Category : Bewusst leben

Gesunde Ernährung in Kitas: Heute für morgen lernen

Gesund und ausgewogen sollte die Ernährung unserer Kinder sein − auch in der Kindertagesstätte (Kita). Wir zeigen, worauf es ankommt.

Sie benötigen Energie, Vitamine und Mineralstoffe. Gedeckt wird der Bedarf unserer Kleinsten durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Sie enthält alle Nährstoffe, die ein Kind zum Wachsen und Gedeihen braucht und wirkt sich auch positiv auf das kindliche Bewegungsverhalten aus. Verantwortlich zeichnen sich dafür nicht nur die Eltern, sondern auch die Kitas. Gefragt ist ein gutes und auch ein vegetarisches Angebot. Die Realität allerdings sieht anders aus. Studien belegen, dass den Kindern zu oft Fleisch, zu viel Fett und zu wenig Gemüse gereicht werden. Zudem belegen Zahlen der Universität Bielefeld, dass fast 30 Prozent der deutschen Kinder und Jugendlichen morgens ohne Frühstück das Haus verlassen. Dabei werden gerade in den ersten Lebensjahren die Ernährungsgewohnheiten und das Essverhalten für die Zukunft geprägt. Kinder lernen von Vorbildern, den Eltern, aber auch den Erziehern. Aus diesem Grund sollte im Elternhaus als auch in der Kita eine genussvolle und gesunde Ernährung vorgelebt werden.

Das Konzept entscheidet

Eltern sollten bei der Auswahl einer Kita besonderen Wert auf die Ernährung legen und nachfragen, ob es ein Konzept gibt, wie und mit welchen Lebensmitteln gekocht wird. Neben der Auswahl der Lebensmittel kommt es nämlich darauf an, wie diese in der Küche verarbeitet werden. Andrea Kaiser, Köchin der Kita PAS Gerritstrasse in Hamburg, weiß, was Kindern schmeckt und gut tut: „Wir kochen mit saisonalen und Bio-Lebensmitteln von einem regionalen Demeter-Hof und achten sehr darauf, dass wir den Kindern eine möglichst vollwertige, frische und unverarbeitete Kost anbieten. So erleben sie den puren Geschmack der Lebensmittel, die frisch vom Feld auf dem Teller landen.“ Frisch kochen vor Ort ist von Vorteil, denn das bietet die höchste Qualität.

Dort wo nicht selbst gekocht, sondern das Essen angeliefert wird, müssen die Speisen erwärmt oder warm gehalten werden. Dabei sind flüchtige Vitamine und eine gute Konsistenz in Gefahr. In diesem Fall sollten Eltern erfragen, woher der Caterer kommt, welches Kochsystem er verwendet und in welcher Form die Kita Frischekomponenten wie Rohkost bereitstellt, um mögliche Vitaminverluste auszugleichen.

Ausgewogen durch die Woche

Die Basis für ein ausgewogenes Speiseangebot bildet ein guter Wochenspeiseplan. Er hat zum Ziel, im Verlauf der Woche die Kalorien- und Nährstoffempfehlungen einzuhalten und die Kinder mit Freude an unterschiedliche Lebensmittel und Gerichte heranzuführen. Denn Kinder sind in der Regel neugierig, wollen Neues kennenlernen und ausprobieren. Das gilt auch beim Essen. Andrea Kaiser: „Unsere vorwiegend vegetarischen Speisen bieten reichlich Vitamine sowie Mineral- und Ballaststoffe. Linsen in der Suppe, Saucen mit Vollkornreis oder Aufläufe mit Vollkorngetreide sind nur einige Beipiele. Zudem haben die Kinder zu jeder Zeit Zugriff auf frische Rohkost.“

Süßigkeiten hingegen sind ein heikles Thema − daheim wie in der Kita. Mit klaren Regeln kann die Einrichtung dabei helfen, dass die Kinder ein gesundheitsförderliches Essverhalten entwickeln. So sollte Einigkeit darüber herrschen, dass Süßigkeiten keinen Platz in der Frühstückbox haben. Andrea Kaiser erzählt: „Unsere Kita ist ein Raum ohne Süßigkeiten. Stattdessen gibt es zum Beipiel selbstgebackenen Obstkuchen aus frisch gemahlenem Vollkornmehl, Trockenobst oder Nüsse zum Naschen.“

Die Ernte miterleben

Um das Essverhalten eines Kindes positiv zu prägen, ist das Lernen eines bewussten Umgangs mit Lebensmitteln wichtig. Auch hier kann die Kita einen entscheidenen Beitrag leisten. Ein bebilderter Wochenspeiseplan, Einkäufe mit den Kindern auf dem Wochenmarkt, ein eigenes Gemüsebeet oder eine Kochaktion mit vegetarischen Produkten sind nur einige Beispiele. Aber auch der Besuch eines Bio-Bauernhofs ist eine gute Idee, um dem Nachwuchs den Weg eines Lebensmittels von der Erzeugung bis zur Verarbeitung näherzubringen. Andrea Kaiser findet das gut: „Durch das Buddeln auf dem Kartoffelfeld oder das Ernten von Streuobst erleben die Kinder hautnah, wie Lebensmittel wachsen und angebaut werden. Dadurch wird ihr Bewusstsein gestärkt und eine gute Grundlage für die Zukunft gelegt.”

Iris Lange-Fricke

Entnommen aus: VF 6-16

Öle

Öle: Gesunder Tropfen

Schon einige Spritzer eines aromatischen Öls genügen, um Tofu, Getreide und Gemüse einen raffinierten Geschmack zu verleihen und unseren Körper mit wichtigen Fettsäuren zu versorgen.

Hergestellt aus den Samen oder Früchten von Pflanzen, gehören Öle zur Gruppe der Fette und bestehen aus gesättigten sowie einfach bzw. mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Essentielle Fettsäuren sind für unseren Körper wichtig und lebensnotwendig. Durch eine Auswahl an gesunden Ölen können wir unseren Bedarf abdecken. Die Vielfalt reicht vom klassischen Raps-, Oliven- und Sonnenblumenöl bis hin zu aromatischem Nuss-, Argan- oder Kürbiskernöl. Pflanzliche Öle werden durch Pressung, Extraktion, Raffination (Reinigung) oder durch die Anwendung chemischer Lösungsmittel gewonnen. Dabei sind herkömmliche Öle, die meist durch Extraktion und Raffination hergestellt werden, vielseitig verwendbar und halten hohe Temperaturen aus. Da aber zur Herstellung chemische Lösungsmittel und Hitze verwendet werden, leidet das Aroma und wertvolle Inhaltsstoffe gehen verloren.

