Category : Allgemein

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Veganes Pad Thai mit grünen Bohnen & Tofu

Veganes Pad Thai mit grünen Bohnen & Tofu

Zutaten für 2 Personen:

100 g grüne Bohnen
150 g breite Reisnudeln
1 rote Zwiebel, 1 Karotte
50 g Champignons
100 g Tofu
1/2 TL Kurkumapulver
3 EL Erdnussöl
Für die Sauce
20 g Tamarindenpaste
3 EL Sojasauce
1 EL Sriracha
1/2 EL Limettensaft
1/4 TL brauner Zucker
AUSSERDEM
1 Frühlingszwiebel
100 g Sojasprossen
1/4 Bund Koriander
3 EL Erdnüsse geröstet (grob gehackt)
1 Limette

Zubereitung:

1. Bohnen 4 Minuten in kochendem Wasser blanchieren, anschließend abgießen und unter fließendem Wasser abschrecken. Gut abtropfen lassen und beiseite stellen.
2. Ebenfalls am Vortag den Tofu in einen mit auf Küchenpapier ausgelegten tiefen Teller legen, ein Brett daraufsetzen und beschweren (z. B. mit Konservendosen). Dann 6 Stunden oder über Nacht ruhen lassen.
3. Am nächsten Tag die Salatblätter waschen, trocken tupfen und quer in feine Streifen schneiden. Das eingelegte Gemüse nochmals mischen und leicht abtropfen lassen. Die Nudeln nach Packungsanweisung in Wasser garen, in ein Sieb abgießen, kalt abschrecken und abtropfen lassen.
4. Inzwischen den Tofu trocken tupfen und in Scheiben schneiden. Reichlich Öl in einer Pfanne erhitzen und den Tofu darin rundum braun anbraten, dann herausnehmen. Honig, Sojasoße, Barbecue-Soße und 100 ml Wasser dazugeben und alles bei mittlerer Hitze sirupartig dick einkochen lassen. Tofu wieder hinzufügen und unter vorsichtigem Wenden darin erwärmen, sodass er rundum schön von der Marinade überzogen ist; dabei sollte die Flüssigkeit fast zähflüssig einkochen.
5. Nudeln und Salat mischen und in Schalen geben, 1 EL Koriandergrün unter das eingelegte Gemüse mischen und auf Salat und Nudeln häufen, dabei mit etwas Einlegesud beträufeln. Tofu auf das Gemüse setzen, mit übrigem Koriander bestreuen.

Zubereitungszeit: ca. 40 Minuten
Pro Portion: 585 kcal

Entnommen aus vegetarisch fit Ausgabe 4/2018

Foto und Rezept von Eat This: http://www.eat-this.org

WintergemuesevomBlech_quer

Wintergemüse vom Blech mit Knusperhaube

Für die kalten Tage kommt ein wärmendes Ofenrezept von

Karinas Food-Blog: www.issdichgluecklich.blog

Wintergemüse vom Blech mit Knusperhaube

Zutaten für 4 Personen

– 2 Rote Beete, ca. 300 g

– 3 Pastinaken, ca. 200 g

– 1 Blumenkohl, ca. 900 g

– 200 g Champignons

– 100 g vorgegarte Maronen

– 200 g Brunnenkresse

– 100 g Cornflakes (-G)

– 2 TL Rosmarin, getrocknet

– 1 TL und 1 Prise Meersalz

– 2,5 EL Olivenöl

Tipp: Brunnenkresse ist winterhart und je nach Witterung von September bis Mai erhältlich

Zubereitung

1.) Ofen auf 180 °C Umluft vorheizen.

2.) Schält Rote Beete (ggf. mit Handschuhen) und Pastinaken, schneidet die Rote Beete in Scheiben und die Pastinaken in Stifte.

3.) Wascht den Blumenkohl und zerteilt ihn in Röschen. Wascht Brunnenkresse und Champignons unter fließendem Wasser und lasst sie abtropfen, wer mag, darf die Pilze natürlich auch traditionell putzen.

4.) Gebt das Gemüse auf ein Backblech, beträufelt es mit 2 EL Olivenöl und würzt es mit Rosmarin und Meersalz. Ca. 15 Minuten im Ofen backen.

