehen und zu ihr zurückfließen. Zu den wichtigsten Techniken gehören Kicks in Bauchoder Kopfhöhe, die allesamt Schnelligkeit, Beweglichkeit und Kraft sowie Geduld und innere Ruhe fördern.
  • Aus Japan: Kyudo: Kyudo gehört zu den traditionellen japanischen Kampfkünsten, die sich aus den Waffentechniken der Samurai entwickelt haben. Der asymmetrisch gegriffene Bogen erfordert eine besondere Schießtechnik, die nur durch langes und intensives Üben zu erlernen ist. Über festgelegte Bewegungsphasen müssen Körperhaltung und -spannung genau koordiniert werden. Es geht um mehr als die Strecke, die der Pfeil zurücklegt. Konzentration, innere Ruhe und Gelassenheit sind Fähigkeiten, die in der Auseinandersetzung mit dem Bogen geformt und entwickelt werden.

Laura Kathrein Müller

Beitrag entnommen aus: VF 05-14

 

Fasten ohne Verzicht - Rohkost-Fasten

Fasten ohne Verzicht – Rohkost-Fasten

Haben Sie schon einmal über das Fasten nachgedacht, bislang aber weder Mut noch Muße gehabt, es wirklich einmal anzugehen? Vielleicht ist dann das Rohkost-Fasten genau das Richtige für Sie. Denn hungern müssen Sie dabei nicht.

Ich fühle mich wie frisch verliebt“, sprudelt es aus Anna heraus. Ihr Glücksrezept: Seit fünf Tagen ist sie Teilnehmerin einer Fastenkur und nimmt täglich ausschließlich Rohkost zu sich – in Form von Obst, Salat, Gemüse und Nüssen. Trotzdem fühlt sie sich nicht hungrig, sondern einfach nur gut. Das Geheimnis dieser tiefen Zufriedenheit in Körper, Geist und Seele Das Rohkostfasten entschlackt und entgiftet den Körper auf sanfte Weise. Das Körpergewebe wird gründlich, aber schonend gereinigt, Vitalstoffmängel werden beseitigt und das Immunsystem sowie Selbstheilungsprozesse durch einen hohen Anteil an organischen Mineral- und wertvollen Ballaststoffen, Vitaminen, Spurenelementen und Enzymen aktiviert. Anna fühlt sich frei und doch geerdet, wirkt fröhlich und gelöst. Und das Beste daran: Sie muss nicht hungern.

„Hausputz“ des Körpers

Eine Auszeit vom Alltag zu nehmen oder sich in einem Leben voller Überfluss wieder auf das Wesentliche zu besinnen sind oftmals Anlässe, um zu fasten. Auch Anna hatte dieses Gefühl, sehnte sich nach wohltuendem Stillstand und inspirierendem Neubeginn. Aber eine ganze Woche ohne feste Nahrung, wie es zum Beispiel bei der Methode nach Dr. Otto Buchinger praktiziert wird, konnte sie sich nicht vorstellen. Eine Reise vom Zuviel ins Nichts – das ist einfach nicht ihr Ding. Anders als beim herkömmlichen Fasten muss die 34-Jährige beim Rohkost-Fasten auf Genuss nicht verzichten. Im Gegenteil: Hier kann sie sich auf eine reiche Auswahl an köstlichem Obst und knackigem Gemüse freuen, die ihr als Rohkost verzehrt noch alle lebensnotwendigen und gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe ohne Verluste zuführen. Denn jede Hitzebehandlung – egal ob Kochen, Braten, Backen oder Frittieren – mindert den physiologischen Wert unserer Nahrung: So gehen beispielsweise beim Kochen über 85 Prozent der Nährstoffe von Lebensmitteln verloren.

Mittels Rohkost aber kann der Körper sein Reservoir an essenziellen Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen, Enzymen und Spurenelementen auffüllen – und gleichzeitig damit beginnen, sich auf sanfte Art und Weise zu reinigen. Zu diesem Reinigungsprozess gehört aber auch: kein Alkohol und keine Zigaretten. Und auch auf ihre morgendliche Tasse Kaffee muss Anna verzichten. Am ersten Tag noch undenkbar, fällt ihr dieser Verzicht mit zunehmender Dauer der Kur immer leichter. Schon nach drei Tagen fehlt ihr das dunkle Gebräu nicht mehr. Im Gegenteil. Sie ist überrascht, wie groß die Vielfalt an pflanzlichen Lebensmitteln ist, die roh verzehrt lecker schmecken.

