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Seidentofu: Cremiger Alleskönner

Seidentofu: Cremiger Alleskönner

Egal ob in süßen Nachspeisen oder herzhaften Brotaufstrichen: Mit seiner zartcremigen, feinen Konsistenz ist Seidentofu für viele Rezepte eine Bereicherung. Wir haben unseren Helden der Küche genauer unter die Lupe genommenund geschaut, was in ihm steckt.

Tofu hat eine mehrere Tausend Jahre alte Tradition und kommt ursprünglich aus Asien. Der auch als Sojaquark bezeichnete Tofu besteht aus Sojabohnen, Wasser und Salz. Dafür quellen die Sojabohnen einige Stunden in Wasser auf, werden anschließend zerquetscht, kurz aufgekocht und gefiltert. Der Seidentofu wird in Japan und Korea mit Meerwasser hergestellt. Durch ein natürliches Mineralsalz, z.B. Nigari (Magnesiumchlorid), das in die gewonnene Sojamilch gegeben wird, gerinnt diese. Die entstandene Molke wird abgetrennt und die übrig gebliebene Masse gepresst.

Beim Seidentofu findet das Gerinnen der Sojamilch direkt in der Verpackung statt und das Pressen der Masse ist weniger stark. Zudem wird er nicht, wie der feste Tofu, abgetropft. Dabei entsteht ein weiches, geleeartiges und stichfestes Produkt, das an Joghurt oder Vanillepudding erinnert, da der Seidentofu mehr Flüssigkeit enthält als die anderen Tofusorten. Seidentofu schmeckt im Gegensatz zu dem festen Tofu neutral und kann wunderbar in Desserts, Saucen, Dips oder Shakes verwendet werden.

Was steckt drin?

Seidentofu enthält eine große Menge Eiweiß und hochwertige pflanzliche Aminosäuren. Er ist leicht verdaulich, enthält wenig Fett und kein Cholesterin. Zudem ist er reich an B-Vitaminen, Vitamin E, Calcium, Kalium, Folsäure, Zink und Magnesium. Besonders das enthaltene Eisen (100 g Seidentofu enthalten 1,2 mg Eisen) ist gerade für Vegetarier und Veganer interessant. Dabei wird empfohlen, den Tofu mit etwas Vitamin-C-haltigem zu essen, damit das Eisen auch gut vom Körper aufgenommen werden kann. So bietet es sich an, einen Seidentofu-Dip mit frischer Paprika zu servieren. Auch für Laktoseintolerante und Kuhmilchallergiker ist der seidige Tofu ein toller Ersatz für Joghurt und Quark. Übrigens: Säuglinge und Kleinkinder sollten generell keine Sojaprodukte bekommen, da in ihnen hormonähnliche sekundäre Pflanzenstoffe enthalten sind. Diese Phytoöstrogene können bei einer hohen Aufnahme einen Einfluss auf die Entwicklung der Geschlechtsorgane haben.

Seidentofu in der Küche

Seidentofu kann man im Bio-Laden oder im Reformhaus kaufen, wo er meist im Kühlregal zu finden ist. Wird er geöffnet, sollte er in einer geschlossenen Dose im Kühlschrank gelagert und rasch verarbeitet werden, da er sehr eiweißreich und leicht verderblich ist. So bleibt er ca. vier bis fünf Tage frisch. Das können Sie auch überprüfen: die Farbe sollte noch cremig-weiß ohne Flecken und der Duft neutral sein. Der weiche Seiden-Tofu ist wunderbar für Süßspeisen oder als Alternative zur Herstellung von Veggie-Mayo, Kräuterdips oder Brotaufstrichen geeignet. In Japan wird er gerne ganz traditionell in der Misosuppe als Einlage gegessen.

Auch für herzhafte Füllungen in Quiches oder auf einem Flammkuchen ist der cremige Tofu ein echter Renner. Nur zum Braten oder Kochen ist er nicht so gut geeignet, da er dabei schnell zerfällt. Als vegane „Rühreivariante“ kann der Tofu aber durchaus in der Pfanne landen: Dazu Tofu in der Pfanne mit Gewürzen wie Kurkuma und Salz mischen und erhitzen. Mit Kräutern und Tomatenwürfeln bestreut servieren.

Iris Lange-Fricke

Entnommen aus VF 4-14