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Gesunde Darmfunktion

Er ist bis zu acht Meter lang und filtert Tag für Tag alle für uns verwertbaren Nährstoffe aus der Nahrung heraus: Besonders eine ungesunde Ernährung kann unserem Darm jedoch mächtig zu schaffen machen.

Unser Darm leistet Schwerstarbeit:

Im Laufe unseres Lebens passieren ca. 80 Tonnen Lebensmittel und Flüssigkeiten den Verdauungstrakt. Der wichtigste Teil des Verdauungstraktes ist der Darm, der in Dick- und Dünndarm unterteilt wird. Der Hauptverdauungsteil findet im Dünndarm statt, wo die Nährstoffe in ihre Einzelbausteine gespalten und durch die Blut- oder Lymphbahnen zu den Zellen transportiert werden.

Aufgaben des Darms

Die Aufgaben des Darms, der eine Oberfläche von ca. 400 m² hat, sind vielfältig. Einerseits ist er für die Verdauung verantwortlich, andererseits reguliert er den Wasserhaushalt und sorgt für die Produktion von Hormonen, Enzymen und Botenstoffen. Im Dickdarm befindet sich die Gesamtheit der Mikroorganismen, die sogenannte Darmflora. Etwa 70 Prozent der Abwehrzellen eines Menschen sitzen in der Darmschleimhaut. Die Darmflora besteht aus ca. 100

Billionen nützlicher Mikroorganismen. Nach aktuellen Untersuchungen können die Darmmikroben das Risiko, an Diabetes oder Krebs zu erkranken, vermindern und es gibt Hinweise darauf, dass sie auch die Psyche beeinflussen.

Pflege für den Darm

Der Darm ist das wichtigste Verdauungsorgan. Die von uns aufgenommene Nahrung kann dabei bis zu 160 Stunden, also 6 ½ Tage, im Darm verweilen. Bei dieser langen Dauer sollten wir besonders auf unsere Ernährung achten. Erfahrungsgemäß essen wir aber zuwenig Obst und Gemüse und nehmen zu viele tierische Lebensmittel, Fett, Zucker und Weißmehl zu uns. Diese Ernährung kann zu schweren Darmproblemen führen. Eine Ernährungsumstellung auf mehr pflanzliche Kost mit einem hohen Ballaststoffanteil kann schnell zu einer Verbesserung der Probleme führen.

Mein Tipp: Bauen Sie täglich mehr frisches Obst, Gemüse und Kräuter, sowie Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte in Ihre Ernährung ein. Steigern Sie langsam und allmählich Ihren Ballaststoffanteil in der Nahrung, da der Darm sich erst einmal an die erhöhte Zufuhr gewöhnen muss. Um die Darmflora zu stärken, empfehle ich Ihnen, täglich angesäuerte Milchprodukte wie Joghurt, Kefir oder Buttermilch sowie angesäuertes Gemüse oder Gemüsesäfte zu sich zu nehmen. Denn angesäuerte Lebensmittel helfen, schlechte Mikroorganismen und deren Abbauprodukte unschädlich zu machen. Unterstützen kann man das Ganze auch durch probiotische Produkte, die Darmbakterien enthalten. Hier können Sie sich im Reformhaus oder in der Apotheke beraten lassen.

Natürliche Hilfe: Das beste All-Heilmittel für den Darm habe ich schon in meiner Kindheit zu trinken bekommen: Anis-Kümmel-Fenchel-Tee. Die darin enthaltenen ätherischen Öle wirken bei Darmkrämpfen krampflösend.

Expertin

Monique ProskeUnsere Autorin Monique Proske arbeitet als Ernährungs- und Logi-Beraterin sowie Nordic Walking- und Personal-Trainerin. Sie hat Haushalts- und Ernährungswissenschaften studiert und zudem Aus- und Weiterbildungen im Bereich Sport absolviert.

 

 

Entnommen aus: VF 6-14

Gesund durch den Winter

Gesund durch den Winter

Starke Abwehrkräfte

Mit einer ausgewogenen Ernährung und Lebensmitteln, die gezielt das Immunsystemstärken, kommen Sie gesünder durch den Winter und aktivieren Ihre Selbstheilungskräfte.

 

Bananen Bananen sind nicht nur ein gesunder Energielieferant für zwischendurch. Die Gelbfrucht enthält neben Magnesium einen hohen Anteil an Vitamin B6. Das regt die Antikörperproduktion an und sorgt für ein intaktes Immunsystem.

 

 

Chili Scharfes Essen kurbelt Ihr Immunsystem an. Der in Chili enthaltene Scharfmacher Capsaicin stärkt Ihre Abwehrkräfte, indem er antiallergisch und wachstumshemmend auf Bakterien sowie Viren wirkt. Wenn Sie sich bereits einen Schnupfen oder eine Erkältung eingefangen haben: Essen Sie eine scharf gewürzte Suppe und geben dem Körper anschließend Ruhe. Die schweißtreibende Suppe kurbelt das Immunsystem an und hilft Ihnen, schneller zu regenerieren.

 

Cranberries Mischen Sie getrocknete Cranberries in Ihr Müsli oder trinken Sie Cranberrie- Saft. Cranberries haben eine präventive Wirkung gegen bakterielle Infektionen und wirken entzündungshemmend. Sie verhindern, dass sich Bakterien an den Zellwänden festsetzen. So können Sie Harnwegsinfektionen vorbeugen oder wirksam behandeln.

 

 

Honig Die im Honig enthaltenen Enzyme stärken die Widerstandskraft des Körpers gegen grippale Infekte und wirken präventiv, denn der Körper nimmt mit dem Honig natürliche Abwehrstoffe auf. Honig enthält außer Vitaminen auch größere Mengen Eisen. In Kombination mit Zimt regt Honig die Bildung weißer Blutkörperchen an. Naturbelassener Honig schmeckt auf Brot, eignet sich aber auch beim Zubereiten von Speisen und heißen Getränken, wie Salatsauce, gebackenem Ziegenkäse und Tee.