(Un)raffinierte Alternative

Native, also nicht raffinierte Öle, werden durch schonende mechanische Verfahren gewonnen. Sie dürfen nicht hoch erhitzt werden (z.B. beim Braten oder Backen). Tragen diese Öle zusätzlich die Bezeichnung „kaltgepresst“ oder „aus erster Pressung“ werden sie mit besonderer Sorgfalt durch Pressen ohne Wärmezufuhr gewonnen. Diese schonend hergestellten Öle haben ein besonderes „arteigenes“ Aroma und eine intensive Farbe. Empfohlen werden Bio-Öle. Diese werden ausschließlich aus biologisch angebauten Pflanzen gewonnen und direkt nach der Kaltpressung gefiltert und abgefüllt. Der Einsatz von chemischen Lösungsmitteln zur Erhöhung der Öl-Ausbeute ist verboten. Das macht sich nicht nur in Sachen Geschmack bemerkbar, sondern auch daran, dass die Öle reich an Vitaminen und Vitalstoffen sind und keine chemischen Rückstände enthalten.

Fette werden als Nährstoff von unserem Körper zur Energieversorgung und als Speicherfett benötigt. Außerdem sind sie wichtig bei der Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen. Die essentiellen Fettsäuren dienen u.a. dem Aufbau von Zellmembranen. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Gesunderhaltung von Herz- und Blutgefäßen und können die Blutfettwerte verbessern. Diese essentiellen Fettsäuren sind in pflanzlichen Ölen zu finden, sie tragen als wichtiger Baustein einer ausgewogenen Ernährung zur Gesundheit bei.

Je haben Art haben diese Fettsäuren eine unterschiedliche Wirkung auf unseren Stoffwechsel und werden unterschieden zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Die Omega-3-Fettsäuren, die in Raps-, Lein- und Nussölen enthalten sind, sollten bevorzugt werden, denn sie sind lebensnotwendig, herzschützend, cholesterinsenkend und wirken entzündungshemmend. Öle aus Samen, Keimen und Getreide enthalten zudem viele Omega-6-Fettsäuren. Diese Omega-6-Fettsäuren sind wichtig für die Wundheilung und zur Infektionsabwehr, können aber auch entzündungsfördernd wirken. Deshalb sollten diese Fettsäuren dem Körper in einem optimalen Verhältnis zugeführt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, höchstens fünfmal so viele Omega-6- wie Omega- 3-Fettsäuren aufzunehmen, damit diese ihre gesund heit fördernde Wirkung voll entfalten können.

Öle in der Küche

Je nach Behandlung sind Öle entweder für die kalte oder warme Küche geeignet. So ist natives Rapsöl eher für die kalte Küche, also für Salate, zum Beträufeln von Suppen oder Pastagerichten empfehlenswert. Das hochwertige und sehr empfindliche Leinöl kann in Quark gerührt oder als Zusatz für Smoothies verwendet werden. Besonders kaltgepresstes Olivenöl ist für die mediterrane Küche toll − geschmacklich und auch gesundheitlich. Nuss- und Keimöle haben ein besonderes und intensives Aroma und können Salate und Gemüsespeisen aromatisieren. Wer mit Öl braten, grillen oder backen möchte, sollte zu den geschmacksneutralen und raffinierten oder höher erhitzbaren Ölen greifen. Dazu zählen Raps- und auch Olivenöl, das bis zu 180 Grad erhitzt werden kann und zum Dünsten geeignet ist.

Iris Lange-Fricke

Entnommen aus: VF 05-16

Bild: shutterstock

Besseresser

Aktuell leben in Deutschland rund 8 Millionen Vegetarier, dazu kommen etwa 900.000 Menschen, die sich vegan ernähren. Tendenz  steigend. Wir zeigen, worauf es bei einer vegetarischen Ernährung ankommt.

Es gibt viele gute Gründe, sich vegetarisch zu ernähren. So motivieren Tierliebe und Klimaschutz ebenso wie religiöse oder gesundheitliche Gründe. Aktuelle Studien belegen:  Wer sich vegetarisch ernährt, fühlt sich häufig fitter, gesünder und wohler. So weisen Vegetarier beispielsweise günstigere Blutdruckwerte, ein besseres Körpergewicht sowie eine höhere Lebenserwartung auf und erkranken seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.

Doch eine Ernährung, bei der auf Fleisch verzichtet wird, ist nicht automatisch auch gesund. Für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Versorgung ist es wichtig, seinen Speiseplan vielseitig zu gestalten. Das ist aber gar nicht schwer. Wer saisonales Gemüse auswählt, frisch zubereitet, Vollkorngetreide verwendet und die allgemeinen Regeln einer gesunden Ernährung beachtet, ist bereits auf dem richtigen Weg. Netter Nebeneffekt: Menschen, die auf Pflanzenkost statt Fleisch setzen, nehmen ganz automatisch mehr Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe zu sich und weniger ungesunde gesättigte Fettsäuren und Cholesterin.

Mythos vom Mangel

Viele Bedenken bezüglich Mangelerscheinungen bei Vegetariern sind unbegründet. Durch eine ausgewogene Auswahl an Lebensmitteln können Energie- und Nährwert-Bedarfe problemlos gedeckt werden. So entfällt zwar beispielsweise durch den Verzicht auf Fleisch ein wichtiger Eisen-Lieferant, doch es gibt genügend andere Quellen, die eine ausreichende Aufnahme des für die körperliche Leistungsfähigkeit wichtigen Spurenelements sichern. Dazu gehören Obst, grünes Gemüse und Vollkorn sowie Soja, Nüsse und Samen. Tipp: Kombiniert mit Vitamin C, zum Beispiel in Form von Orangensaft, oder anderem Obst und Gemüse wird das in Pflanzen enthaltene Eisen besser vom Körper aufgenommen. Für eine ausreichende Versorgung mit Proteinen sind für Vegetarier Milchprodukte und Eier sowie Sojaprodukte und andere Fleischalternativen wie Seitan die erste Wahl. Doch auch pflanzliche Lebensmittel wie Getreide, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Spinat, Nüsse, Samen, Pilze und Petersilie sind wichtige Eiweißlieferanten.

