Tag : Gemüse

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Fenchel: Markante Geschmacksnote

Fenchel schmeckt nur im Tee? Weit gefehlt! Denn mit der weltweit verbreiteten Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze kann man auch köstlich kochen. Dank seiner interessanten Anisnote verleiht das gesunde Gemüse Gerichten ein außgewöhnliches Aroma.

Die positive Wirkung von Fenchel ist in vielen Teilen der Welt schon seit Jahrtausenden bekannt. So wurde die Pflanze mit ihren Knollen und Früchten schon 3.000 Jahre v. Chr. als Heilmittel genutzt. In Asien kam Fenchel zum Beispiel bei Beschwerden der Lunge, Blase oder Niere zum Einsatz. Und auch den antiken Griechen war die Heilwirkung bekannt. Sie reichten stillenden Frauen Fencheltee für die Milchbildung. Seit dem Mittelalter ist zudem die Wirkung bei Verdauungsbeschwerden bekannt.

Die Fenchelpflanze, die zu der Familie der Doldenblütler gehört, wird bis zu zwei Meter hoch und besitzt dicke fleischige Stängel, die sich oben verästeln. Aus den Blüten, die in großen Dolden sitzen, entwickeln sich die Früchte. Diese dienen als Gewürz, Tee und Heilpflanze. Die Wurzelknolle des Fenchels schmeckt als aromatisches Gemüse.

Heimischer Fenchel hat von Juli bis November Saison. Kauft man die Knolle zu einem früheren Zeitpunkt, kommt sie meist aus dem Mittelmeergebiet, z.B. aus Italien oder Frankreich. Dabei kann häufig zwischen verschiedenen Sorten gewählt werden, z. B. dem kleinen und milden Florentiner oder dem großen und süßeren Neapolitaner.

Inhaltsstoffe

Nicht jeder mag den anis-ähnlichen Geschmack des Fenchels, doch bei den Inhaltsstoffen sollte beherzt zugegriffen werden. Fenchel enthält jede Menge Eisen und Folsäure sowie Vitamin A, C und E. Besonders Kalzium für unsere Knochen ist reichlich vorhanden. Fenchel wirkt darüber hinaus entgiftend und cholesterinspiegelsenkend. Des Weiteren sind verschiedene ätherische Öle, die für das süßliche und anisähnliche Aroma des Fenchels verantwortlich sind, enthalten. Sie wirken gegen Blähungen, Völlegefühl und unterstützen die Genesung bei Husten und Erkältung.

Iris Lange-Fricke

Entnommen aus: VF 2-15

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Pastinake: Renaissance eines Klassikers

In früheren Zeiten ein wertvolles Grundnahrungsmittel, hatte die Pastinake lange Zeit an Bedeutung verloren. Dabei ist das kegelförmige Gemüse mit seinem sehr aromatischen und leicht süßlichen Geschmack nicht nur sehr lecker, sondern auch überaus gesund. Gründe, warum sie sich verdientermaßen heute wieder vermehrt auf unseren Tellern tummelt.

Als eine Kreuzung aus Karotte und Petersilie war die Pastinake schon bei den Römern äußerst beliebt. Im18. Jahrhundert galt sie als wichtiges Grundnahrungsmittel im deutschsprachigen Raum – bis sie von der Kartoffel und der Karotte verdrängt wurde. Besonders in England und Frankreich ist die Pastinake seit jeher beliebt und überall erhältlich. Dort ist sie auch bekannt in Form von Pastinakenwein oder Bier. Bei uns erlebt die Wurzel heute eine Renaissance und ist wieder im Kommen.

Die weiße Wurzel ist kegelförmig und nach oben spitzläufig. Je dicker die Pastinake, desto weicher ist das Fruchtfleisch. Dieses schmeckt leicht süßlich, nussig und mild. Die kleineren Wurzeln schmecken etwas feiner, die großen sind nach dem Kochen häufig faserig und holzig. Wegen dem süßlichen Geschmack und der weißen Farbe wird sie gerne im Babybrei verwendet. Durch Frosteinwirkung auf dem Feld wird der Geschmack noch süßer. Hauptsaison hat die Pastinake von Oktober bis März und ist im Supermarkt, im Bio-Laden und auf dem Wochenmarkt in dieser Zeiterhältlich.

Inhaltsstoffe

Pastinaken sind sehr nährstoffreich und ein ideales Wintergemüse, nicht umsonst gehörten die Wurzeln in den vergangenen Zeiten zu den Top-Grundnahrungsmitteln. Sie ist reich an B-Vitaminen, Kalzium, Phosphor und Vitamin C. Der aromatische Geschmack kommt durch die enthaltenen ätherischen Öle. Dadurch besitzen sie auch eine leicht antibakterielle Wirkung. Darüber hinaus stecken in den Pastinaken 12 g Kohlenhydrate pro 100 g und der Ballaststoff Pektin. Wer etwas weniger Kohlehydrate aufnehmen möchte, kann die Pastinake als Kartoffelalternative verwenden. Hundert Gramm Kartoffeln haben übrigens 16 g Kohlenhydrate.