 

Ingwer Kochen Sie mit Ingwer, denn die in der Wurzel enthaltenen Scharfstoffe (Gingerole) und ätherischen Öle heizen mächtig ein. Sie regen den Kreislauf an, wirken hustenstillend, entkrampfend und antibakteriell. Sie helfen präventiv, aber auch bei ersten Anzeichen einer Erkältung. Besonders gut schmeckt Ingwer in Suppen und Wok-Gerichten. Oder probieren Sie doch mal einen Ingwer-Zitronen-Tee: Dafür schälen Sie ein etwa 2 cm großes Stück Ingwer dünn ab und überbrühen es in einer Tasse mit heißem Wasser. Je länger der Ingwer zieht, desto schärfer wird der Tee. Wenn der Sud leicht abgekühlt ist, frische Zitrone oder Orange zugeben.

 

Knoblauch Auch Knoblauch hilft gegen Erkältungen und Grippe. Zugleich ist Knoblauch ein natürliches Antibiotikum, da die enthaltenen Schwefelöle Bakterien, Viren und Protozoen (Parasitenart) auf Natürliche Weise bekämpfen. Daneben versorgt Knoblauch den Körper mit Vitamin A, B und C. Neueste Forschungen haben ergeben, dass der tägliche Verzehr von Knoblauch das Risiko, eine Erkältung zu bekommen, um die Hälfte reduziert. Aber auch, wenn man bereits erkältet ist, geht die Erkrankung durch den Verzehr von Knoblauch schneller vorüber.

 

Zitrusfrüchte Pressen Sie sich täglich eine frische Zitrone oder essen Sie frische Orangen. Der hohe Vitamin-C-Gehalt in den Früchten hilft, die Abwehrkräfte zu mobilisieren. Sie wirken antibakteriell, belebend und entzündungshemmend. Eine heiße Zitrone ist das ideale Getränk zur Prävention und Heilung von Erkältung und Grippe.

 

 

Zwiebel Zwiebeln verleihen Ihrem Essen nicht nur einen guten Geschmack, die in Zwiebeln enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe und der Zwiebelstoff Allicin haben eine heilende Wirkung und hemmen das Bakterienwachstum. Nebenbei sorgen Zwiebeln auch für gute Laune. Falls der Husten Sie doch mal erwischt, hilft ein selbstgemachter Zwiebelsirup, den Husten zu vertreiben: Dafür sechs Zwiebeln und sechs Knoblauchzehen kleinschneiden, andünsten und mit 250 ml dunklem Bier ablöschen, 15 Min. ziehen lassen und mit sechs EL Honig süßen. Davon nehmen Sie drei Mal täglich zwei EL ein.

Beitrag entnommen aus: VF 06-14

Histamin-Intoleranz

Histamin-Intoleranz: Eine Krankheit, viele Gesichter

Atemnot, Migräne, Bauchgrummeln: Wie sich eine Histamin-Intoleranz beim Einzelnen äußert, kann ganz unterschiedlich sein. Und viele, die darunter leiden, wissen es nicht einmal.

Histamin ist sowohl eine körpereigene Substanz, als auch ein Inhaltsstoff von Lebensmitteln. Es kann vom gesunden Körper mittels des Enzyms Diaminoxidase abgebaut werden. Liegt eine Histamin-Intoleranz vor, geschieht der Abbau entweder nicht in ausreichendem Maße oder nicht schnell genug. Typische Symptome einer solchen Intoleranz sind Juckreiz, Hautrötungen und Quaddelbildung sowie Magen- und Darmbeschwerden. Oft kommen noch Kopfschmerzen oder Migräne nach demEssen dazu. In seltenen Fällen klagen Betroffene über eine laufende Nase, Atemwegsbeschwerden, Herzrhythmusstörungen oder chronisch niedrigen Blutdruck.

Nicht jeder Betroffene zeigt jedoch die gleiche Symptomatik. Da Histamin in unserem Körper zahlreiche Funktionen erfüllt, kann bei einer Intoleranz eine besonders breite Palette von Symptomen auftreten, die unterschiedliche Organsysteme betreffen können. In Verdachtsfällen sollte daher umgehend der Diaminoxidase-Status ermittelt werden. Liegt ein Mangel vor und treffen einige oder viele der hier aufgeführten Symptome vor, sollte der Patient Histamin so gut wie möglich meiden. Oft kann so in zwei bis drei Wochen eine deutliche Symptomverbesserung erzielt werden.

Finger weg von Früchten & Nüssen

Bei einer Histamin-Intoleranz muss darauf geachtet werden, dass nicht zu viel Histamin über die Nahrung aufgenommen wird. Hier sollte vor allem auf folgende Lebensmittel verzichtet werden:

  • gut gereifter Käse, Fisch, Meeresfrüchte und Fleisch
  • Alkohol in Form von Rotwein, Sekt und Champagner
  • Nüsse und Schokolade
  • Tomaten, Spinat, Auberginen, Avocados, Sauerkraut und Essiggurken
  • Bohnen, Hülsenfrüchte und Sojaprodukte
  • einige Obstsorten wie Erd- und Himbeeren, Bananen, Birnen und Kiwi sowie alle Zitrusfrüchte
  • oft Hefe und Weizen (individuell) Neben diesen Lebensmitteln darf aber auch die körpereigene Histaminbildung nicht aus dem Auge gelassen werden. Es gibt bestimmte Substanzen, so genannte Histmin-Liberatoren, die Histamin im Körper freisetzen. Auch auf diese sollte verzichtet werden. Zu ihnen gehören:
  • Medikamente wie Aspirin, Röntgen-, Kontrast- und Schmerzmittel, Anästhetika
  • Insekten- und Schlangengifte
  • physikalisch akute Empfindungen wie Kälte, Hitze, Druck, Reiben

Tipp:

Wenn Sie einmal histaminreich gegessen und Beschwerden haben, empfehle ich Ihnen, den Abbau zu beschleunigen, indem Sie mittels Darmbakterien (in Kapsel- oder Pulverform) die Darmflora und die Darmschleimhaut verbessern. Weiterhin empfehle ich Ihnen, regelmäßig Ihren Eisen- und Vitamin-B12-Status überprüfen zu lassen. Denn meistens liegt durch den gereizten und entzündeten Darm ein Mangel vor. In diesem Fall lohnt sich eine Supplementierung.