Einzig Vitamin B12 kann von Pflanzen nicht gebildet werden, es kommt ausschließlich in Lebensmitteln tierischen Ursprungs vor. Vegetarier sollten daher entweder ausreichend Milchprodukte und Eier verzehren (der tägliche Bedarf kann z.B. mit 0,2 l Milch oder 2 Eiern gedeckt werden) oder das Vitamin über angereicherte Lebensmittel sowie – nach ärztlicher Beratung – anhand von Nahrungsergänzungsprodukten zu sich nehmen.

Wer isst was?
Wer vegetarisch lebt, verzehrt neben pflanzlichen Lebensmitteln ausschließlich Produkte, die vom lebenden Tier stammen. Die Ausprägungen und Formen der vegetarischen Ernährung können sich jedoch unterscheiden.
BEZEICHNUNG                 MEIDEN VON
Oco-Lakto-Vegetarisch       Fleisch und Fisch
Lakto-Vegetarisch                Fleisch, Fisch und Eier
Ovo-Vegetarisch                   Fleisch, Fisch & Milchprodukte
Vegan                                        vom Tier stammende Lebensmittel (Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier, Honig)

 

Wieviel wovon
Die wissenschaftlich fundierte Ernährungspyramide des VEBU hilft dabei, die Empfehlungen für eine gesundheitsfördernde vegetarische Ernährungsweise umzusetzen.
Besonders wichtige Lebensmittel (wie Wasser, Gemüse, Obst und Vollkornprodukte) stehen weiter unten und sollen häufiger verzehrt werden. Ernährungsphysiologisch weniger wertvolle Lebensmittel (wie Süßigkeiten, Snacks und Alkohol) bilden die Spitze der Pyramide und sollten sparsam verwendet oder weggelassen werden.
Verzehrempfehlungen
Wasser und andere alkoholfreie, kalorienarme Getränke: 1-2 l pro Tag
Gemüse: mindestens 400 g bzw. 3 Portionen pro Tag
Obst: mindestens 300 g bzw. 2 Portionen pro Tag
Getreide und Kartoffeln: etwa 2 bis 3 Mahlzeiten pro Tag (1 Portion entspricht z.B. 80 g Reis (roh), 50 g Vollkornbrot oder 250-300 g Kartoffeln)
Eiweißprodukte: 50-150 g pro Tag
Hülsenfrüchte: 1-2 Mahlzeiten pro Woche
Nüsse und Samen: 30-60 g pro Tag
Pflanzliche Öle und Fette: 2-4 EL pro Tag
Milchprodukte (optional): 0-250 g Milch bzw. Joghurt oder 0-50 g Käse pro Tag
Eier (optional): 0-2 Stück pro Woche
Snacks, Alkohol und Süßigkeiten: falls gewünscht, in Maßen

Weitere Infos: www.vebu.de
Laura Kathrein Müller

Entnommen aus: VF 04-16

Unter Volldampf vegetarisch fit

Unter Volldampf – Schonende Garmethoden

Frisches, knackiges Gemüse enthält jede Menge Vitamine und Mineralstoffe. Mit schonenden Garmethoden bleiben diese empfindlichen Vitalstoffe weitgehend erhalten. Ein weiteres Plus: Viel Geschmack, Biss und Farbe.

Für eine vitalstoffreiche und ausgewogene Ernährung ist als erstes natürlich die Auswahl der Lebensmittel entscheidend. Damit deren wertvolle Nährstoffe bis zum Verzehr erhalten bleiben, ist als nächstes eine schonende Zubereitung ausschlaggebend. In gegartem Essen stehen dem Körper viele Stoffe meist noch besser zur Verfügung und die Lebensmittel können gut verdaut werden. Wird jedoch das frische Gemüse in Flüssigkeit „tot“ gekocht, geht ein Großteil der Nährstoffe verloren. Grund dafür ist, dass die meisten Vitamine und Mineralstoffe nicht nur wasserlöslich, sondern auch empfindlich gegenüber Wärme, Licht und Sauerstoff sind. Besonders Vitamin C, Folsäure, Vitamin B1, Kalium und Magnesium sind kleine Sensibelchen. Dämpfen und Dünsten lassen die Lebensmittel schonend garen und die guten Inhaltsstoffe bleiben weitestgehend erhalten. Besonders wenn es schnell gehen muss, sind diese Garmethoden bestens geeignet, denn es braucht nur wenige Minuten, bis alles fertig ist. Durch die Schnelligkeit und die niedrigen Temperaturen wird zudem jede Menge Energie gespart. Das zahlt sich für den Geldbeutel aus – und auch die Umwelt wird geschont. Ein besonderer und gewollter Nebeneffekt des schonenden Garens ist zudem der Aromaerhalt.

DÄMPFEN HAT TRADITION

Die älteste Garmethode ist das Dämpfen. Schon die Asiaten garten ihre Lebensmittel unter Dampf in Bambuskörbchen. Heute gibt es weitere Varianten des Dämpfens. Spezielle Töpfe und Siebeinsetze ermöglichen auf dem Herd das Garen unter Dampf. Wichtig ist dabei, dass der Deckel die ganze Zeit verschlossen ist, damit der Dampf nicht entweichen kann. Ein neuer Trend sind integrierte Dampfbacköfen oder Dampfgargeräte in der Küchenzeile. Dabei können verschiedene Speisen zeitgleich gegart werden. Beim Dämpfen garen Gemüse, Obst, Kartoffeln und Teigwaren in einem Einsatz im Wasserdampf bei einer Temperatur von etwa 100 Grad und das in einem geschlossenen System. Der heiße Wasserdampf umhüllt das Gargut und kondensiert an dessen Oberfläche. Der Verlust der wichtigen Nährstoffe wird deutlich verringert. Die entstandene Flüssigkeit verhindert das Austrocknen und die Zellstruktur bleibt bestehen. Die Lebensmittel behalten Form, Farbe und Geschmack. Außerdem ist diese Methode fettarm und durch das intensive Aroma wird weniger Salz benötigt.