Einkauf/Lagerung

Beim Einkauf sollte man darauf achten, dass die Pastinaken schön fest sind und die Schale glatt und ebenmäßig ist. Druck, Bruch- und braune Stellen und sehr weiches, gummiähnliches Fruchtfleisch sind Zeichen für wenig Frische. Pastinaken sollten kühl und trocken gelagert werden, da sie schnell austrocknen. Sie bleiben im Gemüsefach des Kühlschranks ein bis zwei Woche frisch.

Verwendung/Verarbeitung

Das Vorbereiten ist ganz einfach: Mit einem Sparschäler schälen, die Enden abschneiden, waschen und fertig. Pastinaken sind sehr vielseitig und geben verschiedensten Speisen eine besondere Note. Egal ob als Püree, Suppe, Auflauf, Gratin, Eintopf und sogar „Fritten“ – Pastinaken passen sowohl zu deftiger Hausmannskost als auch zur Haute Cuisine. Und auch roh als Salat ist die Pastinake eine winterliche Mahlzeit. Dazu passen Äpfel, Orangen oder Nüsse. Ansonsten harmonieren die weißen Wurzeln besonders gut mit Zitrone, Ingwer, Zimt, Kreuzkümmel und Thymian.

Auch „Tagliatelle“ kann man mit Pastinaken herstellen. Einfach mit dem Schäler rundherum lange Streifen abschälen, bis nichts mehr übrig bleibt. Streifen in einer Pfanne kurz anbraten und mit einer Soße als Nudeln servieren. Oder haben Sie schon einmal Pastinakenchips probiert? Dafür können Sie die Pastinaken dünn hobeln, entweder in heißem Rapsöl frittieren und abtropfen lassen oder auf ein Backblech mit Backpapier legen und bei 200 °C ca. 30 Min. knusprig backen.

Iris Lange-Fricke

Entnommen aus VF 01/15

Fasten ohne Verzicht - Rohkost-Fasten

Fasten ohne Verzicht – Rohkost-Fasten

Haben Sie schon einmal über das Fasten nachgedacht, bislang aber weder Mut noch Muße gehabt, es wirklich einmal anzugehen? Vielleicht ist dann das Rohkost-Fasten genau das Richtige für Sie. Denn hungern müssen Sie dabei nicht.

Ich fühle mich wie frisch verliebt“, sprudelt es aus Anna heraus. Ihr Glücksrezept: Seit fünf Tagen ist sie Teilnehmerin einer Fastenkur und nimmt täglich ausschließlich Rohkost zu sich – in Form von Obst, Salat, Gemüse und Nüssen. Trotzdem fühlt sie sich nicht hungrig, sondern einfach nur gut. Das Geheimnis dieser tiefen Zufriedenheit in Körper, Geist und Seele Das Rohkostfasten entschlackt und entgiftet den Körper auf sanfte Weise. Das Körpergewebe wird gründlich, aber schonend gereinigt, Vitalstoffmängel werden beseitigt und das Immunsystem sowie Selbstheilungsprozesse durch einen hohen Anteil an organischen Mineral- und wertvollen Ballaststoffen, Vitaminen, Spurenelementen und Enzymen aktiviert. Anna fühlt sich frei und doch geerdet, wirkt fröhlich und gelöst. Und das Beste daran: Sie muss nicht hungern.

„Hausputz“ des Körpers

Eine Auszeit vom Alltag zu nehmen oder sich in einem Leben voller Überfluss wieder auf das Wesentliche zu besinnen sind oftmals Anlässe, um zu fasten. Auch Anna hatte dieses Gefühl, sehnte sich nach wohltuendem Stillstand und inspirierendem Neubeginn. Aber eine ganze Woche ohne feste Nahrung, wie es zum Beispiel bei der Methode nach Dr. Otto Buchinger praktiziert wird, konnte sie sich nicht vorstellen. Eine Reise vom Zuviel ins Nichts – das ist einfach nicht ihr Ding. Anders als beim herkömmlichen Fasten muss die 34-Jährige beim Rohkost-Fasten auf Genuss nicht verzichten. Im Gegenteil: Hier kann sie sich auf eine reiche Auswahl an köstlichem Obst und knackigem Gemüse freuen, die ihr als Rohkost verzehrt noch alle lebensnotwendigen und gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe ohne Verluste zuführen. Denn jede Hitzebehandlung – egal ob Kochen, Braten, Backen oder Frittieren – mindert den physiologischen Wert unserer Nahrung: So gehen beispielsweise beim Kochen über 85 Prozent der Nährstoffe von Lebensmitteln verloren.