Expertin

Unsere Autorin Monique Proske arbeitet als Ernährungs- und Logi-Beraterin sowie Nordic Walking- und Personal-Trainerin. Sie hat Haushalts- und Ernährungswissenschaften studiert und zudem Aus- und Weiterbildungen im Bereich Sport absolviert

 

Monique Proske

Beitrag entnommen aus: VF 05-14

Asiatische Kampfkünste

Asiatische Kampfkünste: Training für Körper und Geist

Asiatische Kampfsportarten schulen nicht nur die Kondition und das Reaktionsvermögen. Richtig angewendet, sind sie vielmehr eine Lebenseinstellung, die weit über Selbstverteidigung hinausgeht und dabei hilft, zur Ruhe zu kommen. Wir haben das einmal ausprobiert und kamen tatsächlich entspannt vom Karatetraining zurück.

Ein Schrei. Laut und schrill. Und dann noch einer. Ich zucke zusammen, bleibe stehen und zweifle kurz. Will ich da wirklich rein? Dann gebe ich mir einen Ruck, drücke die Klinke herunter und öffne die Tür. Ich sehe eine Gruppe von Frauen und Männern, alle in weiß gekleidet. Sie laufen nebeneinander her, schlagen in die Luft – dann schreien sie wieder.

Wie albern, ist das erste, was mir durch den Kopf schießt. Gerade als ich darüber nachdenke, auf dem Absatz kehrt zu machen, spricht mich eine der weißen Gestalten an. „Sie kommen zum Probetraining, richtig?“. Ein kurzes „Ja“ später finde ich mich inmitten einer Gruppe wieder, die darauf wartet, dass das 18-Uhr-Training beginnt. Als ich sehe, dass einige von ihnen auch nur ganz normale Sportklamotten tragen, fühle ich mich direkt wohler. Zeit für Gespräche, die länger dauern als „Hallo, bist Du neu hier?“ bleibt aber nicht. In den nächsten Minuten fühle ich mich wie beim Vokabeltraining. „Senei“ heißt Trainer, die Trainingshalle wird „Dojo“ genannt und ich bin – zumindest für heute – ein „Karateka“, was so viel heißt wie Schüler.

Rituelle Begüßung

Dass Etikette im Karate großgeschrieben wird, hatte ich bei meiner Internetrecherche aufgeschnappt. Und was das bedeutet, erfahre ich sofort. Jedes Training beginnt mit einer rituellen Begrüßung. Dabei werden die Augen geschlossen und es wird meditiert. So sollen die Alltagssorgen abgestreift werden, um sich voll und ganz auf das Training konzentrieren zu können. Ich blinzle und bin erstaunt, wie diszipliniert das von statten geht. Auf den Befehl „Mokuso Yame“ öffnen alle wieder ihre Augen. Nachdem mit weiteren Ausrufen der Trainingshalle die Ehre erwiesen und der Senei begrüßt ist, beginnt das eigentliche Training. Zunächst wird – wie bei den meisten anderen Sportarten – viel Wert auf ein ausgiebiges Aufwärmen gelegt.

Ein wenig Kopfkreisen, Halsmuskulatur  dehnen, bewegen. Arme kreisen und deren Muskulatur strecken. Dann sind Beine und Füße dran. Spätestens nach den Liegestütz und Sit-Ups fühle ich mich, als würde ich allein das Aufwärmen nicht überstehen. Dabei geht es jetzt erst richtig los. Die erste Einheit nennt sich „Kihon“. Das ist die Grundschule, die alle Techniken beinhaltet. Zuerst lerne ich, wie ich stabil auf meinen Beinen stehe – mit tief gebeugten Knien. Schon nach wenigen Minuten schmerzen die Oberschenkel, ich kann kaum noch stehen, meine Beine zittern. Dann soll ich in dieser Stellung laufen, ohne hoch zu kommen. Ich japse nach Luft, ist das anstrengend. Es folgen einfache Armtechniken, Fauststöße nach vorn oder eine einfache Abwehr mit dem Arm. Was bei der Gruppe von vorhin so einfach aussah, sind komplexe Bewegungsabläufe, die ich auf Anhieb nicht auf die Reihe bekomme.

Vor, zurück. Wie war das noch mit dem Fuß? Und wohin mit dem Arm? Mir wird bewusst, was für eine Körperbeherrschung dahinter steckt. Und selbst der Schrei, „Kiai“ genannt, entpuppt sich als gar nicht so blöd. Im Gegenteil, er hilft dabei, die Kraft durch explosives Ausatmen zu bündeln und bringt einen dazu, sich selbst zu überwinden. Zugegeben, als ich das erste Mal an der Reihe bin, ist es mir schon etwas peinlich. „Nur keine Hemmungen“, sagt der Senei. „Wer es schafft, die unnötige Scham zu überwinden, hat direkt etwas für das Selbstbewusstsein getan.“ Und tatsächlich. Mit jedem Mal fällt es mir leichter. Ein befreiendes Gefühl.

Meditativer Charakter

Die nächste Einheit heißt „Kata“. Hierbei wird ein Kampf gegen imaginäre Gegner simuliert, wobei Angriff und Abwehr zu einem einheitlichen Fluss von Techniken verbunden werden. Alles nach einem festgelegten Muster. Drei aus der Gruppe machen es vor und bewegen sich mit begeisternder Synchronität. Ich erfahre: Katas gibt es in vielen unterschiedlichen Formen und Schwierigkeitsgraden. Jede für sich schult nicht nur die Technik, sondern auch die innere Haltung: Atmung, Ruhe, Gelassenheit und Rhythmus. Ich realisiere: Karate ist viel mehr als ein dumpfes Draufgehaue, wie es in den einschlägigen Filmen auf die Leinwand vermittelt wird. „Die jahrelangen ständigen Wiederholungen haben auch einen meditativen Charakter“, nennt Katja den Grund, warum sie so gerne zum Training kommt. „Während des Trainings kann ich komplett abschalten, danach fühle ich mich wie im Kopf geduscht.“

Sie hält inne und nennt noch einen weiteren Nebeneffekt: „Zwar ist das Training nicht in erster Linie als Selbstverteidigungskurs zu verstehen, bei dem man schon nach kurzer Zeit für den Ernstfall bereit ist, aber ich fühle mich zunehmend sicherer, wenn ich mal alleine auf der Straße unterwegs bin.“Jetzt bin ich an der Reihe. Was einfach klingt, macht mir ganz schön zu schaffen. Atme ich richtig, wie war das nochmal mit dem Rhythmus und der Spannung?