5.) Erhitzt 1/2 EL Olivenöl in einer Pfanne, gebt Cornflakes, 1 TL Rosmarin und eine Prise Meersalz und grob zerkleinerte Maronen dazu und bratet die Knusperhaube bei mittlerer Hitze kurz an.

6.) Gebackenes Gemüse mit Knusperhaube und Brunnenkresse bestreut servieren.
Dazu passt: Quinoa oder Hirse.

Zubereitungsdauer: ca. 30 Minuten

Weitere leckere Ofen-Rezepte findet Ihr in der neuen vegetarisch fit
(Ab 14. Dezember 2018 im Handel) und auf Karinas Food-Blog: www.issdichgluecklich.blog

Egyptian Bazaar and the Grand Bazaar in Istanbul. Turkey. Egyptian spice market

Eine Prise Geschmack – Gewürze

Schon seit Jahrtausenden wissen die ­Menschen, dass Gewürze ihre Speisen verfeinern. Vegetarisch fit hat mit Gewürz-Expertin Elena Kuss gesprochen.

Gewürze haben die Menschen schon immer fasziniert. Im Mittelalter sorgten sie sogar für einen Wettkampf zwischen ­Spanien und Portugal. Beide Länder suchten den
Seeweg nach Indien. Dort wuchsen die beliebten Pflanzen, aus denen erlesene Gewürze gemacht wurden. Dieser Wettkampf führte zur wohl bekanntesten Irrfahrt der Geschichte: die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus. Pfeffer war zur damaligen Zeit so wertvoll, dass er mit Gold aufgewogen wurde.

Kaufleute, die durch Pfeffer zu Reichtum gekommen waren, ­wurden Pfeffersäcke genannt. Die Firma Pfeffersack & Soehne knüpft an diese Tradition an: mit erlesenen und hochwertigen Gewürzen und Gewürzmischungen. Elena Kuss arbeitet für Pfeffersack & Soehne und kennt sich sehr gut mit den besonderen Zutaten aus. „Gewürze verändern jedes Gericht. Mich hat es irgendwann einfach gepackt. Auch wenn ich mich seit Jahren mit Gewürzen beschäftige, entdecke ich immer noch Neues“, berichtet Elena begeistert. Sie selbst habe mittlerweile eine große Sammlung der Geschmacksaromen zu Hause. „Aber ich habe nicht nachgezählt“, lacht die Gewürzexpertin.

Vor Licht und Hitze schützen

Wer im Supermarkt einkaufen geht, kommt unweigerlich an einem ausladenden Gewürzregal vorbei. Worauf bei der Auswahl zu achten ist? Wichtig sei, so Kuss, dass es sich um ganze Gewürze handelt, die idealerweise vor Licht und Hitze geschützt gelagert werden. „Das bedeutet, dass am besten keine Klarsichtverpackungen eingesetzt werden. Dann hat man auch schon im Supermarkt die Möglichkeit ein hochwertiges Gewürz zu erwerben.“ Ob Salz, Pfeffer, Zimt oder Vanille: Es lohnt sich, Produkte zu vergleichen, auszuprobieren und Unterschiede zu erschmecken.

Für die vegetarische und vegane Küche hätten Gewürze eine besondere Bedeutung, hebt die Hobbyköchin hervor. „Viele Geschmacksnoten kann man mit Gewürzen prima nachempfinden. Schärfe, Salzigkeit, Würzigkeit, Süße – mit den richtigen Gewürzen kann man die gesamte Geschmackspalette abdecken, ohne auf etwas verzichten zu müssen.“ Wir haben für Sie unsere Top 10 der Gewürze zusammengestellt. Folgen Sie unserer Gewürzroute und lernen sie Neues über die verschiedenen Geschmacksaromen.

Sebastian Appianing

Den vollständigen Artikel finden Sie in vegetarisch fit Ausgabe 03/2018.

Wolfra Winter-Apfel Tee-Punsch high

Winterapfel Tee-Punsch

Passend zur kalten Jahreszeit kommt ein wärmendes Rezept.

