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Erdbeeren - rot, süß und gesund

Erdbeeren – EVERYBODY’S DARLING

Im Frühsommer beginnt die Erdbeersaison. Es gibt wohl keine andere Beere, die bei Groß und Klein gleichermaßen beliebt ist und dabei so viele positive Eigenschaften hat: Die Erdbeere ist nicht nur köstlich und süß, sondern auch Vitaminbombe und Beautyhelfer.

Spätestens im Mai endet das Obst-Einerlei, mit dem wir uns über die Wintermonate gerettet haben. Beim Gedanken an die ersten Erdbeeren läuft den meisten das Wasser im Mund zusammen. Kinder, die normalerweise beim Anblick des Obsttellers eine Schnute ziehen, kriegen nicht genug davon – und wir auch nicht. Schon im Römischen Reich schwärmten Ovid, Vergil und Plinius von der „fragum“, wie die Erdbeere im Lateinischen heißt. Im Mittelalter wurden dann auf großen Flächen die kleineren Walderdbeeren angebaut. Die größeren Arten wurden Ende des 17. Jahrhunderts aus Übersee eingeführt und kamen Mitte des 18. Jahrhunderts auch in Deutschland in Mode.

INHALTSSTOFFE UND GESUNDHEIT

Es gibt nicht viele süße Sachen, die wir praktisch unbegrenzt genießen dürfen – und das auch noch mit dem guten Gefühl, etwas für unsere Gesundheit getan zu haben. In den leckeren roten Früchtchen stecken etliche Vitamine und Mineralstoffe, aber kaum Kalorien. Vor allem ihr Vitamin C-Gehalt ist verblüffend: Eine Schale mit 150 bis 200 Gramm Erdbeeren deckt bereits den Tagesbedarf eines Erwachsenen. Damit überholen Erdbeeren sogar Orangen und Zitronen. Da in Erdbeeren besonders viel Folsäure enthalten ist, gelten sie als ideales Nahrungsmittel für Schwangere – was sich praktischerweise mit den Schwangerschaftsgelüsten vieler Frauen deckt. Erdbeeren sind reich an Mineralstoffen wie Kalium, Calcium, Zink und Eisen sowie an phenolischen Flavonoiden, die entzündungshemmend und krebsvorbeugend wirken. Mehr als 90 Prozent Wasser und jede Menge Ballaststoffe machen sie zu einer leicht verdaulichen Mahlzeit. Ihre Extrakte werden auch häufg für Hautpfegeprodukte verwendet, da sie die Haut reinigen und verjüngen sowie die Poren verkleinern sollen.

EINKAUF UND LAGERUNG

Erdbeeren sind sensible Pflänzchen. Hitze, Kälte und Nässe mögen sie gar nicht. Deshalb isst man sie idealerweise sofort; wer das nicht geplant hat, sollte sie direkt gründlich sortieren und alle beschädigten und schimmeligen Erdbeeren aussortieren. Denn leiben die beschädigten mit den anderen Erdbeeren im Körbchen, regen sie deren Verwesungsprozess ebenfalls an. Ungewaschen (trocken!) und abgedeckt kann man sie im Kühlschrank nun maximal zwei bis drei Tage aufbewahren. Vor dem Verzehr sollten sie in stehendem, nicht unter fießendem Wasser vorsichtig gereinigt werden; erst danach Stiel und Kelchblätter entfernen. Wer auch im Winter etwas von ihnen haben will, kann sie einfrieren. Dazu die Erdbeeren waschen, trocken tupfen, das Grün entfernen und sie auf einem Brettchen oder Backblech anfrieren. Danach in einen Gefrierbeutel füllen, um Druckstellen zu verhindern. Das Gleiche gilt fürs Auftauen: Erdbeeren in gefrorenem Zustand auf einem Teller verteilen und langsam auftauen lassen.

VERARBEITUNG UND VERWENDUNG

Frische Erdbeeren schmecken am besten pur oder mit Eis, Quark und Sahne. Obstsalate und -kuchen sind ebenfalls leckere Sommerklassiker. Man kann sie mit Spargel oder Feldsalat kombinieren, herzhaft zu Gurke oder Frischkäse genießen, sie marinieren, zu Sorbet verarbeiten und natürlich Desserts mit ihnen zubereiten – zum Beispiel Tiramisu. Weichere Erdbeeren sind ideal für Smoothies, Pürees oder Marmelade.

ERDBEERE (FRAGARIA)

Zur Gattung der Erdbeere gehören etwa 20 Unterarten und mehr als 600 Sorten, wie die europäische Walderdbeere und die amerikanische Scharlach- oder Chile-Erdbeere, aus deren Kreuzung sich in Europa die Urform der Gartenerdbeere entwickelte. In botanischer Hinsicht ist die Erdbeere eine Scheinfrucht: Sie zählt – streng genommen – nicht zu den Beeren, sondern zu den Sammelnussfrüchten. Das liegt an den kleinen gelben Pünktchen auf ihrer Oberfläche. Diese Körner werden Nüsse genannt. Die winzigen Samen sind prall gefüllt mit Ballaststoffen.