Es fällt mir schwer, allein zwei dieser Bewegungsmuster aneinander zu reihen. „Das ist ganz normal“, beruhigt mich Katja, die schon seit einem Jahr dabei ist. „Mit der Zeit bekommt man ein ganz neues Gefühl für seinen Körper. Vieles funktioniert dann wie von alleine.“ Ich beginne zu erahnen, wie viel Mühe und Übung selbst in einer einfachen Kata stecken. Obwohl meine Arme schmerzen und die Beine schwer sind: Mein Ehrgeiz ist geweckt, ich versuche es noch einmal.

Kein Körperkontakt

Als letztes erfahre ich, um was es beim „Kumite“ geht. Hierbei stehen sich zwei Karateka gegenüber und beginnen nach Absprache mit gegenseitigen Angriffen und Abwehrtechniken. Besonders bei Anfängern gibt es dabei –wenn alles gut läuft – keinen Körperkontakt. Der Respekt vor dem anderen steht immer an erster Stelle. Anja und Karsten machen es vor: Ihr Fuß zuckt hoch und stoppt Millimeter hinter seinem Kopf. „Durch das Abstoppen der Techniken vor dem Körper des Gegners bekommt man ein hervorragendes Distanzgefühl“, erklärt der Senei. Und wenn das mit dem Abstoppen mal nicht hinhaut? Naja, das ein oder andere blaue Auge habe es schon gegeben, erfahre ich. Aber schwerwiegendere Verletzungen seien beim Karate eine Seltenheit. Ich bin beruhigt – schaue aber trotzdem heute dabei nur zu. Dafür ist beim nächsten Mal noch Gelegenheit. Denn – und das hätte ich vor 60 Minuten nicht für möglich gehalten – ich werde wiederkommen

Entspannen auf asiatisch

  • Aus China: Tai Chi: Wer einen Ausgleich zum hektischen Alltag sucht, ist beim Tai Chi genau richtig. Der Schwerpunkt dieser einst explosiven Boxtechnik liegt heute auf dem gesundheitsfördernden Aspekt, wobei die körperliche und mentale Balance gefördert werden sollen. Auch im Bereich Stressabbau sind die meditativen Bewegungen, die alleine oder mit Partner durchgeführt werden, sehr hilfreich.
  • Aus Korea: Taekwondo: Taekwondo ist eine waffenlose Kampfkunstübung für Körper, Geist und Psyche. Alle Energien sollen im Einklang mit dem Atem von der Mitte aus gehen und zu ihr zurückfließen. Zu den wichtigsten Techniken gehören Kicks in Bauchoder Kopfhöhe, die allesamt Schnelligkeit, Beweglichkeit und Kraft sowie Geduld und innere Ruhe fördern.
  • Aus Japan: Kyudo: Kyudo gehört zu den traditionellen japanischen Kampfkünsten, die sich aus den Waffentechniken der Samurai entwickelt haben. Der asymmetrisch gegriffene Bogen erfordert eine besondere Schießtechnik, die nur durch langes und intensives Üben zu erlernen ist. Über festgelegte Bewegungsphasen müssen Körperhaltung und -spannung genau koordiniert werden. Es geht um mehr als die Strecke, die der Pfeil zurücklegt. Konzentration, innere Ruhe und Gelassenheit sind Fähigkeiten, die in der Auseinandersetzung mit dem Bogen geformt und entwickelt werden.

Laura Kathrein Müller

Beitrag entnommen aus: VF 05-14

 

Fasten ohne Verzicht - Rohkost-Fasten

Fasten ohne Verzicht – Rohkost-Fasten

Haben Sie schon einmal über das Fasten nachgedacht, bislang aber weder Mut noch Muße gehabt, es wirklich einmal anzugehen? Vielleicht ist dann das Rohkost-Fasten genau das Richtige für Sie. Denn hungern müssen Sie dabei nicht.

Ich fühle mich wie frisch verliebt“, sprudelt es aus Anna heraus. Ihr Glücksrezept: Seit fünf Tagen ist sie Teilnehmerin einer Fastenkur und nimmt täglich ausschließlich Rohkost zu sich – in Form von Obst, Salat, Gemüse und Nüssen. Trotzdem fühlt sie sich nicht hungrig, sondern einfach nur gut. Das Geheimnis dieser tiefen Zufriedenheit in Körper, Geist und Seele Das Rohkostfasten entschlackt und entgiftet den Körper auf sanfte Weise. Das Körpergewebe wird gründlich, aber schonend gereinigt, Vitalstoffmängel werden beseitigt und das Immunsystem sowie Selbstheilungsprozesse durch einen hohen Anteil an organischen Mineral- und wertvollen Ballaststoffen, Vitaminen, Spurenelementen und Enzymen aktiviert. Anna fühlt sich frei und doch geerdet, wirkt fröhlich und gelöst. Und das Beste daran: Sie muss nicht hungern.