Winterapfel Tee-Punsch

Zutaten (für 5 Personen)

–          625 ml Wasser

–          1,5 gehäufte TL schwarze Teeblätter

–          etwa 45 g weißer Kandiszucker

–          160 ml Wolfra Winterapfel

–          1 Päckchen Vanillezucker

–          4 Tropfen Bittermandel-Aroma (aus klassischem Röhrchen)

–          Saft von 1 Zitrone

–          100 ml Rum (bei alkoholfreier Variante einfach weglassen)

–          125 g Schlagsahne (kalt)

–          Zimtpulver

Zubereitung

  • Wasser zum Kochen bringen, Teeblätter 3 Minuten darin ziehen lassen.
  • In der Zwischenzeit Wolfra Winterapfel, Kandiszucker, Vanillezucker, Bittermandel-Aroma und Zitronensaft vorsichtig erhitzen.
  • Teeblätter entfernen und den Tee zu den anderen Zutaten in einen Topf geben. Dann 10 Minuten ziehen lassen und Rum zugeben.
  • Das Getränk heiß mit geschlagener Sahne und Zimtpulver servieren.Der Winterapfel-Tee-Punsch funktioniert natürlich auch alkoholfrei ohne Rum.

Dieses und weitere köstliche Rezepte rund um das Thema „Apfel“ gibt es in der nächsten Ausgabe vegetarisch fit (erscheint am 14. Dezember 2018).
Dort haben wir mit dem Apfelbauern Benedikt Held gesprochen, der seine Äpfel  zur Natursafterei Wolfra bringt oder einfach selbst ein leckeres Apfelrezept genießt.

Rezept und Foto: „Natursaftkelterei Wolfra“

Mehr Informationen rund um die „Natursaftkelterei Wolfra“ gibt es unter http://www.wolfra.de

Ägyptische Bohnen-Bratlinge

Essen wie die alten Pharaonen – Ägyptische Küche

Eiweissreich, süß und herzhaft: Die ägyptische Küche lebt von ihrer
Abwechslung. Food-Bloggerin Wera van Dillen zeigt typisch ägyptische Rezepte, wie Taameya, Schokoladen-Datteln oder Kuschari.

Wer Ägypten hört, denkt sofort an die Pyramiden und die Sphinx, an den Nil, das rote Meer und die staubige Wüste. Das Land der Pharaonen hat aber auch eine beachtliche Küche. Wir sprachen mit Wera van Dillen. Das gebürtige Ruhrpottmädel lebt seit über 20 Jahren in Ägypten und kocht sehr gerne. Die unzähligen Gerichte postet sie auf ihrem Blog, der besonders im Fastenmonat Ramadan häufig aufgerufen wird. Wera stellt uns typisch ägyptische Gerichte vor und erzählt uns, wie sie als Vegetarierin in Ägypten lebt.
Laut Wera gehören Fladenbrot und Reis zu wirklich jeder Hauptmahlzeit. Tomaten­soße ist allgegenwärtig, sodass fast jedes Gemüse darin weichgekocht wird. Wichtige Zutaten der ägyptischen Küche sind außerdem Erbsen, Möhren, Spinat, Blumenkohl und Saubohnen.

Vegetarisch leben am Nil
Wera ist Vegetarierin, was in Ägypten nicht immer ganz einfach ist: „Es gibt zwar eine riesige Auswahl an frischem Obst und Gemüse auf den Märkten, doch werden vegetarisch erscheinende ­Gerichte häufig mit Fleischbrühe zubereitet. Sogar der Reis wird häufig mit ­Brühe gekocht. Doch, wenn man das weiß und selbst kocht, benutzt man eben eine Gemüsebrühe.“ Auch das Einkaufen ist nicht immer leicht für Wera. Nur in der Fastenzeit der ägyptischen Christen vor Ostern und Weihnachten gibt es vereinzelt ­spezielle vegane Produkte, in ­denen tierisches Fett durch pflanzliches ersetzt wird. Die Anzahl an muslimischen Vegetariern ist extrem gering, denn Fleischkonsum ist tief in der islamischen Religion verankert. So muss jede Familie beim Opferfest ein Tier schlachten. Es gibt demnach kaum fastende Vegetarier.

