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Muskatnuss

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MUSKATNUSS – VOLLER FACETTEN

Einst war die Muskatnuss so kostbar, dass Kriege um sie geführt wurden. Inzwischen können wir alle unsere Speisen mit dem Gewürz verfeinern, dem auch eine heilende Wirkung nachgesagt wird.

Ursprünglich kommt Muskat aus Indonesien und den Philippinen. Im 13. Jahrhundert kam die Muskatnuss durch die Portugiesen nach Europa. Durch einen Streit zwischen den Portugiesen und den Holländern um die indonesischen Gewürzinseln bekam der Handel mit der Muskatnuss im 16. Jahrhundert so richtig Aufwind. Zu dieser Zeit waren die Gewürzinseln der einzige Ort auf der Welt, wo Muskatnüsse wuchsen. Als Sieger dieses Konfliktes kontrollierte Holland bis ins 18. Jahrhundert den Handel mit dem Gewürz. Seitdem ist Muskat ein fester Bestandteil in zahlreichen Rezepten und bereichert sie mit seinem beeindruckenden Spektrum an Aromen, das von warm und würzig über süßlich-bitter bis hin zu feurig und pfeffrig reicht.

GUT FÜR DIE GESUNDHEIT

Schon in Indien wurde die Muskatnuss als Heilmittel verwendet. Bei uns fand Muskat bei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, wie zum Beispiel bei Durchfall, Bauchschmerzen oder Blähungen, seine Anwendung. Es wirkt zudem verdauungsfördernd und krampflösend. Zudem soll die Muskatnuss kreislaufanregend und nervenstärkend wirken. Eigentlich schützt uns das intensive Aroma vom Muskat automatisch vor Überdosierungen. Denn Vorsicht: In größeren Mengen ist die Muskatnuss giftig. Nach dem Verzehr von mehreren Muskatnüssen auf einmal können sich Vergiftungserscheinungen, Rauschzustände, Halluzinationen, Schweißausbrüche oder Kopfschmerzen einstellen. Diese Wirkungen können bis zu 14 Stunden anhalten. Darüber hinaus soll die Muskatnuss auch menstruationsfördernd wirken und von Schwangeren nicht verzehrt werden.

MUSKAT IN DER KÜCHE

Im Handel wird die Muskatnuss im Ganzen oder gemahlen angeboten. Da das Aroma schnell verfliegt, empfiehlt es sich, ganze Nüsse zu verwenden und frisch mit einer Muskatreibe zu reiben. Die ganzen Nüsse halten einige Monate, wenn sie lichtgeschützt und trocken gelagert werden. Die Muskatblüte wird getrocknet verkauft und ist dann bräunlich-orange in der Farbe. Klassisch wird Muskatnuss zum Würzen von hellen Saucen, Kartoffelgerichten, Rosen- und Blumenkohl, Spinat sowie Suppen verwendet. Auch Backwaren, Heißgetränke, Dessertcremes, Schokoladenpudding und Vanillesauce schmecken mit einer kleinen Prise Muskat besonders aromatisch. Macis mundet etwas feiner als die Muskatnuss und eignet sich für Chutneys, Gebäck, Saucen, Getränke und Süßspeisen. Die Muskatblüte sollte mit gekocht werden, während die Nuss am Ende die Speise würzen sollte.

MUSKATNUSSBAUM (MYRISTICA FRAGRANS)

Der Muskatnussbaum ist eine Pflanzenart aus der Familie der Muskatnussgewächse. Sein Samen, die Muskatnuss, und der als Macis bezeichnete Samenmantel werden als Gewürze verwendet. Der Samen duftet und schmeckt aromatisch, würzig, leicht süßlich und bitter. Die Blüte schmeckt etwas milder und feiner. Tipp: Kaufen Sie möglichst eine ganze Muskatnuss, die Sie dann frisch reiben. Gemahlene Muskatnuss verliert schnell an Aroma.