„Hausputz“ des Körpers

Eine Auszeit vom Alltag zu nehmen oder sich in einem Leben voller Überfluss wieder auf das Wesentliche zu besinnen sind oftmals Anlässe, um zu fasten. Auch Anna hatte dieses Gefühl, sehnte sich nach wohltuendem Stillstand und inspirierendem Neubeginn. Aber eine ganze Woche ohne feste Nahrung, wie es zum Beispiel bei der Methode nach Dr. Otto Buchinger praktiziert wird, konnte sie sich nicht vorstellen. Eine Reise vom Zuviel ins Nichts – das ist einfach nicht ihr Ding. Anders als beim herkömmlichen Fasten muss die 34-Jährige beim Rohkost-Fasten auf Genuss nicht verzichten. Im Gegenteil: Hier kann sie sich auf eine reiche Auswahl an köstlichem Obst und knackigem Gemüse freuen, die ihr als Rohkost verzehrt noch alle lebensnotwendigen und gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe ohne Verluste zuführen. Denn jede Hitzebehandlung – egal ob Kochen, Braten, Backen oder Frittieren – mindert den physiologischen Wert unserer Nahrung: So gehen beispielsweise beim Kochen über 85 Prozent der Nährstoffe von Lebensmitteln verloren.

Mittels Rohkost aber kann der Körper sein Reservoir an essenziellen Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen, Enzymen und Spurenelementen auffüllen – und gleichzeitig damit beginnen, sich auf sanfte Art und Weise zu reinigen. Zu diesem Reinigungsprozess gehört aber auch: kein Alkohol und keine Zigaretten. Und auch auf ihre morgendliche Tasse Kaffee muss Anna verzichten. Am ersten Tag noch undenkbar, fällt ihr dieser Verzicht mit zunehmender Dauer der Kur immer leichter. Schon nach drei Tagen fehlt ihr das dunkle Gebräu nicht mehr. Im Gegenteil. Sie ist überrascht, wie groß die Vielfalt an pflanzlichen Lebensmitteln ist, die roh verzehrt lecker schmecken.

Große Auswahl an Lebensmitteln

Die Grundlage ihres Speiseplans bilden frisches reifes Obst, Trockenobst, frische Grünblattsalate und Gemüse der Jahreszeit – am besten aus wenig belastetem, kontrolliert biologischem Anbau. Auch grobe Kohlarten wie Wirsing-, Weiß-, Rot-, Grün- und Rosenkohl lassen sich zu wohlschmeckender Rohkost anrichten. Des Weiteren empfehlen sich Möhren, Sellerie, Rote Beete, Äpfel, Sprossen und Keimlinge, Samen, Nüsse, Mandeln, Avocados und in Maßen frisches Sauerkraut und Oliven. Das Gute: Rohkost wirkt einerseits appetitanregend, auf der anderen Seite zeigt sie Heißhungerattacken die rote Karte. Und das wiederum ist gut für die Figur. Dazu fällt die Leistungskurve nach dem Genuss von Rohkost in der Regel nicht so stark ab, Ermüdungserscheinungen vom Essen sind die Seltenheit. Distanziert von Verpflichtungen sowie Alltags- und Medienstress fühlt auch Anna sich schon nach wenigen Tagen fitter und aktiver. Zudem tragen Entspannung, Erholung, Schlaf und ausreichend Bewegung an der frischen Luft zu ihrem Wohlfühl-Effekt bei.

Nach sieben Tagen geht Annas Fastenkur zu Ende. Sie strahlt, ist einige Pfunde leichter, ihr Hautbild scheint schöner. Sie genießt es, Gerüche und Geschmäcker viel intensiver wahrzunehmen, als es noch vor dieser Kur der Fall war. Sie hat ein völlig neues Körpergefühl, spürt wieder einen natürlichen Rhythmus zwischen Aktivität und Entspannung, zwischen Verdauen und Essen. Anna ist sich sicher: Rohkost wird ihren Ernährungsplan auch in den nächsten Tagen bestimmen. Und geht es nach ihrem aktuellen Glücksgefühl, sicher auch noch lange darüber hinaus.
Was Rohkost bewirken kann:

  • Verbesserung von Wohlbefinden, Fitness und Gesundheit
  • Stärkung des Immunsystems
  • Entlastung der Verdauungsorgane
  • Abnehmen, ohne zu hungern
  • Schutz vor ernährungsabhängigen Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes u. v. m.
  • Heißhunger, Überessen und Völlegefühl verschwinden
  • Rohkost stillt den Durst und fördert die Wasserausscheidung
  • Die Kaumuskulatur wird trainiert und die Nahrung besser eingespeichelt
  • Die Enzyme in der Rohkost helfen bei der Verdauungsarbeit

Laura Kathrein Müller

Beitrag entnommen aus: VF 02-14

Vitamin D: Gutes aus der Sonne

Vitamin D: Gutes aus der Sonne

Sonnenlicht und Cholesterin: Mehr braucht der Körper nicht, um Vitamin D zu produzieren. Ein Mangel hat gravierende Folgen für Körper und Gemüt.

Kennen Sie Ihre aktuelle Vitamin-D-Konzentration in Ihrem Blut? Nein? Damit sind Sie nicht alleine. Denn der Vitamin-D-Spiegel wird nur in seltenen Fällen bei einer normalen Blutuntersuchung mit bestimmt. Laut neuesten Erkenntnissen leiden jedoch 80 Prozent der Bevölkerung unter einem Mangel. Und ein solcher Mangel ist ein Risikofaktor für viele Zivilisationskrankheiten. Denn: Vitamin D ist für die Calciumeinlagerung in den Knochen und somit zur Prävention von Osteoporose wichtig. Darüber hinaus zeigen verschiedene Studien, dass ein Vitamin-D-Mangel, der sich in seinen Anfängen durch eine ständige Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche ausdrückt, auch zu Rachitis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Autoimmun-und Stoffwechselerkrankungen führen kann. Diskutiert werden auch Zusammenhänge zwischen einem Vitamin-D-Mangel und Depressionen, Alzheimer und Verschiedenen Krebserkrankungen.

Blutwertermittlung

Bei der Blutwertbestimmung wird nicht das eigentliche Vitamin-D (Calciol) gemessen, sondern die Speicherform, das sogenannte 25-Hydroxy-Vitamin-D. Die Speicherform bleibt, im Gegensatz zum ursprünglichen Vitamin D, drei Wochen im Körper stabil und gibt somit eine gute Einsicht in die aktuelle Versorgung des Körpers während der letzten Monate. In den meisten Fällen wird das 25-Hydroxy-Vitamin-D in Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) angegeben. Bei Werten unter 10 ng/ml liegt ein starker Mangel vor. Neue Erkenntnisse zeigen jedoch, dass bereits ein Wert unter 30 ng/ml zu gestörten Funktionen des Körpers führen kann.