Besondere Vorlieben
Der Fastenzeit ist sehr eng mit der ägyptischen Küche verknüpft. Im Sommer bedeutet Ramadan über 12 Stunden (von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang) nichts zu ­essen oder zu trinken, sodass dann dem Körper besonders Zucker und Flüssigkeit zuerst zugefügt werden müssen. Deshalb werden Datteln, Säfte und Suppen besonders gerne beim abendlichen Fastenbrechen zuerst serviert. Generell werden im Ramadan mehr Süßspeisen und Gebäck als sonst gegessen, wie zum Beispiel mit Pudding gefüllte Filo-Teig-Röllchen, die Wera sehr lecker zubereitet. Wera rät Europäern zur Vorsicht, denn „ägyptische Desserts sind durch den Zuckersirup, mit dem sie fast alle übergossen werden, sehr süß“. Kunafa (Teigfäden) und Bassboussa (Grieß­kuchen) sind die bekanntesten ägyptischen Kuchen. Taameya, auch ägyptische Falafel genannt, ist das Nationalgericht. Es handelt sich dabei um frittierte Bohnenbratlinge, die schon zum Frühstück zusammen mit ­einem Brei aus Saubohnen verspeist werden. Ebenfalls sehr beliebt ist Kuschari, ein sehr sättigender Teller voll Reis, Nudeln, Linsen und Kicher­erbsen, übergossen mit Tomatensoße und bestreut mit Röstzwiebeln. Laut Wera serviert jede Ägypterin zu besonderen Anlässen „Mahschi.“ Dabei handelt es sich um mit Reis gefüllte Wein- oder Kohlblätter. Die klassische ägyptische Linsensuppe darf auch auf keiner Speisekarte fehlen.

Ägyptische Bohnen-Bratlinge (Taameya)

Für 4 Personen

500 g geschälte, getrocknete Saubohnen
1–2 Frühlingszwiebeln
1 Bund Petersilie
1 Bund Koriandergrün
6 Knoblauchzehen
2 Zwiebeln
1 grüne Chilischote
1 TL Salz
2 EL Sesamsaat
1 EL Koriandersamen (grob zerkleinert)
Öl zum Frittieren

Zubereitung:

1. Die Bohnen über Nacht in Wasser einweichen. Nach dem Einweichen die Bohnen gut abtropfen lassen.
2. Das Zerkleinern der Zutaten funktioniert am besten mit einer Küchenmaschine. Alles außer Sesam und Koriander mit der Küchenmaschine in 5 Min. zu einer homogenen Masse verarbeiten.
3. Mit einem kleinen Eisportionierer, mit 2 Löffeln oder den Händen kleine Bällchen formen, in etwas Sesam und Koriander wälzen.
4. Öl erhitzen und die Taameya darin etwa 5 Min. frittieren,bis sie braun sind.

Zeit: ca. 60 Min. + 24 Stunden Einweichzeit für die Bohnen
Pro Portion: ca. 250 kcal

Entnommen aus vegetarisch fit Ausgabe 3/2018. Weitere Rezepte aus Ägypten finden Sie im Heft oder auf Wera’s Blog: http://aegyptischkochen.blogspot.de

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Pasta mit Brokkoli-Minz-Pesto

Pasta mit Brokkoli- Minz-Pesto

FÜR 2 PORTIONEN

250 g Hartweizenpasta (pro Portion 125 g) 250 g Brokkoliröschen (entspricht einem mittle- ren Brokkoli) 1 kleine Knoblauchzehe eine halbe Avocado 10 g Hefeflocken 1–2 EL geröstete Pinienkerne 2–3 EL Olivenöl 2 EL Zitronensaft 2 Stängel Minze und ein paar Blätter zum Gar- nieren Salz und Pfeffer 25 g Mandelblättchen

Zeit: ca. 25 Min.

1. Pasta nach Packungsanweisung in einem Topf mit Salzwasser biss- fest garen.
2. Brokkoliröschen vom Strunk schneiden und waschen. Brokkoli in heißem Salzwasser aufkochen las- sen. Zwei Drittel des Brokkoli schon nach 2 Minuten Kochzeit wieder aus dem Wasser nehmen und kalt abspülen. Die restlichen Brokkoliröschen im heißen Wasser noch weitere 2–3 Minuten ziehenlassen, den Topf aber vom Herd nehmen. Auch den zweiten, kleineren Anteil Brokkoli danach kurz kalt abspülen und bereitstellen.
3. Die ersten zwei Drittel des Brokkolis mit einer abgezogenen Knob-lauchzehe, einer halben geschälten Avocado, Hefeflocken, gerösteten Pinienkernen, 2–3 EL Olivenöl und den Blättchen von  2 Stängeln Minze im Mixer pürieren. Das Pesto mit Zitronensaft sowie Salz und Pfeffer würzen.
4. Mandelblättchen in einer Pfanne ohne Öl goldbraun anrösten.
5. Die noch heiße Pasta mit dem Brokkoli-Minz-Pesto vermischen, auf zwei Teller aufteilen, die restlichen Brokkoliröschen darüber verteilen (eventuell nochmals kurz erwärmen) und das Gericht mit reichlich gerösteten Mandelblättchen bestreuen. Pasta mit Minze garniert servieren. Wer mag, beträufelt das Gericht zus ätzlich noch mit etwas Zitronensaft.