SCHONEND UMHÜLLT

Das Garen in einer Hülle ist eine besonders aromatische Möglichkeit des Dämpfens. Hierbei kommen verschiedene Zutaten in eine Hülle aus Alufolie, Bratfolie oder Pergamentpapier. Letzteres ist nicht nur die kostengünstigste und umweltfreundlichste Variante, sondern wirkt auf dem Teller auch noch sehr dekorativ. Mit etwas Fingergeschick lassen sich die Zutaten aber auch in große Kohl-, Wein oder Bananenblätter verpacken. Zum Verschließen eignet sich Küchengarn. Derart eingehüllt werden die Speisen besonders schmackhaft, zart und schonend gegart. Kommen noch aromatische Zutaten wie frische Kräuter, Knoblauch, Zitrone, Ingwer oder Orangenschale zum Einsatz, verbinden sich die einzelnen Aromen unter dem Dampf miteinander und verleihen dem Gargut einen herrlichen Geschmack.

Mein Tipp: Ich verpacke am liebsten Gemüse wie Fenchel mit Thymian, Zwiebeln, rosa Pfefferbeeren und Ziegenkäse in Pergament. Der leicht nussig-schmeckende Fenchel verbindet sich köstlich mit dem aromatischen Thymian, der pikanten Zwiebel, den bitter-süßlich schmeckenden rosa Pfefferbeeren und dem cremigen Ziegenkäse. Nicht nur für den Gaumen, auch für das Auge ist das ein Gedicht. Das Päckchen landet zum Garen in dem auf etwa 160 Grad vorgeheizten Backofen. Je nachdem was drin steckt, beträgt die Garzeit etwa 10 bis 20 Minuten. Bei meinem Lieblingspaket dauert es etwa 10 Minuten bis zum Genuss.

IM DUNSTKREIS

Neben dem Dämpfen ist das Dünsten eine weitere Methode, um Nährstoffe, Geschmack, Farbe und Form der Lebensmittel zu erhalten. Hierbei wird das Gargut mit einer kleinen Menge Flüssigkeit mit etwas Fett bei ca. 100 Grad im eigenen Saft gegart. Auch dabei ist es wichtig, dass der Deckel die entstehenden Dämpfe kondensieren lässt und Gemüse, Tofu, Obst und Kartoffeln schonend garen. Sehr beliebt ist das Dünsten im Wok. Klein geschnittenes Gemüse, Tofu und Süßkartoffeln werden kurz erhitzt und pfannengerührt gegart. Begonnen werden sollte dabei immer mit den Lebensmitteln, die die längste Zeit benötigen. Fertiggegartes kann einfach an den Rand gelegt werden, deshalb ist der Wok oben auch so weit geöffnet. Wichtig ist, ein hitzestabiles Öl wie Kokos-, Raps oder Olivenöl zu verwenden.

Iris Lange-Fricke

Entnommen aus: VF 3-16

Baobab

Baobab: Das Beste vom Affenbrotbaum

Viele Mythen umgeben den größten Baum der afrikanischen Savanne: Baobab, den wir auch als Affenbrotbaum kennen. Und nicht ohne Grund wird dieser Gigant auch als „Baum des Lebens“ bezeichnet und als echtes Superfood gehandelt.

Der in Afrika beheimatete Baobab-Baum, dessen Äste bis zu 30 Meter in die Höhe wachsen, gehört zu den größten Bäumen auf unserem Planeten und kann bis zu 2.000 Jahre alt werden. Der Name Baobab wurde aus dem Arabischen „bu hibab“ abgeleitet, was so viel bedeutet wie „Frucht mit vielen Samen“. Sowohl die Rinde, die Blätter als auch die Frucht mit den Samen des Baumes werden verarbeitet. Unzählige Mythen und Märchen ranken sich um den sogenannten „Baum des Lebens“. So nutzen Afrikaner seit Jahrhunderten fast alle Teile des Affenbrotbaumes zur Herstellung von Medizin, die unter anderem bei Malaria, Fieber, Zahnschmerzen sowie Beschwerden des Magen-Darm-Traktes helfen soll. Berichten zu Folge soll es rund um einen Baobab-Baum sogar weniger Krankheiten und Epidemien geben.

Was steckt drin?

Insbesondere die eierförmige Baobab-Frucht wird viel genutzt. Sie ist außerordentlich nahrhaft und etwa so groß wie eine Kokosnuss. Die Frucht besitzt durch den hohen Vitamin-C-Gehalt eine säuerliche Geschmacksnote. In der braunen, harten Schote befinden sich helle, sehnige Fasern mit einem hellbeigen bis weißen und harten Fruchtfleisch, in dem sich die ölreichen, braunen Samen verstecken. Die nach unten hängenden Früchte trocknen direkt am Baum und werden daher schon getrocknet geerntet. So kann man sich bei der Pulverherstellung einen Arbeitsschritt sparen. Dabei werden die Schoten aufgebrochen, Samen und Schale entfernt und das Fruchtfleisch gemahlen. Die Samen werden ebenfalls zu Pulver verarbeitet oder das Öl ausgepresst.

Die Afrikaner verwenden darüber hinaus die Blätter als Gemüse und Gewürz. Bei uns wird im Reformhaus, Bio-Laden oder Online-Handel hauptsächlich das gemahlene Fruchtfleisch als Pulver angeboten. Die Früchte sind echte Superfoods und reich an Polyphenolen, das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ, entzündungshemmend und krebsvorbeugend wirken. Der Gehalt an Antioxidantien soll sogar höher als der von Acai- oder Goji-Beeren sein. Zudem enthält Baobab einen hohen Vitamin-C-Gehalt sowie die Mineralstoffe Kalzium und Eisen. Und das Beste: Baobab macht satt. Durch die enthaltenen Ballaststoffe hat man weniger Hungergefühl und eine längere Sättigung bei wenig Kalorien. Darüber hinaus wirkt der hohe Ballaststoffgehalt präbiotisch und somit verdauungsfördernd sowie gegen Darmbeschwerden.

Baobab in der Küche

In Pulverform lässt sich das Baobab-Fruchtfleisch sehr vielfältig in den täglichen Speiseplan integrieren. Mit seinem fruchtig-herben und süß-säuerlichen Geschmack verleiht es Wasser oder Fruchtsäften den letzten Pfiff. Es kann aber auch in den Smoothie, Joghurt, Dessert oder Fruchtaufstrich sowie in eine Suppe oder ein Dressing eingerührt werden. Der hohe Pektin-Gehalt der Frucht eignet sich zudem besonders gut als natürliches Verdickungs- und Bindemittel. So kann in Anteilen das Baobabpulver auch für Kuchen- und Gebäckteig verwendet werden und den Ballaststoffgehalt erhöhen.