Sonne als wichtigster Lieferant

Die Sonne ist der wichtigste Vitamin-D Lieferant. Denn bei Sonnenlicht wird unter der Haut ein chemischer Prozess ausgelöst, der den lebenswichtigen Baustoff erzeugt. Dafür genügt bereits ein relativ kurzer Aufenthalt im Freien. Im Winter ist das in unseren Breitengraden allerdings ein Problem: Dann steht die Sonne tief, sodass die Sonnenstrahlen in einem flachen Winkel einfallen und ihre Wirkung meist nicht entfalten können.

Nur etwa 10 bis 20 Prozent des im Körper gespeicherten Vitamin D stammt aus Lebensmitteln, da es nur sehr wenige gibt, die größere Mengen des Vitamins enthalten. In pflanzlichen Lebensmitteln liegt Vitamin D in D2-Form vor. Hier sind vor allem Pilze (Steinpilze, Champignons oder getrocknete Shiitake), Eier oder Gouda zu empfehlen. Sowohl die D3, als auch die D2-Form kann vom Körper in der Leber verwertet und in 25-Hydroxy-Vitamin-D umgewandelt werden. Die tägliche empfohlene Zufuhr liegt bei Kindern ab 1 Jahr, Erwachsenen und Älteren bei 20µg

Monique Proske

Entnommen aus VF 4-14

Basische Ernährung - Alles in Balance?

Basische Ernährung – Alles in Balance?

Sauer macht bekanntlich lustig. Das ist aber nicht immer richtig, denn säurebildende Nahrungsmittel können uns auch schlapp und müde machen. Eine basenreiche Ernährung hilft, den Säure-Basen-Haushalt in Balance zubringen. Kombiniert man dazu „Superfoods“, wird der Körper ausreichend mit Vitalstoffen versorgt.

Der Säure-Basen-Haushalt funktioniert wie das oberste Management im Körper und hält durch biochemische Prozesse den Ablauf des Stoffwechsels aufrecht. Je nach Aufgabe im Körper wird entweder eine saure oder basische Umgebung benötigt. Damit die Säuren- und Basenkonzentration im Körper in Balance vorliegt, muss das Säure-Basen Gleichgewicht dabei immer wieder reguliert werden. Je nach der Zusammensetzung der Speisen werden aus mineralstoffreichen Lebensmitteln eher Basen und aus kohlenhydrat- und eiweißreichen Lebensmitteln eher Säuren gebildet. Die Säuren binden sich an die Basen, um diese auszuscheiden. Sind zu viele Säuren im Körper unterwegs, können die Basen das Gleichgewicht nicht mehr richtig in Balance bringen.

Sauer und nicht lustig

Essen wir zu viele säurebildende Lebensmittel wie z.B. Fleisch, Milchprodukte, Eier, Fisch, Zucker, Alkohol oder Kaffee kann ein Ungleichgewicht entstehen. Vegetarier sind dabei schon gut aufgestellt, aber auch Getreide, Hülsenfrüchte und einige Gemüsearten können säuernd sein. Bei einer „Übersäuerung“ fühlen wir uns verstärkt müde und schlapp. Die Stimmung kann sich verschlechtern und der Stoffwechsel verlangsamt sich, die Haut wirkt fahl und blass. Man ist anfälliger für Infektionen und kann unter Kopfschmerzen, Verdauungsproblemen, Rückenschmerzen und anderen Beschwerden leiden.

Basischer Ausgleich

Die Balance der Säuren und Basen können wir mit einer vorwiegend basischen Ernährung mit Gemüse, Obst, Kartoffeln und anderen pflanzlichen Lebensmitteln unterstützen. Der Körper wird entlastet, der Stoffwechsel aktiviert und die Verdauung angeregt. Wir spüren mehr Energie, mehr Leistungsfähigkeit und die Haut wirkt frischer.

Sie müssen aber nicht 100 Prozent auf basische Lebensmittel setzen. Wenn der basenbildende Teil bei 80 und der säurebildende Teil bei 20 Prozent liegt, wird das gut ausgeglichen. So ist es kein Problem, wenn auch mal Eier, Hülsenfrüchte oder Milchprodukte auf den Teller kommen oder ein Glas Wein bzw. ein Stück Schokolade genossen wird. Kaffee kann gut mit reichlich Flüssigkeit wie Wasser oder Kräutertee ausgeglichen werden. Den Schokoriegel am Abend können ein Smoothie, Knabbergemüse oder Trockenobst wiederwettmachen.

Tipp: Sie können Ihren Säure-Basen-Zustand mit einem pH-Messstreifen aus der Apotheke im Urin testen. Morgens wird der Wert naturgemäß sauer sein und bei ca.6,5 liegen. Liegt der pH-Wert im Laufe des Tages weiter unter 7, wird es Zeit für eine basenreiche Ernährung.

Iris Lange-Fricke

Beitrag entnommen aus: VF 04-14

Vegetarische Ernährung bei Kindern

„Vollwertig muss es sein“ – Worauf es bei einer vegetarischen Ernährung von Kindern ankommt.

Edith GätjenErnährungswissenschaftlerin und Buchautorin Edith Gätjen, selbst vierfache Mutter, erklärt, worauf es bei einer vegetarischen Ernährung von Kindern ankommt.

 

 Foto: privat

Frau Gätjen, ist eine vegetarische Ernährung im Kindesalter gesund?

Ja, grundsätzlich schon. Eine wichtige Voraussetzung für eine gesunde vegetarische Kost ist natürlich eine vollwertige ausgewogene Zusammenstellung der Lebensmittel. Bei Kindern muss zusätzlich berücksichtigt werden, dass der Organismus andere Anforderungen an die Ernährung stellt, als es bei einem erwachsenen Menschen der Fall ist. Als Beispiel sei hier der viel höhere Energiebedarf von Kindern im Vergleich zu Erwachsenen zu nennen. Darüber hinaus benötigen Kinder auch deutlich mehr Calcium, Vitamin D und Vitamin C.

