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Portulak: Vergessenes Gemüse

Portulak

Portulak: Vergessenes Gemüse

Portulak: Vergessenes Gemüse: Portulak zählt zum ersten essbaren Grün, das im Frühling im Freiland gedeiht. Erfrischend, nussig und leicht säuerlich im Geschmack, überzeugen die zarten Blättermit dem langen dünnen Stielen mit jeder Menge Vitamin-Power.

Das einjährige Blattgemüse Winterportulak, auch als Tellerkraut, Postelein oder Kubaspinat bezeichnet, stammt ursprünglich aus Vorderasien und Nordamerika. Schon die alten Ägypter und Griechen schätzten das grüne Gewächs als Gemüse und Heilpflanze. Im Mittelalter bauten die Europäer die Pflanze an, die im Laufe der Zeit bei uns in Vergessenheit geraten ist. Heute wird Portulak nur sehr selten angebaut, meist kommt er aus den Niederlanden, Belgien oder Frankreich. Besonders im Bio-Laden, auf dem Wochenmarkt und in der Öko-Abo-Kiste sind die zarten Blätter zu finden. Der Winterportulak hat zarte, grün bis goldgelb gefärbte und tellerförmige Blätter mit einem langen Stiel. Die Blätter des Sommerportulak sind eher fleischig verdickte, eierförmige Blätter. Er schmeckt erfrischend, leicht säuerlich und mineralisch.

Inhaltsstoffe und Gesundheit

Portulak enthält besonders viel Vitamin C. Schon 100 Gramm davon enthalten ca. 58 Milligramm von dem antioxidativ wirkenden Vitamin. Darüber hinaus sind die Blätter reich an Vitaminen der B-Gruppe sowie den Mineralstoffen Eisen, Magnesium und Kalzium. Als gesundes i-Tüpfelchen sind zudem jede Menge ß-Carotin und langkettige Fettsäuren enthalten. Ein Tee aus Portulakblättern kann bei Beschwerden der Blasen und Nieren sowie bei Kopfschmerzen helfen. Außerdem wirkt Portulak blutreinigend, harntreibend und hilft bei Darmbeschwerden oder Sodbrennen.

Einkauf und Lagerung

Im Winter wächst der Winterportulak im Gewächshaus und kann auch mal Frost abhaben. Der Sommerportulak wird im Freiland angebaut und kommt in den wärmeren Monaten auf den Wochenmarkt. Die Blätter sollten beim Einkauf saftig aussehen und die Stiele feucht und knackig sein. Das Gemüse ist empfindlich und nur kurz lagerfähig. Am wohlsten fühlt sich Portulak im Gemüsefach bei 0 bis 1 Grad. Eingewickelt in einem feuchten Tuch bleibt er so drei bis vier Tage frisch.

Roher Genuss

Portulak schmeckt am besten roh und muss, wie Feldsalat oder Spinat, vorbereitet werden: Einfach Stielenden putzen, vorsichtig abspülen und trocken schütteln. Er kann zu Salat, Pesto oder einem Smoothie verarbeitet werden. Besonders lecker mundet er zudem klein gehackt als Dip mit Quark oder pürierten Cashewkernen. Aber auch gegart sind die Blätter schmackhaft. Dabei sollten sie nur ganz kurz, wie Spinat, blanchiert und als Suppe, Sauce oder Beilage serviert werden. Übrigens: Die jungen Portulakblätter haben einen feinen Salzgeschmack. Daher braucht man sie beim Zubereiten nur wenig zu würzen.

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Iris Lange-Fricke

Entnommen aus: VF 2-16