Große Auswahl an Lebensmitteln

Die Grundlage ihres Speiseplans bilden frisches reifes Obst, Trockenobst, frische Grünblattsalate und Gemüse der Jahreszeit – am besten aus wenig belastetem, kontrolliert biologischem Anbau. Auch grobe Kohlarten wie Wirsing-, Weiß-, Rot-, Grün- und Rosenkohl lassen sich zu wohlschmeckender Rohkost anrichten. Des Weiteren empfehlen sich Möhren, Sellerie, Rote Beete, Äpfel, Sprossen und Keimlinge, Samen, Nüsse, Mandeln, Avocados und in Maßen frisches Sauerkraut und Oliven. Das Gute: Rohkost wirkt einerseits appetitanregend, auf der anderen Seite zeigt sie Heißhungerattacken die rote Karte. Und das wiederum ist gut für die Figur. Dazu fällt die Leistungskurve nach dem Genuss von Rohkost in der Regel nicht so stark ab, Ermüdungserscheinungen vom Essen sind die Seltenheit. Distanziert von Verpflichtungen sowie Alltags- und Medienstress fühlt auch Anna sich schon nach wenigen Tagen fitter und aktiver. Zudem tragen Entspannung, Erholung, Schlaf und ausreichend Bewegung an der frischen Luft zu ihrem Wohlfühl-Effekt bei.

Nach sieben Tagen geht Annas Fastenkur zu Ende. Sie strahlt, ist einige Pfunde leichter, ihr Hautbild scheint schöner. Sie genießt es, Gerüche und Geschmäcker viel intensiver wahrzunehmen, als es noch vor dieser Kur der Fall war. Sie hat ein völlig neues Körpergefühl, spürt wieder einen natürlichen Rhythmus zwischen Aktivität und Entspannung, zwischen Verdauen und Essen. Anna ist sich sicher: Rohkost wird ihren Ernährungsplan auch in den nächsten Tagen bestimmen. Und geht es nach ihrem aktuellen Glücksgefühl, sicher auch noch lange darüber hinaus.
Was Rohkost bewirken kann:

  • Verbesserung von Wohlbefinden, Fitness und Gesundheit
  • Stärkung des Immunsystems
  • Entlastung der Verdauungsorgane
  • Abnehmen, ohne zu hungern
  • Schutz vor ernährungsabhängigen Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes u. v. m.
  • Heißhunger, Überessen und Völlegefühl verschwinden
  • Rohkost stillt den Durst und fördert die Wasserausscheidung
  • Die Kaumuskulatur wird trainiert und die Nahrung besser eingespeichelt
  • Die Enzyme in der Rohkost helfen bei der Verdauungsarbeit

Laura Kathrein Müller

Beitrag entnommen aus: VF 02-14

Vitamin D: Gutes aus der Sonne

Vitamin D: Gutes aus der Sonne

Sonnenlicht und Cholesterin: Mehr braucht der Körper nicht, um Vitamin D zu produzieren. Ein Mangel hat gravierende Folgen für Körper und Gemüt.

Kennen Sie Ihre aktuelle Vitamin-D-Konzentration in Ihrem Blut? Nein? Damit sind Sie nicht alleine. Denn der Vitamin-D-Spiegel wird nur in seltenen Fällen bei einer normalen Blutuntersuchung mit bestimmt. Laut neuesten Erkenntnissen leiden jedoch 80 Prozent der Bevölkerung unter einem Mangel. Und ein solcher Mangel ist ein Risikofaktor für viele Zivilisationskrankheiten. Denn: Vitamin D ist für die Calciumeinlagerung in den Knochen und somit zur Prävention von Osteoporose wichtig. Darüber hinaus zeigen verschiedene Studien, dass ein Vitamin-D-Mangel, der sich in seinen Anfängen durch eine ständige Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche ausdrückt, auch zu Rachitis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Autoimmun-und Stoffwechselerkrankungen führen kann. Diskutiert werden auch Zusammenhänge zwischen einem Vitamin-D-Mangel und Depressionen, Alzheimer und Verschiedenen Krebserkrankungen.

Blutwertermittlung

Bei der Blutwertbestimmung wird nicht das eigentliche Vitamin-D (Calciol) gemessen, sondern die Speicherform, das sogenannte 25-Hydroxy-Vitamin-D. Die Speicherform bleibt, im Gegensatz zum ursprünglichen Vitamin D, drei Wochen im Körper stabil und gibt somit eine gute Einsicht in die aktuelle Versorgung des Körpers während der letzten Monate. In den meisten Fällen wird das 25-Hydroxy-Vitamin-D in Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) angegeben. Bei Werten unter 10 ng/ml liegt ein starker Mangel vor. Neue Erkenntnisse zeigen jedoch, dass bereits ein Wert unter 30 ng/ml zu gestörten Funktionen des Körpers führen kann.