FARBENFROHER PROZESS: Etwa so groß wie eine Kokosnuss, verändert die Frucht des Affenbrotbaums ihre Farbe während der Reifezeit von grünlich bis hin zu gelb oder graubraun.

 

Iris Lange-Fricke

Beitrag entnommen aus: VF 06-15

Natürliche Hilfe - Heilmittel VF0515 800x600

Natürliche Hilfe – Heilmittel aus der Natur

Es muss nicht immer Chemie sein: Die Natur bietet viele Heilmittel, die uns bei unterschiedlichen Beschwerden Linderung verschaffen und sogar meistens ohne Nebenwirkungen auskommen.

Grippe

Das ständig wechselnde Wetter macht uns in diesem Jahr besonders anfällig für Grippe-Erkrankungen. Wen es erwischt, der kann sich mit Heilpflanzen mit einem hohen Anteil an ätherischen Ölen, Saponinen oder Schleimstoffen helfen. Bei festsitzendem Schleim können Thymian, Anis, Fenchel oder Kamille Wunder bewirken.

Die darin enthaltenen ätherischen Öle wirken desinfizierend, sekret- und auswurffördernd sowie entkrampfend.

Oft reicht es schon aus, mit den Heilpflanzen zu inhalieren. Für eine stärkere Wirkung gibt es Thymian auch als Frischpflanzenpresssaft, der einen besonders hohen Anteil an Wirkstoffen enthält. Bei starkem Hustenreiz bzw. Reizhusten können Huflattich, Spitzwegerich und Isländisch Moos Linderung verschaffen. Die darin enthaltenen Schleimstoffe bewirken eine Hustenreizmilderung. Bei Fieber sowie Muskel oder Gelenkschmerzen ist ein Lindenblüten- oder Holunderblütentee bzw. -saft empfehlenswert, der am besten kurz vor dem Einschlafen zusammen mit Vitamin C getrunkten werden sollte.

Geschwollene Beine

Bei schweren und geschwollenen Beinen helfen Rosskastaniensamen (am Besten als Gel oder Creme) und Mäusedorn sehr gut. Sie enthalten Saponine, die laut dem deutschen Arzneibuch ödemhemmend und venenstärkend sind. Das in Rosskastanien enthaltene Aescin (ein Gemisch aus Saponinen) kann wunderbar durch die Haut aufgenommen werden und hat zudem einen kühlenden Effekt. Tipp: Bewahren Sie das Gel oder die Creme im Kühlschrank auf, dann ist der kühlende Effekt noch stärker.

Muskel- und Gelenkschmerzen

Bei Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie Schwellungen, Zerrungen oder Prellungen ist Arnika eine Allzweckwaffe. Die Hauptwirkstoffe sind Sesquiterpene. Terpene sind Hauptbestandteile der in Pflanzen produzierten ätherischen Öle. Neben Arnika hilft auch Beinwell bei Muskelbeschwerden. Beinwell beinhaltet verschiedene Wirkstoffe wie Phytosterine oder Schleimstoffe, wirkt entzündungshemmend und beschleunigt ähnlich wie Arnika die Wundheilung. Tipp: Wickeln Sie bei Gelenkbeschwerden kleingehackte Birkenblätter samt Saft in ein Tuch ein und legen Sie dieses auf das schmerzende Gelenk – auch das verschafft Linderung.

Wichtig: Zwar können auch selbst gesammelte Heilkräuter verwendet werden, jedoch ist dann nicht sicher gestellt, dass diese auch eine entsprechende Menge an arzneilichen Wirkstoffen enthalten. Deshalb ist es empfehlenswert, die Kräuter in der Apotheke, im Reformhaus oder im Drogeriemarkt zu kaufen. Diese Präparate müssen die vom Gesetzgeber im deutschen oder europäischen Arzneibuch festgelegte Wirkstoffmenge enthalten.

Monique Proske

Beitrag entnommen aus: VF 05-15

Foto: Dirk Bartling

„In der Küche bin ich eine Perfektionistin“: Interview mit Marion Kracht

Wir alle kennen sie aus ‚Diese Drombuschs“, ‚Hallo Robbie‘ oder dem ‚Traumschiff‘ – Marion Kracht zählt zu Deutschlands beliebtesten Schauspielerinnen. Was viele nicht wissen: Privat ist die 52-Jährige nicht nur eine leidenschaftliche Köchin, sondern auch eine überzeugte Vegetarierin. Ein Gespräch über fleischlose Kost, ferne Länder und vegane Mode.

Marion Kracht, was kommt bei Ihnen nach einem anstrengenden Drehtag auf den Tisch?

Am liebsten leichte Küche, die aber dennoch sättigend und stärkend ist. Wenn der Tag sehr anstrengend war, setze ich natürlich auf Kohlenhydrate wie Nudeln. Aber ich liebe auch Reis. Der darf dann gerne in Kombination mit etwas Asiatischem sein.

Als Schauspielerin sind Sie viel unterwegs. Ist es – vor allem im Ausland – manchmal immer noch schwer, eine entsprechende Auswahl an vegetarischer Kost zu finden?

Nein, eigentlich nicht. Ich hatte bislang eigentlich nur Probleme in Ländern wie Rumänien und Namibia. Dort konnte ich mich nur sehr einseitig ernähren.

In Ihrem aktuell erschienenen Kochbuch wimmelt es nur so von internationalen Spezialitäten. Was fasziniert Sie an den Küchen dieser Welt?

Ich bin grundsätzlich ein sehr neugieriger Mensch und probiere gerne Neues aus. Dazu gehört natürlich auch die Küche in fremden Ländern. Dort sammle ich immer viele Inspirationen und freue mich jedes Mal aufs Neue über die Vielfalt der Gerichte und Gaumenfreuden. Gerade die asiatische Küche hat es mir sehr angetan, denn da gibt es viele vegetarische Variationen.

Wie kam es dazu, dass Sie eigene Rezepte kreieren?