Dieses Rezept wurde aus vegetarisch fit Ausgabe 6/18 entnommen.

Weitere Rezepte von Lea Green finden Sie hier: www.veggi.es

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Mit Herz und Verstand

Olga sitzt an einem Tisch zwischen Kasse und dem Teeregal. Sie blinzelt ins Sonnenlicht, das ihr an diesem Tag ins Gesicht scheint. Betritt man das kleine Geschäft „Tante Olga“ in Köln-Sülz, tritt man ein in eine andere Welt. Eine bessere Welt, voller Ideale und Zuversicht. Einzelne Sonnenstrahlen kämpfen sich durch die ordentlich und gut sortierten Regale. Schatten tanzen auf dem Fußboden umher. Die Stimmung ist freundlich und friedlich. Leise Musik, keine Werbung, keine Hektik. Man merkt schnell – dieses Geschäft möchte anders sein, möchte das gesellschaftliche und individuelle Konsumverhalten hinterfragen. „Das, was wir hier leben, basiert auf dem Prinzip der Reduktion. Weniger kaufen, weniger konsumieren. Dafür länger haben und länger halten“, sagt sie. Jeder der einmal aufmerksam seinen Tagesablauf beobachtet, vom Zähneputzen, über die frühmorgendliche Dusche, den Einkauf oder die Mahlzeiten, der wird merken: Es gibt kaum einen Lebensbereich, der keine Spuren in Form von Verpackungen, insbesondere Plastikmüll, hinterlässt.

„WEIL ICH WENIGER KONSUMIERE, BIN ICH ZUFRIEDENER GEWORDEN.“

Seit nunmehr fünf Jahren versucht Olga,so wenig Müll wie möglich zu produzieren und nach dem Zero-Waste-Prinzip zu leben. Sie hat dafür ihren gesamten Alltag, ihren Beruf als Architektin, kurz: ihr ganzes Leben verändert. Dass der individuelle Lebensstil Auswirkungen auf die Umwelt hat, war Olga schon vorher bewusst. Aber erst 2013 war sie bereit, ihre Ideale konsequent in die Tat umzusetzen. Seitdem hat sich viel getan. Sie hat den Blog zerowastelifestyle.de gestartet, hat das Buch „Ein Leben ohne Müll – Mein Weg mit Zero Waste“ veröffentlicht und gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Gregor und ihrer Freundin Dinah den ersten Kölner Unverpackt-Laden „Tante Olga“ eröffnet. Die dafür nötigen finanziellen Mittel hat das Trio mit Hilfe einer Crowdfunding-Kampagne gesammelt. Mache Veränderungen hin zu einer Zero-Wastelerin sind nach und nach passiert, andere von heute auf morgen. „Ich habe beispielsweise noch nie eine Plastiktüte gekauft. Das war mir schon früher aus Kostengründen zu dämlich“, sagt die 34-Jährige und lacht. „Dann bin ich eher zufällig mal auf den Begriff „Zero Waste“ gestoßen, habe gesehen, dass es viele Menschen gibt, die so leben. Das wollte ich auch. Und dann ging es auch sehr schnell“.

Die Freunde und Familienmitglieder haben ganz unterschiedlich auf so einen, für manchen radikalen, Schritt reagiert. Sich immer wieder rechtfertigen zu müssen und schier endlose Diskussionen blieben dabei nicht aus. „Die häufigste Reaktion ist ‚Boah, das ist toll, aber ich könnt’ das nicht!‘“, berichtet Olga. Wobei das Verständnis wächst. Mittlerweile würde ihr Bekanntenkreis ihre Einstellung kennen und akzeptieren. Auch, dass sie keine materiellen Geschenke bekommen möchte, die sie im Zweifelsfall nicht braucht, hat sich herumgesprochen und wird respektiert. Verzicht ist für sie positiv besetzt, weniger Konsum ist gleichzeitig ein Mehr an Freiheit. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Weglassen von vielen Dingen und die Reduzierung auf das Wesentliche keinen Verlust bedeutet, sondern Entspannung mit sich bringt. Weil ich weniger konsumiere, bin ich zufriedener geworden“. Das sind Sätze, die nachhallen und hängen bleiben.