Erdbeer-Tiramisu

FÜR 8 PERSONEN 150 ml kalter Espresso 2 EL Amaretto 200 g Löffelbiskuits 750 g Erdbeeren (möglichst kleine) 250 g Mascarpone 250 g Magerquark 80 g Puderzucker 200 ml Schlagsahne 1 Päckchen Sahnesteif 1 Päckchen Bourbon-Vanillezucker Außerdem: Frische Minze

1. Espresso und Amaretto mischen. 450 Gramm Erdbeeren säubern und halbieren.

2. Mascarpone, Quark und Puderzucker in einer Schüssel vorsichtig mit einem Teigschaber oder Kochlöffel zu einer glatten Creme verrühren. Schlagsahne mit Sahnefestiger steif schlagen und vorsichtig unter die Mascarpone-Creme heben.

3. Dessertgläser mit einem Teil der Löffelbiskuits auslegen. Mit der Hälfte des Espresso-Amarettos beträufeln. Mit 1/3 Mascarpone-Creme bestreichen und mit 300 Gramm Erdbeerhälften belegen. Noch 1/3 Creme darauf verteilen, mit den übrigen Löffelbiskuits belegen und mit der anderen Hälfte des Espresso-Amarettos beträufeln. Restliche Creme locker darauf legen. Abgedeckt mindestens eine Stunde kalt stellen.

4. Die restlichen Erdbeeren säubern und mit dem Vanillezucker pürieren. Tiramisu mit Erdbeerpüree und den restlichen Erdbeerhälften servieren. Mit einigen Blättern frischer Minze garnieren. Zeit: ca. 30 Minuten + Kühlzeit Pro Portion: ca. 700 kcal, 22 g EW, 53 g F, 28 g KH

TIPP
Wenn Kinder mitessen: Eine Orange pressen, Saft mit einem Päckchen Bourbon-Vanillezucker mischen und den Espresso- Amaretto damit ersetzen.

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Polenta-Käse-Tarte mit Spargel

Diese Polentatarte mit Spargel, Tomaten, Basilikum und Frühlingszwiebeln sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen.

Zutaten für 4 Personen:

500 g weißer Spargel
Fandler Sesamöl
Salz
Pfeffer
125 g Büffelmozzarella
80 g Parmesan
150 g Gouda
800 ml Spargelfond, oder Gemüsefond
100 ml Milch
250 g Polenta
600 g Tomaten
2 Frühlingszwiebeln
10 Blatt Basilikum
4 EL Fandler Olivenöl
2 EL Fandler Tomatenessig
Tarteform (26 cm Ø)

Zubereitung:

1. Eine Tarteform (26 cm Ø) mit Sesamöl fetten. Spargel schälen, die Enden 1 cm breit abschneiden.
2. Den Spargel in 2 cm lange Stücke schneiden und in einer Pfanne im Sesamöl 7 Minuten anschwitzen, etwas auskühlen lassen.
3. Ofen auf 200°C vorheizen. Mozzarella in Scheiben schneiden, zwischen mehreren Lagen Küchenpapier sehr trocken tupfen. Parmesan fein reiben und den Gouda grob raspeln. Die Tomaten waschen und in Würfel schneiden.
4. Fond und Milch in einem Topf aufkochen. Polenta unter ständigem Rühren einrieseln lassen, unter Rühren aufkochen lassen (Achtung, das kann spritzen!). Topf vom Herd ziehen. Den Parmesan unterrühren, bis er geschmolzen ist und mit Salz und Pfeffer würzen. Sofort in die Form gießen und gleichmäßig verteilen.
5. 100 g Spargel für den Salat beiseite geben, den restlichen auf der Polenta verteilen. 100 g Tomaten auf der Tarte verteilen. Den Mozzarella und den Gouda über dem Spargel verteilen. Im heißen Ofen auf einem Rost auf der mittleren Schiene 20 Minuten goldbraun überbacken.
6. Den restlichen Spargel und die Tomaten vermischen. Frühlingszwiebeln putzen, in Ringe schneiden. Basilikum in Streifen schneiden. Alles mit dem Spargel und Tomaten in einer Schüssel mit Salz, Pfeffer, Olivenöl und Essig abschmecken.
7. Tarte aus dem Ofen nehmen, 10-15 Minuten ruhen lassen. In Ecken schneiden und mit Salat servieren.

Rezept und Foto: Öhlmühle Fandler www.fandler.at

Veggiekowski Küche

Fleischlos unter Tage

Daniel Molitor aus Bottrop ist „Veggiekowski“. Neben seinem Beruf als Bergmann betreibt der 30-Jährige einen Foodblog, in dem er die Vielfalt der veganen Küche präsentiert.