Das ist ganz einfach: Ich liebe es einfach zu kochen und gut zu essen. Mein erstes Rezept habe ich entwickelt, da war ich acht Jahre alt. Leider gab es das Gericht schon, was mich damals sehr getroffen hat. Das hat mich aber nicht daran gehindert, weiterhin mit viel Spaß und Liebe gutes Essen auf den Tisch zu zaubern. Meine Meisterin war ganz klar meine utter, die mich in die Welt des guten Geschmacks eingeführt hat. Dazu habe ich mich auf meinen vielen privaten und beruflichen Reisen immer wieder inspirieren lassen. So bedarf es oft beispielsweise nur einiger kleiner Veränderungen der Zutaten, um aus einem Gericht, das Fisch oder Fleisch enthält, ein tolles vegetarisches oder sogar veganes zu entwickeln.

Hand aufs Herz: Funktioniert ein neues Rezept bei Ihnen auf Anhieb?

Die meisten Dinge klappen natürlich nicht sofort. Zu einem guten Rezept gehört es, daran so lange zu feilen, bis es perfekt ist. In der Küche bin ich eine echte Perfektionistin, obwohl meine Söhne vor allen Dingen auch meine Improvisations-Küche lieben.

Wann haben Sie sich entschieden, vegetarisch zu leben?

Bei einem Aufenthalt 1989 in Indien habe ich zunächst aus der Not heraus die Entscheidung getroffen, kein Fleisch zu essen, nachdem ich gesehen habe, wie die Inder damit umgehen. In dieser Zeit habe ich die vegetarische Ernährung für mich entdeckt, sie schätzen und lieben gelernt und bin dabei geblieben.

Welche Beweggründe waren für Sie entscheidend?

Damals in Indien war es zunächst in erster Linie der Grund, auf dieser Reise gesund bleiben zu wollen. In der Folgezeit habe ich mich dann aber intensiv mit der vegetarischen Ernährung beschäftigt. Stichworte sind sicherlich die Massentierhaltung und auch die Ausbeutung der Tiere. Ich wollte nicht mehr, dass Tiere für mich sterben. Außerdem, das wissen viele Menschen leider nicht, ist Vegetarismus aktiver Klimaschutz.

Was geht in Ihnen vor, wenn Ihr Tischnachbar sich ein Steak bestellt?

Ich denke: Der Arme (lacht). Nein, Spaß beiseite: Ich verurteile niemanden und bin auch kein Hardcore-Vegetarier, der Menschen bekehren will. Jeder ist seines Glückes Schmied und muss sein Handeln letzten Endes mit seinem Gewissen ausmachen.

Sie setzen sich für ein bewusstes Leben und einen schonenden Umgang mit Ressourcen ein. Was kann jeder von uns tun?

Jeder kann etwas tun – und selbst mit Kleinigkeiten viel bewirken. Beispiel Wasser: Wenn ich mich einseife, schalte ich das Duschwasser ab. Beim Zähneputzen ebenso. Ich trenne Müll. Ich nehme für kurze Wege das Fahrrad und lasse das Auto stehen. Ich gehe bewusst einkaufen: regional, saisonal, wenn möglich bio. Und man sollte sich fragen, ob Fleisch und Fisch wirklich sein müssen und wenn ja, in welchen Mengen. Und auch bei Kosmetik und Kleidung gilt es, einen genauen Blick darauf zu werfen, was in der Einkaufstüte landet: Womit und unter welchen Bedingungen wurde etwas produziert? Ich kaufe mir zum Beispiel lieber ein gutes, biologisch korrekt produziertes T-Shirt, als drei ‚schlechte‘. Viele sagen dann: Das ist doch alles viel teurer. Aber muss ich wirklich 15 verschiedene T-Shirts im Schrank liegen haben? Ich finde: Lieber ein paar ausgewählte Teile, die dafür aber von guter Qualität. Unsere Überflussgesellschaft muss umdenken.

Als Schauspielerin schlüpfen Sie ständig in neue Rollen und haben so ganz automatisch viel mit Mode zu tun. Für „Lana“ haben Sie nun für die kommende Herbst-/Wintersaison eine eigene Kollektion entworfen. Wie ist die Idee für diese vegane Modelinie gereift?

Die meisten Menschen haben zwar ein Bewusstsein für das, was auf ihrem Teller landet, aber nicht für das, was sie auf ihrer Haut tragen. Ich wollte mit meinem Kochbuch und meiner Mode eine Ganzheitlichkeit darstellen. Sozusagen von Kopf bis Fuß. Das ist auch die konsequente Fortsetzung meiner Philosophie, so gesund und ökologisch wertvoll zu leben, wie möglich. Wir haben schließlich sowohl eine Verantwortung gegenüber den Menschen, die unsere Mode herstellen, als auch gegenüber der Natur. ‚Nachhaltigkeit‘ und ‚organic‘ sind hier wichtige Stichpunkte. Tierisches in Mode muss heutzutage nicht mehr sein. Früher waren Wolle und Leder wichtig zum Überleben. Heute braucht man kein Leder mehr. Und eine dicht gewobene Baumwolle kann genauso warm halten wie Wolle. Und so sind wir auch bei den Farben konsequent geblieben und nutzen nichts von tierischer Herkunft. Das war mir sehr wichtig.

Kochbuch, Modelinie … was hat Marion Kracht als nächstes vor?

Ich bin für alles offen. Es sind schon einige Ideen in der Pipeline, die noch kanalisiert werden müssen. Aber immer eines nach dem anderen.

Interview: Laura Kathrein Müller

 

Beitrag entnommen aus: VF 04-15

Sprossen vegetarisch fit

Sprossen selber ziehen: Frisches von der Fensterbank

Das ist wirklich kinderleicht: Mit nichts weiter als Wasser werden aus kleinen Samen innerhalb weniger Tage knackig-frische Sprossen, mit denen Sie Ihre Ernährung aufwerten können.