Und wie sieht es mit der Eisenversorgung aus? Ist sie durch eine rein pflanzliche Kost gewährleistet?

Pflanzliche Nahrung wie z. B. Haferflocken, Brokkoli oder Hülsenfrüchte enthalten mehr Eisen als Fleisch. Allerdings kann der Körper das Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln weniger leicht aufnehmen. Hinzu kommt, dass Milch und Milchprodukte wegen ihres hohen Gehalts an Kalzium die Resorption von Eisen hemmen. Die Zugabe von Vitamin C hingegen erhöht die Aufnahme von Eisen und hebt gleichzeitig die Wirkung resorptionshemmender Stoffe auf. Mein Tipp: Reichen Sie Ihrem Kind zu jeder Mahlzeit frisches Gemüse oder Obst, es darf auch mal ein frisch gepresster Saft sein.

Muss man als Elternteil Ernährungsexperte sein, um alles richtig zu machen?

Nein, natürlich nicht. Bei einer ausgewogenen und vollwertigen vegetarischen Ernährung, bei der neben pflanzlichen Nahrungsmitteln auch Milch und Eier verzehrt werden, ist es überhaupt kein Problem, das Kind ausreichend mit allen lebenswichtigen Nährstoffen zu versorgen. Die einzige Voraussetzung ist ein abwechslungsreicher Speiseplan. Das heißt: Variieren Sie die Gemüsesorten über die Woche hinweg und bieten Sie ihrem Kind dazu abwechselnd Vollkornreis oder -nudeln, Pellkartoffeln oder Hülsenfrüchte an. Dazu sollten auch Salat und frisches Obst ausreichend auf dem Plan stehen, ebenso Nüsse bzw. Nußmuse, die hochwertiges Eiweiß und auch wichtige Spurenelemente wie zum Beispiel Zink enthalten.

Es locken Pizza, Pommes und Pasta. Wie kann ich meinem Kind gesundes Essen schmackhaft machen?

Kinder können nur das essen, was Eltern einkaufen – und kleine Kinder machen ihren Eltern alles nach, also seien Sie Vorbild! Kinder mögen es knackig und bunt und satt muss es natürlich auch machen. Mein Tipp: Garen Sie das Gemüse bissfest und bieten Sie es mit „Sattmachern“ wie Vollkornnudeln, Hülsenfrüchten oder Ei an!

 

shutterstock_70901905Ein Glas Orangensaft hilft dabei,
dass das wichtige Eisen aus der Nahrung
besser aufgenommen werden kann

 

 

 

 

Interview: Laura Kathrein Müller
Beitrag entnommen aus: VF 02-14

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Vom Feld ins Fairnessregal – Fairtrade-Kaffee

shutterstock_134733380 800x60028.935 Tassen Kaffee werden
weltweit pro Sekunde getrunken.
Das sind rund 912 Milliarden
Tassen pro Jahr

 

Wer heute bewusst einkauft, findet immer mehr Produkte mit dem Fairtrade-Siegel. So ist auch fair gehandelter Kaffee in vielen Bioläden und Supermärkten ein fester Bestandteil des Sortiments.

Kaffee hat viele Gesichter. Es gibt die Tasse schwarzen Filterkaffee, die mit einem Schuss Kaffee oder Espresso verfeinerte geschäumte Milch oder auch Klassiker wie den Cappuccino. In welcher Form auch immer, Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen. Durchschnittlich trinkt jeder von uns 150 Liter Kaffee pro Jahr, das sind zweieinhalb Tassen am Tag. Damit ist der schwarze Trunk unser liebstes Getränk – noch vor Wasser und Bier. Aber wo der Kaffee herkommt, der mit seinem wohlriechenden Duft ganze Räume füllt, wissen die Wenigsten. Dabei ist der schwarze Trunk nach Erdöl die meistgehandelte Ware der Welt.

Während die Länder der Europäischen Union fast die Hälfte derWeltkaffee-Exportmenge aufkaufen und somit eine tragende Rolle im internationalen Kaffeehandel spielen, sind die meisten Bauernfamilien, die von der Kaffeeproduktion leben, in Entwicklungsländern zu Hause. Denn Kaffee kann nur in bestimmten Regionen gedeihen, er stellt hohe Ansprüche an Boden und Klima: Frost, Wind, Trockenheit oder zu viel Regen bedeuten große Risiken für sein Gedeihen. Der Kaffeemarkt ist hart umkämpft und Brasilien der größte Produzent der Welt: Mehr als ein Viertel aller weltweit exportierten Kaffeebohnen stammen aus dem südamerikanischen Land. Mit Abstand folgen Kolumbien, dann Indonesien, Mexiko, die Elfenbeinküste, Äthiopien, Indien und Guatemala. Dort entscheiden der Anbau von Kaffee und sein Preis auf dem Weltmarkt über Wohl und Wehe ganzer Staaten und ihrer Bevölkerung.

Viel Arbeit, wenig Lohn

Für einen Großteil der über 25 Millionen Kleinbauern ist der Kaffee ein sehr arbeitsintensives Produkt, das viel Aufmerksamkeit erfordert, aber nur sehr wenig Gewinne einbringt. Durch schwankende Kaffeepreise haben es kleine Kooperativen schwer, ihren Arbeitern existenzsichernde Löhne zu zahlen. Aber das ist nicht alles. Oft müssen die Kaffeepflücker unter menschenunwürdigen Bedingungen schuften, nicht selten werden sogar die Kinder aus der Schule genommen, um bei der Ernte zu helfen. Missstände, an denen die Fairtade-Organisationen ansetzen. Wer sich für einen fair gehandelten Kaffee entscheidet, unterstützt eine revolutionäre Mission zur Armutsbekämpfung. So steht das international normierte Fairtrade-Siegel, das seit 2003 in den meisten Ländern vereinheitlicht ist, für einen garantierten Mindestpreis, der die Zahlung existenzsichernder Lohn ermöglicht – ganz unabhängig von den Weltmarktpreisen.