Der Amerikaner konnte es nicht glauben. Für ihn war es unverständlich, weshalb Daniel Molitor kein Bier trank, keine Zigaretten rauchte, ja – noch nicht einmal Chips und Burger essen wollte. Fünf Jahre ist das jetzt her, Molitor war damals gerade mit seinen Eltern auf einer Rundreise durch die USA. Der Amerikaner war völlig perplex und nannte den seltsamen Deutschen fortan nur noch „Health Nut“. Was man wohl am ehesten mit „Gesundheitsfreak“ übersetzen kann. Er wäre wohl noch erstaunter gewesen, wenn er gewusst hätte, welchen Beruf Molitor ausübt. Der Bottroper ist nämlich Bergmann, er arbeitet als Elektriker unter Tage und ist dort unter anderem für die Wartung der Förderbänder zuständig. Schon sein Urgroßvater war als Bergarbeiter tätig gewesen, wie auch alle Generationen nach ihm. „Er hat damals mitgeholfen, die Zeche aufzubauen und jetzt mache ich hier bald den Deckel drauf“, sagt er. Schließlich wird die Kohleförderung im Ruhrgebiet Ende 2018 endgültig eingestellt.

Unter den verbliebenen Bergleuten gibt es immer noch viele, deren tägliche Kost aus Wurst und Schaschlik besteht, aus Pommes rot-weiß oder Eisbein mit Sauerkraut. Bei Daniel Molitor geht es dagegen fleischlos zu. Wenn der 30-Jährige seine Dubbeldose auspackt, wie die Menschen im Ruhrgebiet die Tupperbox nennen, dann kann er sich eines mitleidigen Blickes seiner Kollegen gewiss sein. „Wenn ich erzähle, dass ich Veganer bin, dann bekomme ich oft erst einmal Mitleid. So, als ob ich an einer unheilbaren Krankheit leiden würde“, erzählt der Bergmann. Gerade in seinem Beruf sei die Annahme immer noch weit verbreitet, die einzig wahre Ernährung sei die Fleischliche. Allerdings würde sich das gerade ändern: „Die Jüngeren achten immer mehr auf eine gesunde Ernährung“, so Molitor. Neulich brachte er pflanzliches Mett auf Reiswaffelbasis mit zur Arbeit, die Kollegen durften sich bedienen. „Den meisten ist gar nicht aufgefallen, dass es kein richtiges Mett war“, sagt er. „Solche Momente sind toll, weil sie zeigen, dass man auch mit veganer Ernährung auf nichts verzichten muss.“

Videos zeigen die Vielfalt der fleischlosen Küche

Als „Veggiekowski“ betreibt Daniel Molitor nebenbei einen Foodblog auf Facebook, zudem veröffentlicht er regelmäßig Videos zur veganen Küche auf Youtube. Nicht, um andere zu missionieren. Seine Freundin zum Beispiel isst, wenn sie bei ihren Eltern zu Besuch ist, immer noch Fleisch. „Ich akzeptiere das“, sagt Molitor. „Ich verurteile niemanden, der nicht vegan oder vegetarisch lebt. Aber ich möchte mit meinen Beiträgen dazu beitragen, dem einen oder anderen die Augen zu öffnen und ihm zu zeigen, wie vielfältig die fleischlose Küche sein kann.“

Als Jugendlicher war Daniel Molitor noch recht pummelig gewesen, weil er regelmäßig Fast Food aß und so gut wie nie selbst gekoche. „Ich habe damals eigentlich nur Mist gegessen“, sagt er rückblickend. Später begann er mit Sport, was auch Spaß machte, doch sichtbare Erfolge stellten sich zunächst nicht ein. „Ich war immer noch eine ziemlich schlaffe Nudel“, erzählt er. Beim Aufnahmetest für die Grubenwehr, also die Feuerwehr unter Tage, fiel er glatt durch, weil er die zweistündige Übung bereits nach 40 Minuten abbrechen musste. „Am fehlenden Sport konnte es nicht liegen. Also blieb nur meine Ernährung“, so der Mann aus dem Ruhrpott. Fortan achtete er penibel darauf, was er zu sich nahm. Er stellte seine Ernährung um, aß weniger Kohlenhydrate, dafür mehr Proteine – und postete seine Gerichte im Internet. So kam er zu seinem ersten Foodblog, für den er den Spitznamen wählte, den man ihm einst in den USA gegeben hatte: „Health Nut“.

Sein Hund machte ihn zum Veganer

Eins war ihm damals schon wichtig: Sämtliche Rezepte wurden „selbst gekocht, selbst gegessen und selbst für gut befunden“, berichtet Molitor stolz. Bis heute scheut er sich nicht vor Experimenten: „Wenn man erst einmal ein besseres Verständnis dafür hat, was gut ist, dann fängt man auch an, einfach auszuprobieren: Was lässt sich kombinieren, was lässt sich wodurch ersetzen?“ Er verschweigt aber nicht, dass er sich dabei auch den ein oder anderen Fehlgriff leistete. Etwa, als er eines Tages Pizzateig aus Sojamehl herstellen wollte, was im Ofen später fürchterlich stank. „Das hat geschmeckt wie ein Schlag ins Gesicht“, sagt er.