Sie sind klein, unscheinbar und doch supergesund. Sprossen werten mit ihrem Reichtum an Vitaminen, Mineralstoffen, Enzymen und aktiven Antioxidantien jede Mahlzeit auf. Und das ist nicht neu: Schon vor rund 5000 Jahren haben die Chinesen Sojabohnen in Form von Sprossen gegessen. Und es gibt sogar Geschichten aus vergangenen Zeiten, dass Keimlinge Menschen vor dem Verhungern gerettet haben. Da viele Vitamine und Enzyme erst während des Keimvorgangs gebildet werden, übertreffen die Sprossen mit ihrem Gehalt an biologischen Wirkstoffen die ursprünglichen Samenkörner um ein Vielfaches. Zudem sind sie ausgezeichnete Quellen für Kalzium, Magnesium, Kalium, Phosphor und Zink und liefern hochwertiges Eiweiß. Kohlenhydrate werden während des Keimens ständig ab- und umgebaut, darunter auch diejenigen, die für Blähungen verantwortlich gemacht werden. Daher sind fast alle Keimlinge im Vergleich zu Körnern, Samen und Hülsenfrüchten bekömmlicher.

Zuhause züchten

Theoretisch kann jeder Samen zum Keimen gebracht werden, vorausgesetzt, das Saatgut ist chemisch unbehandelt. Deshalb sollte man beim Einkauf auf diese Angabe achten. Beliebte Getreidesorten für die Sprossenzucht sind Weizen, Roggen, Gerste, Hirse und Hafer oder Amaranth und Quinoa. Von den Hülsenfrüchten sind Erbsen, Kichererbsen, Linsen, Mungo- und Sojabohnen gut zum Keimen geeignet. Bei den Öl- und anderen Saaten sind es vor allem Alfalfa, Bockshornklee, Leinsamen, Kresse, Radieschen, Rettich und Senf.

Je nach Sorte müssen die Samen vorab entsprechend lange eingeweicht werden. Anschließend muss das Saatgut mit frischem Wasser abgespült und nach dem Abtropfen in ein entsprechendes Gefäß gefüllt werden. Als Keimgefäß eigenen sich Keimschalen, Keimgläser und sogenannte Keimgärten, wenn man gleichzeitig verschiedene Sprossen züchten möchte. Für die nächsten Tage sollte die Saat an einem hellen Ort platziert werden, damit sie dort bei Zimmertemperatur keimen kann. Besonders gut eignen sich dafür Fensterbänke, die nicht unbedingt einer permanenten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Wichtig ist, dass die Samen regelmäßig – je nach Sorte bis zu viermal täglich – gespült werden. Wiederum abhängig von der Sorte können die Sprossen nach 2 bis 8 Tagen geerntet werden. Jetzt nur noch einmal kurz abbrausen und genießen. Sprossen sind ideale Begleiter für Salate, Suppen und grüne Smoothies oder einfach pur genossen ein leckerer Snack für zwischendurch. Sie können aber auch gedünsteten Mahlzeiten wie Reisgerichten oder Getreideeintöpfen den letzten Pfiff verleihen.

Hygiene ist das oberste Gebot

2011 gab es wochenlang keine Sprossen in Supermärkten oder Restaurants. Grund dafür waren Erkrankungen aufgrund des EHEC-Keimes. Der Auslöser waren damals verseuchte Bockshornklee-Saaten und daraus gezogene Sprossen. Obwohl das Bundesinstitut für Risikobewertung längst Entwarnung gegeben hat, ist eine gewisse Verunsicherung gegenüber Keinem bei den Verbrauchern bis heute geblieben. Das muss aber nicht sein: Wer ein paar kleine Regeln einhält, kann Sprossen sorgenfrei genießen. Achten Sie bei der eigenen Züchtung auf die Hygiene und einen möglichen Schimmelbefall. Bei Ware aus den Supermärkten sollten Sie ein besonderes Augenmerk auf die Frische des Produktes haben und die Sprossen vor dem Verzehr unbedingt abspülen. Und in Sachen Aufbewahrung gilt: Fertige Sprossen, egal ob selbst gezogen oder gekauft, gehören grundsätzlich immer in den Kühlschrank.

Expertin

Monique ProskeUnsere Autorin Monique Proske arbeitet als Ernährungs- und Logi-Beraterin sowie Nordic Walking- und Personal-Trainerin. Sie hat Haushalts- und Ernährungswissenschaften studiert und zudem Aus- und Weiterbildungen im Bereich Sport absolviert.

 

 

Beitrag entnommen aus: VF 04-15

Soja

So gesund ist Soja – Vielfältige Hülsenfrucht

Vegetarier und Veganer lieben Tofu oder Nudeln mit Soja-Bolognese. Allerdings sind die aus der Sojabohne gewonnenen Produkte nicht unumstritten. Wir zeigen, warum ein moderater Konsum absolut unbedenklich ist.

Soja steht für Sojabohnen. Und diese gehören in Asien seit Jahrhunderten zur täglichen Ernährung. Aufgrund ihres hohen Eiweißgehaltes werden sie dort sogar als „Fleisch des Feldes“ bezeichnet. Das Plus: Im Gegensatz zu Fleisch enthält Soja kein Cholesterin und kaum gesättigte Fettsäuren. Zu den Hülsen früchten gehörend, sind die Bohnen zudem reich an B-Vitaminen, Vitamin E, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Kalzium, Folsäure und Selen. Hinzu kommen wichtige Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Zink. Die vielen guten Inhaltsstoffe der Sojabohne, die gegart oder in Soja-Produkte verarbeitet auf unseren Tellern landen, können sich positiv auf die Gesundheit auswirken. So gibt es Hinweise darauf, dass eine sojareiche Ernährung das Osteoporoserisiko verringern kann. Des Weiteren kann Soja verdauungsfördernd und blutfettsenkend wirken.

Verschiedene Studien belegen sogar, dass Soja gut fürs Herz, in den Wechseljahren und für verschiedene Krebsarten sein kann. In diesem Zusammenhang spielen die zu einer Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe gehörenden Isoflavone eine große Rolle, die in ihrer Struktur den menschlichen Östrogenen ähnlich sind. Die mengenmäßig wichtigsten Isoflavone in der Sojabohne sind Genistein, Daidzein und Glycitein. Bis heute ist jedoch nicht geklärt, ob isolierte Isoflavone tatsächlich die versprochenen Effekte erzielen können. Inzwischen wird sogar von gegenteiligen Wirkungen berichtet. So ist zum Beispiel nicht erwiesen, ob Soja das Wachstum von Brustkrebszellen eher anregt oder dabei hilft, diese zu bekämpfen. Wegen ihrer östrogenen Wirkung bestand lange Zeit die Sorge, dass Isoflavone das Wachstum von Brustkrebszellen fördern könnten. Neue Humanstudien stimmen hingegen optimistisch: Hier gab es keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko, auch nicht bei Brustkrebs-Patientinnen.

