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Organic Artichokes on  rustic wooden board

Foto: AdobeStock_Daniel Vincek

Allroundtalent aus dem Süden

Die Artischocke gilt als Delikatesse und Heilpflanze. Von ihrem besonderen Geschmack und ihren positiven Eigenschaften können wir das ganze Jahr über profitieren.

Brokkoli und Blumenkohl sind hierzulande bekannt – doch die Artischocke fristet immer noch ein Schattendasein. Dabei ist sie genau wie die anderen beiden Gemüsesorten eine distelartige Pflanze und gehört zur Familie der Korbblütler. Die Heimat der Artischocke ist der östliche Mittelmeerraum, aber in welchem Land die Artischocke genau ihren Ursprung hat und seit wann es sie überhaupt gibt, ist nicht bekannt. Eins steht jedoch fest: Bereits die Ägypter und Römer schätzten ihren Geschmack und ihre heilende Wirkung. Allgemein gilt die Artischocke als Delikatesse, die weltweit angebaut werden kann. Sie gedeiht überall dort, wo mildes Klima herrscht, da sie frostempfindlich ist und die Wärme liebt. In Europa wird die Artischocke in Italien, Spanien oder Frankreich angebaut. Auch in Deutschland können Artischocken angepflanzt werden, auch wenn die Gegebenheiten nicht optimal sind. Im Handel sind Artischocken das ganze Jahr über erhältlich, da sie in den Anbauländern zu unterschiedlichen Zeiten geerntet werden. In den Monaten Oktober bis Juli kommen die bei uns erhältlichen Artischocken vorwiegend aus Italien und Spanien und von April bis Dezember meistens aus Frankreich. Die kleinen, jungen Artischocken sind bereits im Frühling auf dem Markt erhältlich und gelten als Delikatesse. Das Besondere an ihnen ist ihr intensiver und kräftiger Geschmack sowie die Tatsache, dass sie ohne große Verarbeitung und inklusive ihres Stiels gekocht oder gebraten -werden können.

Vielfalt an Sorten

Grundsätzlich existieren mehrere Sorten der Artischocke, deren Blätter sortenabhängig grün oder violett verfärbt sind. Im Allgemeinen werden Artischocken je nach Anbaugebiet nach Form, Farbe und Größe unterschieden. Es gibt Sorten mit rundem, zylindrischem oder oval geformtem Blütenkopf. Die Form des Blütenkopfs ist entscheidend für die Größe des fleischigen -Blütenbodens. Da die runden Sorten den größten aufweisen, sind diese bei uns beliebter als die anderen beiden -Formen. Die Blätter der Artischocke -liegen dachziegelartig übereinander. An ihrem unteren Ende weisen sie -fleischige, essbare Verdickungen auf. In geöffnetem Zustand leuchtet der Blütenstand der Artischocke intensiv. Eine einzelne -Artischocke wiegt bis zu 500 Gramm und kann 12 bis 13 Zentimeter groß werden. Die Artischockenpflanze kann eine Höhe von bis zu zwei Metern erreichen. Die Knospen werden in geschlossenem -Zustand geerntet.

Es sollte darauf geachtet werden, dass die Artischocke sich fest anfühlt und schwer in der Hand liegt. Dabei sollten die Außenblätter nicht verfärbt und eingetrocknet sein, da dies ein Zeichen für eine falsche Lagerung ist. Ein wichtiges Indiz ist der Stiel der Artischocke. Dieser gilt als Wasserspender für die Knospe. Je länger der Stiel, desto länger bleibt die Artischocke frisch. Grundsätzlich neigt die Artischocke schnell zum Austrocknen, weshalb sie im Idealfall am Kauftag zubereitet werden sollte. In ein feuchtes Tuch gewickelt, hält sie sich aber auch wenige Tage im Gemüsefach.

Kulinarischer Genuß

In der Küche ist die Artischocke ein wahres Allroundtalent und sehr vielseitig einsetzbar. Durch ihren aromatischen, süßlichen bis leicht herben Geschmack verfeinert sie die meisten Gerichte. Dabei gelten die Blätter im Vergleich zu den Artischockenherzen als milder im Geschmack. Die Artischocke kann gekocht, frittiert oder gebraten zubereitet werden. Besonders gut passt sie zu Fleisch, anderen Gemüsesorten, Nudeln und Kartoffeln. Auch als Belag auf Pizza oder als -Bestandteil einer Tarte ist sie sehr beliebt. Die Blätter eignen sich gut als Vorspeise, wenn sie zusammen mit Dips serviert werden. Darüber hinaus können junge Artischocken auch in rohem Zustand mit etwas Olivenöl oder in Salaten verzehrt werden.

Svenja Humme

Entnommen aus vegetarisch fit Ausgabe 04/2019