Zu diesem Zeitpunkt war seine Ernährung zwar schon ausgewogener und gesünder, aber sein Speiseplan enthielt immer noch Fleisch. Gerade seine Burger machten ihn berühmt, mit ihnen schaffte er es sogar bis ins WDR-Fernsehen. Dann aber legten seine Freundin und er sich einen Hund zu: Lenny, einen Dackelmischling. „In diesem Moment hat bei mir ein Umdenken stattgefunden. Ich konnte nicht den Hund streicheln und das Schwein oder das Kalb essen. Man kann doch nicht das eine Tier umsorgen und gleichzeitig sagen, alle anderen Lebewesen wären einem egal – das ist doch krank. Ich wollte ein guter Mensch sein, aber in dieser Hinsicht war ich bis dahin eine ziemliche Niete gewesen“, sagt er.

Praktisch von einem Tag auf den anderen hörte Daniel Molitor auf, Fleisch zu essen. Schnell merkte er: „Ich vermisse nichts! Es gibt so viele andere leckere Sachen, da muss man nur ein wenig kreativ sein.“ Burger macht er immer noch gern, nur jetzt eben als Falafel-Burger auf Bohnen- oder Linsenbasis. Seine Fans warten immer schon ungeduldig auf das neue Rezept. Und auch einige seiner Kumpels hat er mittlerweile überzeugt. Zwischen Weihnachten und Neujahr veranstalten sie immer eine Pokerrunde mit Frühschoppen zu der jeder etwas mitbringt. Molitor hatte einen veganen Brunch zubereitet. „Niemand hat gemäkelt, dass ihm etwas fehlt. Wirklich allen hat es geschmeckt.“

Philip Häfner

Entnommen aus vegetarisch fit Ausgabe 04/2018

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Veganer Spargel Primavera

Macht satt und zufrieden: Veganer Spargel Primavera

Zutaten für 4 Personen

je 500 g weißer und grüner Spargel (möglichst gleich dicke Stangen)

100 g Haselnusskerne

1 Bio-Zitrone

1Bund Frühlingszwiebeln

3 EL Olivenöl

Salz

Pfeffer

2 Knoblauchzehen

250 g Kirschtomaten mit Rispen

1 TL Aceto balsamico

1 Prise Zucker

100 g Baby-Spinat

Zu dem herzhaften Gemüse schmecken -Röstkartoffeln ausgezeichnet. Dafür pro Person 250 g Kartoffeln (vorwiegend festkochend) mit Schale nicht zu weich kochen und auskühlen lassen. Dann die Kartoffeln schälen, halbieren oder vierteln und bei mittlerer Hitze in etwas
Öl knusprig braten. Dabei mit Salz würzen.
Nicht zu häufig wenden, sonst kann sich keine Kruste bilden und die Kartoffeln lösen sich
nicht vom Pfannenboden.

 

Zubereitung:

1. Den Spargel waschen, trocken tupfen und die Enden abschneiden. Den weißen Spargel ganz, den grünen nur im unteren Drittel -schälen. Die Haselnüsse grob hacken. Zitrone heiß -abwaschen, abtrocknen und die Schale fein -abreiben. Frühlingszwiebeln putzen, waschen und schräg in Stücke schneiden.

2. Die Haselnüsse in einer beschichteten -Pfanne so lange rösten, bis sie duften. Aus der Pfanne nehmen. 2 EL Öl in die heiße Pfanne geben, den Spargel darin anbraten, Deckel -auflegen. Den Spargel in ca. 8 Min. bei mittlerer Hitze weich garen. Dabei ab und zu wenden. Spargel mit Salz und Pfeffer würzen. Knoblauchzehen schälen und in Scheiben schneiden. -Knoblauch, Frühlingszwiebeln und Zitronen-schale zum Spargel geben und ca. 3 Min. -weiterbraten. Gemüse in eine große Auflaufform geben und warmstellen.

3. Tomaten mitsamt Rispen waschen und trocken-tupfen. 1 EL Öl in einer zweiten Pfanne erhitzen und die Tomaten darin ca. 3 Min. braten. Mit Aceto balsamico ablöschen und mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen. Den Spinat waschen und trockenschleudern. Harte Stiele entfernen. Die Tomaten zum Spargel geben. Spargel mit Salz und Pfeffer abschmecken, Spinat unter-heben und mit gerösteten Haselnüssen anrichten.

 

Zubereitung: 50 Min.

Pro Portion: ca. 340 kcal, 9 g E, 29 g F, 10 g KH

 

Entnommen aus vegetarisch fit Ausgabe 03/2018

Italienischer Radicchio

Radicchio

Das italienische Salatgemüse Radicchio erkennt man schnell an seiner markanten roten Farbe. Auch geschmacklich heben sich die bitteren Blätter von anderen Salaten ab.