Säuglinge sollten Soja meiden

Das Gute vorweg: Wer Soja mag, muss in der Regel keine Bedenken haben, wenn er es in Maßen verzehrt. Es gibt jedoch Menschen, die Soja und daraus hergestellte Produkte besser meiden sollten. Besonders Säuglinge sollten laut Bundesforschungsinstitut für Risikobewertung (BfR) – außer bei medizinischer Indikation – auf Sojanahrung verzichten. Bislang ist noch nicht ausreichend geklärt, welche Auswirkung die hohe Menge an Isoflavonen auf einen sich entwickelnden Organismus hat. Darüber hinaus hat Soja ein starkes Allergiepotential. Grundsätzlich vertragen die meisten Menschen Soja gut, nur etwa etwa drei bis fünf Prozent der Deutschen sind gegenüber Soja sensibilisiert. Doch was die Wenigsten wissen: Auch Birkenpollenallergiker müssen aufpassen. Da ein Soja-Eiweiß dem Allergen von Birkenpollen ähnelt, kann eine sogenannte Kreuzallergie auftreten. Betroffene leiden dann an den typischen Symptomen einer Allergie, die von harmlosem Juckreiz über Hautausschläge und Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu schweren allergischen Reaktionen reichen.

 

Monique ProskeExpertin

Unsere Autorin Monique Proske arbeitet als Ernährungs- und Logi-Beraterin sowie Nordic Walking- und Personal-Trainerin. Sie hat Haushalts- und Ernährungswissenschaften studiert und zudem Aus- und Weiterbildungen im Bereich Sport absolviert.

 

 Entnommen aus: VF 3-15

Blutdruckmessgerät shutterstock

Bluthochdruck natürlich senken

Mit rund 40 Prozent sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit Abstand die häufigste Todesursache in Deutschland. Den Fortschritten bei der medikamentösen und interventionellen Therapie stehen Risikofaktoren wie eine unausgewogene Ernährung, Bewegungsmangel und Stress gegenüber. Denn statt sich allein auf die Pharmazie zu verlassen, sollten Betroffene ihren Lebenswandel überdenken und ihr Problem selbst in Angriff nehmen.

Es gibt Trends, die verschwinden genauso schnell vom Markt, wie sie gekommen sind. Und dann gibt es wiederum welche, die sich fest etablieren, wie z.B. die vegane Ernährung oder Superfoods. Letztere sind aktuell durch die CORONA-Studie, die u.a. die Wirkung von Superfoods auf den Bluthochdruck untersucht, in aller Munde. Bluthochdruck, auch Hypertonie genannt, gehört zu den größten Gesundheitsgefahren unserer Zeit und bezeichnet eine Gefäßerkrankung, bei der der Druck, den das Blut bei jedem Herzschlag auf die Gefäße ausübt, zu hoch ist.

Damit steigt das Risiko für einen Schlaganfall, einen Herzinfarkt oder andere Gefäßerkrankungen. Das Tückische ist, dass Bluthochdruck oft lange unentdeckt bleibt. Er ist unsichtbar und tut nicht weh. Oft wird er erst spürbar, wenn er die absolute Gefahrenzone erreicht. Dann sind Herz, Nieren, Augen und Gehirn in Gefahr. Aufgrund dessen werden Patienten, bei denen ein erhöhter Blutdruck diagnostiziert wird, relativ schnell Medikamente verschrieben. Nicht selten haben solche Medikamente allerdings unangenehme Nebenwirkungen.

Superfoods wirken sich positiv aus

Eine fachliche Definition für den Begriff Superfoods gibt es nicht. Allgemein werden unter dem Begriff Superfoods Lebensmittel zusammengefasst, die einen überdurchschnittlich hohen Anteil an gesunden Nährstoffen haben und sich – auch schon bei kleinen Mengen – positiv auf die Gesundheit auswirken. Zu ihnen zählen z.B. Chiasamen, Weizen- oder Gerstengras, Aronia- oder Gojibeeren, Kokosöl, dunkle Schokolade oder grüne Smoothies. In der dreijährigen CORONA-Studie des Emanuel-Krankenhauses in Berlin werden u.a. die Auswirkungen einer gesunden Ernährung mit vielen Superfoods auf den Bluthochdruck untersucht. Den Studienteilnehmern werden neben einer ausgewogenen Ernährung folgende Superfoods empfohlen: Walnüsse, Mandeln, Lein- und Olivenöl, Rote Bete- oder Roter Trauben-Saft, dunkle Schokolade, Hibiskus- oder grüner Tee. Bei diesen Lebensmitteln gibt es keinen gemeinsamen Inhaltsstoff, der sich auf den Bluthochdruck auswirkt, sondern jeder hat seinen eigenen.

Beim Rote Bete-Saft erfolgt die Senkung z.B. aufgrund des enthaltenen Nitrats, das nach neuesten Untersuchungen die Gefäße elastischer hält und sich somit positiv auf den Blutdruck auswirkt. Walnüsse oder Leinöl haben einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren, die Entzündungen in den Gefäßen reduzieren, und können so eine Verbesserung des Blutdrucks erreichen. Die Wissenschaftler der CORONA-Studie empfehlen eine Kombination aus verschiedenen Superfoods und diese sollten regelmäßig über einen längeren Zeitraum in den Tagesplan eingebaut werden: zum Beispiel morgens eine Tasse grünen Tee, mittags Salat mit 1-2 EL Olivenöl angemacht und abends ein Glas Rote Bete-Saft. Gleichzeitig raten die Experten, generell mehr Bewegung und Entspannung in den Alltag zu integrieren und den Alltagsstress zu reduzieren. Erste Ergebnisse zeigen, dass Patienten ihre Blutdruckmedikamente absetzen konnten und sich ihr Blutdruck dank der Superfoods normalisiert hat.

[caption id="attachment_1793" align="alignleft" width="81"]Monique Proske Monique Proske[/caption]

Expertin: Unsere Autorin Monique Proske arbeitet als Ernährungs- und Logi-Beraterin sowie Nordic Walking- und Personal-Trainerin. Sie hat Haushalts- und Ernährungswissenschaften studiert und zudem Aus- und Weiterbildungen im Bereich Sport absolviert.

 

 

Entnommen aus: VF 2-15