Sonne als wichtigster Lieferant

Die Sonne ist der wichtigste Vitamin-D Lieferant. Denn bei Sonnenlicht wird unter der Haut ein chemischer Prozess ausgelöst, der den lebenswichtigen Baustoff erzeugt. Dafür genügt bereits ein relativ kurzer Aufenthalt im Freien. Im Winter ist das in unseren Breitengraden allerdings ein Problem: Dann steht die Sonne tief, sodass die Sonnenstrahlen in einem flachen Winkel einfallen und ihre Wirkung meist nicht entfalten können.

Nur etwa 10 bis 20 Prozent des im Körper gespeicherten Vitamin D stammt aus Lebensmitteln, da es nur sehr wenige gibt, die größere Mengen des Vitamins enthalten. In pflanzlichen Lebensmitteln liegt Vitamin D in D2-Form vor. Hier sind vor allem Pilze (Steinpilze, Champignons oder getrocknete Shiitake), Eier oder Gouda zu empfehlen. Sowohl die D3, als auch die D2-Form kann vom Körper in der Leber verwertet und in 25-Hydroxy-Vitamin-D umgewandelt werden. Die tägliche empfohlene Zufuhr liegt bei Kindern ab 1 Jahr, Erwachsenen und Älteren bei 20µg

Monique Proske

Entnommen aus VF 4-14

Basische Ernährung - Alles in Balance?

Basische Ernährung – Alles in Balance?

Sauer macht bekanntlich lustig. Das ist aber nicht immer richtig, denn säurebildende Nahrungsmittel können uns auch schlapp und müde machen. Eine basenreiche Ernährung hilft, den Säure-Basen-Haushalt in Balance zubringen. Kombiniert man dazu „Superfoods“, wird der Körper ausreichend mit Vitalstoffen versorgt.

Der Säure-Basen-Haushalt funktioniert wie das oberste Management im Körper und hält durch biochemische Prozesse den Ablauf des Stoffwechsels aufrecht. Je nach Aufgabe im Körper wird entweder eine saure oder basische Umgebung benötigt. Damit die Säuren- und Basenkonzentration im Körper in Balance vorliegt, muss das Säure-Basen Gleichgewicht dabei immer wieder reguliert werden. Je nach der Zusammensetzung der Speisen werden aus mineralstoffreichen Lebensmitteln eher Basen und aus kohlenhydrat- und eiweißreichen Lebensmitteln eher Säuren gebildet. Die Säuren binden sich an die Basen, um diese auszuscheiden. Sind zu viele Säuren im Körper unterwegs, können die Basen das Gleichgewicht nicht mehr richtig in Balance bringen.

Sauer und nicht lustig

Essen wir zu viele säurebildende Lebensmittel wie z.B. Fleisch, Milchprodukte, Eier, Fisch, Zucker, Alkohol oder Kaffee kann ein Ungleichgewicht entstehen. Vegetarier sind dabei schon gut aufgestellt, aber auch Getreide, Hülsenfrüchte und einige Gemüsearten können säuernd sein. Bei einer „Übersäuerung“ fühlen wir uns verstärkt müde und schlapp. Die Stimmung kann sich verschlechtern und der Stoffwechsel verlangsamt sich, die Haut wirkt fahl und blass. Man ist anfälliger für Infektionen und kann unter Kopfschmerzen, Verdauungsproblemen, Rückenschmerzen und anderen Beschwerden leiden.

Basischer Ausgleich

Die Balance der Säuren und Basen können wir mit einer vorwiegend basischen Ernährung mit Gemüse, Obst, Kartoffeln und anderen pflanzlichen Lebensmitteln unterstützen. Der Körper wird entlastet, der Stoffwechsel aktiviert und die Verdauung angeregt. Wir spüren mehr Energie, mehr Leistungsfähigkeit und die Haut wirkt frischer.

Sie müssen aber nicht 100 Prozent auf basische Lebensmittel setzen. Wenn der basenbildende Teil bei 80 und der säurebildende Teil bei 20 Prozent liegt, wird das gut ausgeglichen. So ist es kein Problem, wenn auch mal Eier, Hülsenfrüchte oder Milchprodukte auf den Teller kommen oder ein Glas Wein bzw. ein Stück Schokolade genossen wird. Kaffee kann gut mit reichlich Flüssigkeit wie Wasser oder Kräutertee ausgeglichen werden. Den Schokoriegel am Abend können ein Smoothie, Knabbergemüse oder Trockenobst wiederwettmachen.

Tipp: Sie können Ihren Säure-Basen-Zustand mit einem pH-Messstreifen aus der Apotheke im Urin testen. Morgens wird der Wert naturgemäß sauer sein und bei ca.6,5 liegen. Liegt der pH-Wert im Laufe des Tages weiter unter 7, wird es Zeit für eine basenreiche Ernährung.

Iris Lange-Fricke

Beitrag entnommen aus: VF 04-14

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