Anbau und Ernte

Wir bauen zwei Typen von Radicchio an: Den runden Typ „Chioggia“ sowie den schlanken Typ „Treviso“. Beide Typen zeichnen sich durch die tiefrote Farbe aus. Radicchio reagiert sehr empfindlich auf extreme Witterungsbedingungen, ausgeglichenes Klima trägt nachhaltig zur Anbausicherheit bei.

Zubereitungs- und Frischetipps

Waschen Sie die Blätter gründlich, aber nicht zu lange – am besten im stehenden Wasser. Man sollte nicht den Fehler machen, die Bitterstoffe durch langes Wässern der Salatblätter auszulaugen, denn dabei werden auch die wertvollen Vitamine mit fortgeschwemmt. Besser ist es, gegen die Bitterkeit geschmackliche Kontrapunkte zu setzen, beispielsweise durch die Zugabe von etwas Zucker ans Dressing.

Aroma: … leicht bis stark bittere Note, würzig und herb

Lagerung: … schnell verbrauchen, bei richtiger Lagerung etwa 2–3 Tage im Kühlschrank haltbar

Saison: … in der Zeit von Juni bis Oktober frisch vom Feld

tipp: Süßes Obst balanciert die Bitternote aus, wie etwa im Orangen-Radicchio-Salat.

Christian Verlag: Ulrike Kirmse_0056K05_61152

Samtige Topinambursuppe mit zweierlei Toppings

Leckeres Rezept für eine samtige Topinambursuppe mit zweierlei Toppings.

Für 2 Portionen

5 Topinambur

1 Karotte

1 Apfel

1 Zwiebel

1 kleines Stück Ingwer (1–2 cm)

1 TL Kokosöl

450 ml Gemüsebrühe

150 g Kokos-Kochcreme

feines Meersalz

frisch gemahlener weißer Pfeffer

Für die Toppings

1 Scheibe Vollkornbrot

1 EL Walnusskerne

2 Zweige Thymian

1 EL Olivenöl

50 g Radicchio

Zubereitung:

1. Für die Suppe die Topinambur, die Karotte und den Apfel schälen, waschen und grob würfeln. Die Zwiebel abziehen und würfeln. Den Ingwer schälen und fein hacken. Das Kokosöl in einem Topf erhitzen, die Topinambur, die Karotte, den Apfel, die Zwiebel und den Ingwer dazugeben und anbraten. Die Gemüsebrühe und die Kokos-Kochcreme angießen und abgedeckt bei mittlerer Temperatur etwa 15 Min. köcheln lassen. Die Suppe mit dem Stabmixer fein pürieren und mit dem Salz und dem Pfeffer abschmecken.

2. Für die Croutons das Brot in etwa 1 cm große Würfel schneiden. Die Walnuss-kerne grob hacken. Den Thymian waschen und die Blättchen abzupfen. Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, die Brotwürfel, die Walnusskerne und den Thymian dazugeben und anrösten. Den Radicchio waschen und in feine Streifen schneiden. Die Suppe mit den Croutons und den Radicchiostreifen garnieren und servieren.-

Entnommen aus vegetarisch fit Ausgabe 2/2019

 

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Girl taking photo of vegan Lunch bowl with cell phone, close-up

Veganer Ernährungsstil

Der studierte Ernährungsberater Niko Rittenau hat sich ernährungswissenschaftlich mit rein pflanzlicher Kost beschäftigt und bezeichnet sich selbst als Vermittler zwischen Wissenschaft und Konsumenten. Er will Kritiker des veganen Lebensstils mit Argumenten und gutem Geschmack überzeugen.

Niko Rittenau ernährt sich vegan, im vergangenen Jahr hat er sogar ein Buch darüber herausgebracht. Seine Vorträge beginnt der 27-Jährige trotzdem gern mit dem Hinweis, dass er eine vegane Ernährung
eigentlich nicht wirklich empfehlen könne, sondern stattdessen nur eine vollwertige pflanzliche Kost. Die Reaktionen seiner Zuhörer kann man sich wohl vorstellen. „Das sorgt dann immer erst einmal für Irritationen. Die Aufmerksamkeit des Publikums ist mir dann aber auf jeden Fall gewiss“, sagt Rittenau. Seine Botschaft lautet: Bloß weil ich mich fleischlos ernähre, esse ich noch lange nicht automatisch gesund. „Es gibt jedes Junk- und Fastfood auch in veganer Form: Kuchen, Kekse, Pommes, Mayo, Schnitzel, Burger. Zu behaupten, dass das gesünder sei, ist einfach falsch“, sagt Niko Rittenau. All diese Produkte seien zwar fleischlos, enthielten aber weiterhin zu viel Weißmehl, zu viel Zucker, zu viele Kalo­rien und zu viele isolierte Fette. Also nicht gerade das, was man sich unter einer gesunden Ernährungsweise vorstellt.