LUPINENKAFFEE UND DINKELREIS

Mutter geworden ist sie auch noch. „Es stimmt, ich habe quasi während des Crowdfundings mein Kind bekommen“, sagt die viel beschäftigte, aber gelassene Gründerin. „Aber wir wohnen direkt gegenüber. Das macht vieles einfacher.“ Vorträge, Workshops und Interviews kämen auch noch dazu. Außerdem hat sie Mitarbeiter eingestellt: Neben Gregor (Buchhaltung) und Dinah (Social Media, Einkauf), gibt es noch zwei Halbtagsangestellte und zwei Aushilfen. Olga selbst ist kaum noch im Ladengeschäft, sondern konzentriert sich auf Bildungs- und Aufklärungsarbeit. Dass Tante Olga auch ein Treffpunkt zum Informationsaustausch ist, war von Anfang an so gedacht. „Auch wir lernen viel von unseren Kunden. Das Konzept ist wirklich aufgegangen“. Das Geschäft bietet Artikel des täglichen Bedarfs an – verpackungsfrei, nach Fair Trade und bio-zertifiziert. Die Falafelmischung, die man sich in einem mitgebrachten Behälter oder einem im Geschäft erhältlichen Glas abfüllen kann, wurde aus deutschen Erbsen hergestellt. Der Lupinenkaffee stammt ebenfalls aus Deutschland. Olga kann zu jedem ihrer Produkte eine Geschichte erzählen. „Ich liebe den Dinkelreis. Den kann man essen wie Reis, kommt aber aus Deutschland. Er schmeckt extrem lecker und lässt sich umweltfreundlicher anbauen“, so Olga. „Wir haben auch viele Non-Food-Produkte. Den Rasierhobel finde ich besonders toll. Damit kann man wunderbar Einwegrasierer ersetzen. Top-Teil, hält für die Ewigkeit.“

SICH ETWAS TRAUEN

Obst und Gemüse sucht man bei „Tante Olga“ vergeblich – aus gutem Grund. Zum einen sei das Ladenlokal schlicht und einfach zu klein. Zum anderen kann man loses Obst und Gemüse an vielen anderen Orten bereits kaufen, so die Besitzerin. Sie würden aber mit der Solidarischen Landwirtschaft zusammenarbeiten. Mit einem monatlichen Beitrag bezahlen die Mitglieder einen Bauern aus der Region, der seine Ernte auf die Mitglieder aufteilt. Einmal die Woche kann man seinen Ernteanteil bei „Tante Olga“ abholen. Regionaler, saisonaler, sozialer geht es nicht. Und es bleibt kein Lebensmittel übrig, denn es wird restlos alles verteilt.

Das Einkaufen selbst ist einfach gestaltet. Schritt eins: Den mitgebrachten Behälter leer abwiegen. Schritt zwei: Behälter befüllen. Schritt drei: Bezahlen. Wer nichts zum Transportieren der Waren dabei hat, kann sich an einer Glassammlung bedienen, die andere Kunden im Laden abgegeben haben. Stoffbeutel gibt es ebenfalls. Man kann also auch spontan bei „Tante Olga“ einkaufen. Wer kauft hier ein? Gibt es eine Typologie des Unverpackt-Einkäufers? Den typischen Kunden, den gibt es hier nicht. „Es ist querbeet. Kinder kommen hier rein, alte Menschen. Vermehrt sind es junge Familien. Da merkt man schon, dass vielleicht ein neues Bewusstsein entsteht“, erläutert die junge Mutter. Vegetarier und Veganer sind auch angetan von dem Konzept, das größtenteils auf tierische Produkte verzichtet. Auf dem Bürgersteig vor dem Schaufenster stehen zwei ältere Damen. Sie schauen interessiert, „Es traut sich noch nicht jeder rein. Mancher würde sich das vielleicht gerne einmal angucken, verspürt aber eine Hemmschwelle. Wir freuen uns aber über jeden, selbst wenn man nur mal gucken und nichts kaufen möchte.“ Die Türglöckchen bimmeln, die zwei Frauen treten ein und werden von Olga mit einem freundlichen „Hallo“ begrüßt.