Zusätzlich bekommen die Produzenten eine Prämie ausgezahlt, die sozialen Projekten zu Gute kommt. Und auch die Arbeitsbedingungen werden kontrolliert: Es wird auf die Einhaltung der Arbeitszeiten, bezahlten Urlaub, soziale Vorsorgen und einen weitestgehenden Verzicht auf Pestizide geachtet. Darüber hinaus können die Bauern schon vor der Lieferung ihrer Erzeugnisse eine Vorfinanzierung erhalten. Geld, das sie für die Bewirtschaftung ihrer Felder einsetzen und mit dem sie ihre Ausgaben während der Kaffeeproduktion bestreiten können.

Sozialer Aufschwung

Der Anteil an fair gehandeltem Kaffee beträgt in Deutschland zwar nur etwas mehr als zwei Prozent. Doch für die  Produzenten vor Ort hat der faire Handel schon viel verändert. Inzwischen können positive Auswirkungen auf die wirtschaftliche, ökologische und soziale Entwicklung in den Anbaugebieten verzeichnet werden. So konnte in vielen Gebieten bisher schon der Bau von Trinkbrunnen und Schulen, die Umstellung auf Bio-Anbau, ausreichende Bildungsangebote und eine bessere medizinische Versorgung realisiert werden. Positive Maßnahmen, die wir beim nächsten Griff ins Kaffeeregal im Hinterkopf haben sollten. Denn dann schmeckt das Gebräu – in welcher Form auch immer – doppelt gut.

 

shutterstock_236003338 800x600 DIE FRÜCHTE DER KAFFEEPFLANZE
verändern im Reifeprozess ihre
Farbe von grün über gelb zu rot – erst
dann sind sie reif für die Ernte
shutterstock_91276328 800x600KAFFEE IM ROHZUSTAND:
Die uns vertraute rotbraune bis schwarze
Farbe ist noch nicht zu erkennen – sie entsteht
erst bei der Röstung

 

Laura Kathrein Müller
Beitrag entnommen aus: VF 03-14

Vitamin B12 – König der Vitamine

Vitamin B12 – König der Vitamine

Kein Vitamin übt einen so großen Einfluss auf das körperliche Wohlergehen des Menschen aus. Und kein Vitamin kommt so selten in der Nahrung vor wie Vitamin B12, das in reichlicher Menge nur in tierischen Lebensmitteln enthalten ist.

Ein lebensnotwendiger Bestandteil der Nahrung sind Vitamine. Diese können in verschiedene Gruppen – zum Beispiel wasser- oder fettlöslich – eingeteilt werden. Zu den wasserlöslichen gehören die acht Vitamine der B-Gruppe, welche sowohl in tierischen, als auch in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen. Einzige Ausnahme ist Vitamin-B12, welches praktisch nicht in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten ist. Lediglich vergorene pflanzliche Lebensmittel wie Sauerkraut enthalten Spuren von Vitamin B12.

Vitamin B12, auch Cobalamin genannt, ist Bestandteil einiger Enzyme und unter anderem an der Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) beteiligt. Der Mensch ist bei diesem Vitamin vollständig auf die Deckung durch Lebensmittel angewiesen, da es nicht im menschlichen Körper gebildet werden kann. Es wird mittels eines in der Magenschleimhaut gebildeten Eiweißes (Intrinsic Factor) im unteren Dünndarm vom Körper aufgenommen und kann über mehrere Monate in der Leber gespeichert werden.

Alternativen für Veganer

Der Tagesbedarf eines Erwachsenen liegt bei 2 Mikrogramm (μg). Da jedoch die Aufnahme im Durchschnitt bei gerade mal 50 Prozent und bei älteren Menschen sogar nur bei 25 Prozent liegt, wird eine tägliche Aufnahme von 3 μg empfohlen. Das ergiebigste Vitamin-B12-Lebensmittel ist Leber. Da Vitamin-B12 neben Fleisch und Fisch auch in Eiern, Milch und Käse enthalten ist, führen Vegetarier ihrem Körper dieses Vitamin in ausreichender Menge zu. Schwieriger wird es allerdings bei Veganern, die komplett auf alle tierischen Produkte verzichten. Doch mittlerweile enthalten auch Soja-Drinks, Reis-Drinks und Säfte oft B12. Und es gibt Vitaminpräparate, die speziell für die Bedürfnisse von Veganern zusammengestellt sind. Darüber hinaus sind Algen eine sehr gute Vitamin-B12-Quelle. Deswegen empfehle ich Veganern, in ihren täglichen Speiseplan Algen, entweder in Form von Algensalat oder Chlorella-Tabletten, einzubauen.

Vitamin-B-12-Mangel tritt jedoch nicht überdurchschnittlich häufig bei Veganern auf, sondern ganz allgemein bei Menschen, die eigentlich völlig andere Gesundheitsprobleme haben, nämlich solche, die den Magen-Darm-Trakt betreffen und mit einer Störung der Darmflora einhergehen. Erst in deren Folge kann sich dann ein Vitamin-B-12-Mangel einstellen.

Ein Mangel und seine Folgen

Ein Mangel des Vitamins kann eine verminderter Zellteilung, eine Veränderung des Homocystein-Stoffwechsels oder Nervenstörungen hervorrufen. Ein fortgeschrittener Mangel führt zu Blutarmut mit den hierfür charakteristisch übernormalgroßen roten Blutkörperchen, also einer Anämie. Weiterhin kommt es oft zur Degeneration bestimmter Rückenmarksbezirke, die dann wiederum zu Dauerschäden des Nervensystems führen können.

Da die Leber im Normalzustand 2 bis 5 mg Vitamin B12 enthält und die tägliche Ausscheidungsrate minimal ist, machen sich ein Absinken der Vitamin-B12-Speicher und auch die Mangelerscheinungen erst nach Jahren bemerkbar. Bei älteren Menschen ist ein Vitamin-B12-Mangel aufgrund eines Magenschleimhautrückgangs häufiger als bei jungen Menschen.

 

Monique Proske

Beitrag entnommen aus: VF 03-14