Wahl-Berliner

Der Österreicher, der mittlerweile jedoch in Berlin lebt, hat sich schon immer mehr oder weniger fleischlos ernährt. Weniger aus ethischen Gründen: In seiner Gegend wurde vorwiegend kleinbäuerliche Landwirtschaft betrieben, die Massentierhaltung mit all ihren Missständen war dort kaum ein Thema. „Ich fand es aber einfach nicht besonders appetitlich, den Muskel eines anderen Lebewesens auf dem Teller zu haben“, sagt er. Doch nie hätte er gedacht, dass er sich einmal beruflich mit dem Veganismus beschäftigen würde. Rittenau ist gelernter Touristikkaufmann – sein Lebensplan sah eigentlich so aus, dass er irgendwann auf den Cayman-Inseln in der Karibik ein schönes Hotel managen wollte.

Mit diesem Ziel ging er nach Wien, um Unternehmensführung zu studieren, wo er dann erstmals mit der veganen Bewegung in Kontakt kam – der Beginn einer neuen Karriere. „Viele Veganer argumentieren sehr ideologisch, aber das hat mir nicht gereicht: Ich wollte rationale Argumente, weshalb Veganismus auch ernährungsphysiologisch sinnvoll ist. Also habe ich angefangen, mich intensiver mit den ernährungswissenschaftlichen Aspekten zu befassen.“ Rittenau absolvierte ein Bachelorstudium in Ernährungsberatung an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) sowie zusätzlich eine Weiterbildung zum ärztlich geprüften Ernährungsberater mit Schwerpunkt auf (roh-)veganer und ayurvedischer Ernährung; in Kalifornien machte er ­eine Ausbildung zum Gourmet Raw Food Chef an der Matthew Kenney Academy.

Objektiver Blick

Rittenau bezeichnet sich selbst als Vermittler zwischen der Wissenschaft und dem Konsumenten: „Ich mache keine­ Forschung und betreibe auch keine aktive Wissenschaft. Es gibt genügend wissenschaftliche Publi­kationen, die der Endverbraucher allerdings meist nicht liest. Und bis die neuen Erkenntnisse in die medizinische Praxis und die Ernährungsberatung übergehen, vergehen oft Jahre. Mein Ziel ist es, dieses Wissen wesentlich zeitnaher zu vermitteln und dabei auch sprachlich zu übersetzen, damit es leichter verständlich wird.“ Er betont, dass es ihm nicht ­darum geht, die Datenlage so zurechtzubiegen, dass sie seinen Wertvorstellungen entspricht, sondern vielmehr darum, einen objektiven Blick auf die Daten zu werfen und beide Seiten zu beleuchten. Dabei spart er auch kritische Fragen nicht aus. Eine vegane Ernährung könne großartig sein, solange man dabei gewisse Dinge beachtet.

Es gebe nämlich durchaus ein paar „Schwachpunkte“, die sich vor allem aufgrund des hiesigen Systems ergeben. Weil etwa hierzulande kaum Lebensmittel angeboten würden, die das Vitamin B12 enthalten, anders als beispielsweise in den USA, müssten Veganer dieses in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich nehmen. Auch sei Jodsalz in Deutschland nur so gering jodiert, dass man nur in Kombination mit den jodhaltigen Milch-, Eier- oder Käseprodukten oder mit Fisch seinen Jodhaushalt wirklich decken kann, wenn man sich an die Höchstmengen an Salz hält. „Vegan lebende Menschen sollten deshalb auf Algen zurückgreifen oder andere jod­haltige Lebensmittel konsumieren“, so Rittenau.

Pflanzliche Nährstoffe

Aufgrund der besonderen Rahmenbedingungen in Deutschland rät beispielsweise die Deutsche Gesell­schaft für Ernährung (DGE) in den sogenannten kritischen Phasen – Schwangerschaft, Stillzeit und Kleinkindalter – von einer vega­nen Ernährung ab, während dies von vergleichbaren Fachgesellschaften in den USA, Kanada oder Australien anders gehandhabt wird. „Es bedarf hierzulande schon eines gewissen Aufwands, um alle wichtigen Nährstoffe zu bekommen“, sagt Rittenau. „Die meisten Menschen wissen jedoch mehr über ihr iPhone als über ihre Ernährung. Das weiß auch die DGE, und deshalb empfiehlt sie Schwangeren keine vegane Ernährung, weil die berechtigte Sorge besteht, dass die ­Sache nicht richtig gemacht wird. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch in dieser Lebenslage möglich wäre.“ Grundsätzlich würden alle Fach­gesellschaften zu einer zu mindestens 75 Prozent pflanzlichen Ernäh­rung raten, aufbauend auf Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Obst, Gemüse, Nüssen und Samen. Davon sind die meisten ­Menschen allerdings noch weit entfernt.