Text: Christian Bruneß

Schwanger ohne Fleisch

Powerfood für Veggie-Mütter

Is(s)t die Mama gesund, profitiert auch das Baby davon. Deshalb müssen Veggie-Mütter aber auch während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht zu Fleisch und Fisch greifen.

Ernährungswissenschaftlerin Sarah Schocke zeigt, welche Lebensmittel regelmäßig auf dem Speiseplan stehen sollten, um eine optimale Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen zu gewährleisten und präsentiert gesunde Gerichte zum Ausprobieren.

 OBST, GEMÜSE UND KRÄUTER

Sie liefern Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe satt. Je frischer die Ware, desto mehr Inhaltsstoffe bietet sie. Lagern Sie Obst, Gemüse und Kräuter deshalb nur kurze Zeit. Sie sind im Winter schwanger? Dann nehmen Sie Tiefkühlware. Und: Auch beim Kochen gehen Nährstoffe verloren. Knabbern Sie daher zwischendurch immer wieder gewaschenes (und geschältes) Obst und Gemüse.

HÜLSENFRÜCHTE

Linsen, Bohnen, Kichererbsen und Co. sind für Vegetarier vor allem als Eiweißlieferanten unentbehrlich. Doch auch zur Versorgung mit Mineralstoffen, Vitaminen und Ballaststoffen leisten sie einen guten Beitrag.

GETREIDE UND PSEUDOGETREIDE

Weizen, Dinkel, Haferflocken, Quinoa, Amarant, Hirse und Co. liefern dem Körper Kohlenhydrate, Eiweiß, Mineralstoffe, Vitamine und Ballaststoffe. Je mehr Sie abwechseln, umso mehr profitieren Sie und Ihr Kind von der unterschiedlichen Zusammensetzung.

NÜSSE, KERNE UND SAMEN

Energie in Form von gesunden Fetten, dazu eine Portion Eiweiß sowie viele Vitamine und Mineralstoffe machen die kleinen Kraftpakete auch für Sie und Ihr Kind so wertvoll. Lein- und Rapsöl, Walnüsse und Chiasamen stellen die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren sicher, die wichtig für die Entwicklung von Gehirn und Netzhaut sind. Da Vegetarierinnen keinen Fisch essen, kommen diese Fettsäuren oft zu kurz.

EIER, MILCH UND MILCHPRODUKTE

Eier, Milch und Milchprodukte liefern Vegetariern nicht nur gut verwertbares tierisches Eiweiß, sondern auch Vitamin B12.

Süßkartoffeln

Gefüllte Süßkartoffeln mit Spinat und Feta

Gefüllte Süßkartoffeln mit Spinat und Feta

Für 4 Personen

4 Süßkartoffeln à etwa 300 g, 4 EL Olivenöl, 350 g junger Spinat, 1 Knoblauchzehe, 3 Lauchzwiebeln, 100 g Feta, 1 Granatapfel (klein), 2 EL gehackte Walnüsse, 3 Zweige Minze, Salz, Pfeffer; außerdem Backpapier und Küchengarn

1. Den Backofen auf 200 °C (Umluft 180 °C, Gas Stufe 4) vorheizen. Süßkartoffeln gründlich säubern. Aus Backpapier 4 Bögen zuschneiden. Kartoffeln mit 2 Esslöffeln Olivenöl bestreichen und mit Salz und Pfeffer würzen.

2. Jede Kartoffel in einen Bogen Backpapier wickeln und mit Küchengarn zusammenbinden. Im Ofen für etwa 40 Minuten backen.

3. Inzwischen den Spinat abwaschen und abtropfen lassen. Knoblauch schälen und fein hacken. 1 Esslöffel Öl in einem Topf erhitzen, Knoblauch etwa 2 Minuten darin anbraten. Spinat dazugeben und zusammenfallen lassen. Vom Herd nehmen und mit Salz und Pfeffer würzen. Lauchzwiebeln putzen, abspülen, in dünne Ringe schneiden und unterheben.

4. Den Feta abtropfen lassen und grob zerbröseln. Den Granatapfel halbieren und die Kerne herauslösen. Walnüsse grob hacken. Minze abspülen, trocken schütteln und die Blätter von den Stielen zupfen.