Grundsätzlich falsch sei außerdem die Vorstellung, dass ein bestimmter Nährstoff ausschließlich in tierischen Produkten vorhanden sei. „Tierische Kost hat darauf kein Monopol. Wer behauptet, Kalzium bekomme man nur über die Milch oder Eisen nur durch rotes Fleisch, sollte verstehen, dass alle Mineralien ursprünglich aus dem Boden stammen. Diese werden dann von den Pflanzen aufgenommen. Rotes Fleisch enthält beispielsweise nur deshalb Eisen, weil das Tier es zuvor über die pflanzliche Nahrung aufgenommen hat“, erklärt Niko Rittenau. Ein anderes Beispiel seien die Omega-3-Fettsäuren, die man angeblich nur über Fisch ausreichend zu sich nimmt: „Der Fisch ist aber nicht der eigentliche Produzent dieser ­Omega-3-Fettsäuren, sondern marine Mikroalgen, deren Fettsäuren sich im ­Laufe der Nahrungskette akkumulieren und so irgendwann im Lachs landen. Für die Gesundheit der Weltmeere wäre es aber besser, wenn wir den Fisch leben lassen und stattdessen ebenfalls pflanzliche Quellen nutzen, zumal diese wesentlich weniger mit Schadstoffen ­belastet sind.“

Problemlöser Ernährungslehre

Angesichts solcher Bildungslücken macht sich Niko ­Rittenau für die Einführung eines Schulfachs Ernährungslehre stark. „Ich finde es absurd, dass das Thema Ernährung hierzulande derart vernachlässigt wird“, meint er. Die Schüler würden komplexe Mathematik lernen, die sie später kaum gebrauchen, aber nicht, wie sie tagtäglich gesund essen und wie viel Eigenverantwortung sie damit für ihre Gesundheit haben. Und das, obwohl verschiedene Studien zeigen würden, dass sich mit der richtigen Ernährung viele chronisch-degenerative Erkran­kungen wie Herzerkrankungen oder Schlaganfälle, die weltweit die zwei häufigsten Todesursache darstellen, vermeiden, stoppen und in einigen Fällen sogar umkehren lassen. „Das geht zwar nicht nur mit einer rein pflanzlichen Ernährung, da gibt es verschiedene ­Ernährungsstile, die das erreichen können. Die westliche Mischkost ist aber keiner davon, sondern die Mitursache für diese Erkrankungen.“

Geschmack als Hauptargument

Skeptiker will Niko Rittenau aber nicht nur mit Argumenten überzeugen, sondern auch mit gutem Geschmack. Auch bei veganer Kost ist es wichtig, dass weiterhin alle fünf Geschmackssinne angesprochen werden: süß, sauer, salzig, bitter und umami, also herzhaft. Denn wer auf einmal nur noch ungewürztes, gedämpftes Gemüse isst, empfindet das natürlich als fad. „Dabei können wir unser Gemüse doch mit dergleichen Sorgfalt zubereiten wie Fleisch. Wir können Karotten nicht nur kochen oder dämpfen, sondern auch dünsten, garen, schmoren, braten und dadurch Röst- und Umami-Aromen hineinbringen“, sagt Rittenau. Menschen seien nur dann gewillt, Veränderungen vorzunehmen, wenn sie dabei ein gutes Gefühl haben, und nicht, wenn sie zu etwas gezwungen werden. Deshalb gehe es mehr darum, Dinge vorzuleben, als jemandem ein schlechtes Gewissen zu machen. „Dogmatismus ist hier das falsche Mittel. Da blockt man am Ende nur ab. Zwischen schwarz und weiß, zwischen vegan und nicht-vegan gibt es außerdem ja noch zahl­reiche Zwischenstufen. Ich sehe das eher als Kontinuum, und solange sich Leute in die richtige Richtung bewegen, haben wir schon viel gewonnen.“

Philip Häfner

Entnommen aus vegetarisch fit Ausgabe 3/19

Frisch vom Feld - Feldsalat

Feldsalat

Der Feldsalat zählt botanisch gesehen zur Familie der Baldriangewächse. Vermutlich stammt er ursprünglich aus Osteuropa und dem Mittelmeerraum. Die grünen Pflänzchen sind auch als Ackersalat, Schafmaul, Rebkresse oder Rapunzel bekannt. Mancherorts nennt man Feldsalat – wegen seiner Blattform – Mäuseöhrchen, in der Schweiz heißt er Nüsslisalat und in Österreich Vogerlsalat. Die Namensvielfalt zeigt, dass er vielerorts beliebt ist.

Die Feldsalatsorten unterscheiden sich in ihrer Blattfarbe und Blattform: Sie sind rund, länglich, spatelförmig, lanzettförmig, stumpf oder spitz. Fünf bis 20 Blättchen bilden eine Rosette. Die hellgrüne Variante zeichnet sich durch größere Rosetten und breite Blätter sowie schnelles Wachstum aus. Besonders geschätzt wird die dunkelgrüne Variante mit kleineren Rosetten. Sie lässt sich mehr Zeit beim Wachsen und schmeckt besonders herzhaft.

Tipps & Tricks

Einkauf: Frischen Feldsalat erkennt man an sattgrünen Blättern. Noch am Einkaufstag zubereiten.
Lagerung: Säubern, anfeuchten und in gelochte Frischhaltebeutel geben. Im Gemüsefach des Kühlschranks hält er sich so einige Tage frisch.

Variety of Asparagus

Spargel: König der Gemüse

Dem Spargel werden viele positive Eigenschaften zugeschrieben. Bereits vor 5.000 Jahren war er als Heilpflanze beliebt. Sogar als Liebestrank soll er Verwendung gefunden haben. Auf der Speisekarte ist er bis heute eine besondere Delikatesse.

Dem deutschen Spargel geht es gut. Er ist und bleibt eine der beliebtesten Gemüsearten hierzulande. Laut dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden sind die meist weißen Stangen das am häufigsten angebaute Freilandgemüse in Deutschland. 2015 wurden hierzulande 112.000 Tonnen Spargel geerntet. Es darf getrost davon ausgegangen werden, dass sich diese Zahl bis heute noch erhöht hat. In der Rangliste der weltweiten Spargel-produzenten rangiert unsere Republik auf Rang vier. Platz eins geht mit fast unglaublichen 7,8 Millionen Tonnen an die Chinesen. Aber genug der Zahlenspiele. Schließlich erfreut der Geschmack des Spargels Gaumen rund um den Erdball, und das bereits seit einigen Tausend Jahren. Schon die alten Griechen wussten den Spargel zu schätzen. Allerdings nutzten Ärzte wie Hippokrates nicht die zartgrünen Spargelstangen, sondern trockneten die Wurzeln und gewannen daraus eine stark harntreibende Medizin. Für wohlhabende Römer war der Spargel ein wichtiger Bestandteil eines jeden Festmahls. Er galt als absolute Delikatesse und veranlasste so manchen Heerführer zu Aussagen, die aus heutiger Sicht als gänzlich übertrieben angesehen werden dürfen. So soll Kaiser Augustus ein so großer Spargelfan gewesen sein, dass er gar bei Befehlen sein Lieblingsgemüse mit ins Spiel gebracht habe. Seinen Dienern soll er Aufträge erteilt haben, die mit der Wendung endeten: „citius quam asparagi coquantur“, frei übersetzt: Der Auftrag solle schneller ausgeführt werden, als der Spargel zum Kochen brauche.

Heilende Wirkung

Ursprünglich wurde der Spargel jedoch als reine Heilpflanze angewendet. Die Chinesen nutzten ihn vor etwa 5.000 Jahren als Medizin, um Husten, Blasenproblemen und Geschwüren beizukommen. Auch die Ägypter erkannten den medizinischen Nutzen. Noch heute wird dem Spargel eine heilende Wirkung zugesprochen. Die in ihm enthaltene Aminosäure Asparagin sorgt für einen harntreibenden Effekt, der sich unter anderem bei Harnwegsinfektionen positiv auswirken kann. Diese „Durchspülungen“ haben jedoch auch einen negativen Aspekt, betreffend unser Geruchsorgan – die Nase. Viele von uns kennen den typischen Geruch, der beim Wasserlassen nach dem Verzehr von Spargel entsteht. Das Wichtigste vorab: Der unangenehme Geruch ist kein Anzeichen für eine Krankheit. Zudem kann er nicht von allen Menschen wahrgenommen werden, auch entsteht er nicht bei jedem, der Spargel isst. Ob und wie es zu einer Geruchsbildung kommt, hängt laut aktuellem Wissensstand in der Medizin von unseren Genen ab. Es passiert übrigens Folgendes dabei im Körper: Im Spargel ist die schwefelhaltige Carbonsäure mit dem kryptischen Namen Asparagusinsäure C4H6O2S2 enthalten. Sie wird in Substanzen umgewandelt, die schließlich bei der Ausscheidung über den Urin den charakteristischen Geruch verursachen.

Der Farbcode

Das Gemüse wirft jedoch noch weitere Fragen auf. Warum gibt es weiße, violette und grüne Spargelstengel? Sind es gar verschiedene Sorten? Ein klares Nein. Es gibt zwar noch den Wildspargel und – ja – weltweit über 200 verschiedene Spargelarten. Die unterschiedlichen Farbgebungen weisen jedoch meist auf eine unterschiedliche Reifezeit hin. Der weiße Spargel wird geerntet, sobald das Köpfchen aus der Erde schaut, violetter Spargel etwas später. Grüner Spargel wird dagegen gänzlich über der Erde abgeerntet. Wurde in früheren Zeiten ausschließlich grüner Spargel verzehrt, fand der viel zarter schmeckende bleiche Spargel erst später seinen Weg auf die Teller. Die Ernte des feinen Gemüses ist im Übrigen sehr aufwendig. Über drei Jahre zieht sich das ganze Prozedere hin. Dabei werden drei Schritte durchlaufen: Vorbereiten des Ackers, Einpflanzen und Ernten. Dafür können Spargelstauden bis zu zehn Jahre beerntet werden. Vor diesem Wissen werden die zarten Stengel doch gleich noch wertvoller.

Ralf Kerkeling

Entnommen aus vegetarisch fit Ausgabe 3/2019