5. Kartoffeln aus dem Backpapier nehmen, längs einschneiden, in eine ofenfeste Form legen und mit Spinat und Feta befüllen. Für etwa 3 bis 5 Minuten überbacken. 6. Vor dem Servieren mit Granatapfelkernen, Walnusskernen und Minze bestreuen.

Zeit: ca. 20 Min. + 45 Min. Backzeit Pro Portion: ca. 620 kcal, 11 g EW, 25 g F, 82 g KH

Entnommen aus Heft 04/2018

Jackfruit

Jackfruit – die fruchtige Fleisch-Alternative

Vielfalt hat einen fruchtigen Namen: Die Jackfruit schmeckt reif und unreif, im Dessert oder als Fleisch-Alternative. Trotz einer jahrhundertealten Geschichte kommt die tropische Frucht erst jetzt so richtig in Europa an.

Und da ist ein weiterer Baum, der sowohl selbst ein Baum von riesiger Größe ist und zudem eine Frucht produziert, die wundervoll groß und süß ist. Diese wird als Lebensmittel von den indischen Weisen benutzt, von jenen, die keine Schuhe tragen“, schrieb um 300 vor Christus der griechische Philosoph und Naturforscher Theophrastos. Hinter dieser bereits vor Jahrhunderten beschriebenen und verzehrten Frucht verbirgt sich die Jackfruit – die größte Baumfrucht der Welt.

Die Früchte mit der genoppten Schale erreichen einen Durchmesser von 50 Zentimetern – bei einer Länge von einem Meter und einem Gewicht von 30 Kilogramm. Doch es ist nicht nur die Größe, die die Frucht außergewöhnlich macht. „Mit der Jackfruit kann man, nimmt man sie unreif, herzhafte Gerichte zaubern sowie exotische Fruchtsalate und andere köstliche Nachspeisen, wenn man sie im reifen, süßen Zustand verwendet“, beschreibt der vegane Koch Thomas Glässing die Vielseitigkeit der Frucht. Er hat der Jackfruit ein komplettes Kochbuch gewidmet.

FAST VERGESSEN

Die tropische Frucht ist kalorien- und fettarm sowie reich an Mineral- und Ballaststoffen. Trotz dieser Eigenschaften, die Jack schon quasi zur Superfrucht werden lassen, wird die Frucht in ihrer tropischen Heimat kaum noch genutzt. So verrotten in Indien 70 bis 80 Prozent der Früchte. Besonders im Süden Indiens gilt die Jackfruit als Armeleuteessen. Doch das Schattendasein der Jackfruit wird in letzter Zeit vor allem durch junge Touristen aus den USA und Europa beendet. Annie aus Boulder (Colorado), Gründerinvon „The Jackfruit Company“, entdeckte 2011 bei einer Reise nach Indien die Frucht und deren Potenzial auf einem Markt.

Heute ist ihre „The Jackfruit Company“, in Kooperation mit „Global Village Fruit“, laut eigener Angabe der weltweit größte Anbieter von Jackfruit-Produkten. Dabei arbeitet das US-Unternehmen mit über 300 Farmen in Indien zusammen. Jacky F ist das deutsche Pendant zu Annie. Julia – die Frau hinter Jacky F – hat in einem kleinen Restaurant in Sri Lanka die Jackfruit zunächst mit Hühnchen verwechselt. Mit ihrem Food-Startup bringt sie die Frucht von Colombo mit dem Schiff nach Hamburg. Auch hinter „Who’s Jack“, steckt ein junges deutsches Paar, das ebenfalls Bio-Jackfruit in Gläsern auf dem deutschen Markt anbietet.

FRUCHT FÜR DIE ZUKUNFT

Langsam findet auch in Asien ein Umdenken statt, und die Frucht gewinnt wieder an Popularität. Schließlich gilt die Jackfruit als Chance für Regionen mit Ernährungsunsicherheit. Ein Baum kann hundert Jahre alt werden und jährlich 100 bis 250 Früchte tragen. Dabei ist nicht nur die Frucht vielfältig zu verwenden. Das Holz des Baums eignet sich für den Möbel- und den Instrumentbau – eine Jacky für wirklich alle Fälle.

Kerstin Börß

Entnommen aus VF 05/2018