Mittels Rohkost aber kann der Körper sein Reservoir an essenziellen Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen, Enzymen und Spurenelementen auffüllen – und gleichzeitig damit beginnen, sich auf sanfte Art und Weise zu reinigen. Zu diesem Reinigungsprozess gehört aber auch: kein Alkohol und keine Zigaretten. Und auch auf ihre morgendliche Tasse Kaffee muss Anna verzichten. Am ersten Tag noch undenkbar, fällt ihr dieser Verzicht mit zunehmender Dauer der Kur immer leichter. Schon nach drei Tagen fehlt ihr das dunkle Gebräu nicht mehr. Im Gegenteil. Sie ist überrascht, wie groß die Vielfalt an pflanzlichen Lebensmitteln ist, die roh verzehrt lecker schmecken.

Große Auswahl an Lebensmitteln

Die Grundlage ihres Speiseplans bilden frisches reifes Obst, Trockenobst, frische Grünblattsalate und Gemüse der Jahreszeit – am besten aus wenig belastetem, kontrolliert biologischem Anbau. Auch grobe Kohlarten wie Wirsing-, Weiß-, Rot-, Grün- und Rosenkohl lassen sich zu wohlschmeckender Rohkost anrichten. Des Weiteren empfehlen sich Möhren, Sellerie, Rote Beete, Äpfel, Sprossen und Keimlinge, Samen, Nüsse, Mandeln, Avocados und in Maßen frisches Sauerkraut und Oliven. Das Gute: Rohkost wirkt einerseits appetitanregend, auf der anderen Seite zeigt sie Heißhungerattacken die rote Karte. Und das wiederum ist gut für die Figur. Dazu fällt die Leistungskurve nach dem Genuss von Rohkost in der Regel nicht so stark ab, Ermüdungserscheinungen vom Essen sind die Seltenheit. Distanziert von Verpflichtungen sowie Alltags- und Medienstress fühlt auch Anna sich schon nach wenigen Tagen fitter und aktiver. Zudem tragen Entspannung, Erholung, Schlaf und ausreichend Bewegung an der frischen Luft zu ihrem Wohlfühl-Effekt bei.

Nach sieben Tagen geht Annas Fastenkur zu Ende. Sie strahlt, ist einige Pfunde leichter, ihr Hautbild scheint schöner. Sie genießt es, Gerüche und Geschmäcker viel intensiver wahrzunehmen, als es noch vor dieser Kur der Fall war. Sie hat ein völlig neues Körpergefühl, spürt wieder einen natürlichen Rhythmus zwischen Aktivität und Entspannung, zwischen Verdauen und Essen. Anna ist sich sicher: Rohkost wird ihren Ernährungsplan auch in den nächsten Tagen bestimmen. Und geht es nach ihrem aktuellen Glücksgefühl, sicher auch noch lange darüber hinaus.
Was Rohkost bewirken kann:

  • Verbesserung von Wohlbefinden, Fitness und Gesundheit
  • Stärkung des Immunsystems
  • Entlastung der Verdauungsorgane
  • Abnehmen, ohne zu hungern
  • Schutz vor ernährungsabhängigen Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes u. v. m.
  • Heißhunger, Überessen und Völlegefühl verschwinden
  • Rohkost stillt den Durst und fördert die Wasserausscheidung
  • Die Kaumuskulatur wird trainiert und die Nahrung besser eingespeichelt
  • Die Enzyme in der Rohkost helfen bei der Verdauungsarbeit

Laura Kathrein Müller

Beitrag entnommen aus: VF 02-14

Lauch: Frischer Jahresbegleiter

Lauch: Frischer Jahresbegleiter

Schon die alten Römer wussten die Vorzüge der schlanken Stangen mit dem intensiven, zwiebelartigen Geschmack zu schätzen. Nicht ohne Grund: Das ganze Jahr über erhältlich, lässt sich Lauch sehr schnell zubereiten. Und er liefert dem Körper wertvolle Nährstoffe.

Die langen grünen Stangen, die gerne auch Porree genannt werden, waren schon bei den Ägyptern, Römern und Griechen ein gern gesehenes Gemüse im antiken Kochtopf. Heute wird das Gemüse, das zu den Lauchgewächsen gehört, in Deutschland, Frankreich und Belgien angebaut.

Die Lauchstangen bestehen aus einem unteren weißen Teil, der Zwiebel, die mit einer Wurzel undWurzelhaaren endet, und einem weißem Schaft mit einem grünen oberen Teil. Die Stangen bestehen – wie bei einer Zwiebel – aus verschiedenen Schichten. Das Aroma ist zwiebel- und knoblauchähnlich, scharfaromatisch und würzig.

Lauch wird je nach Jahreszeit als Sommer- oder Winterlauch das ganze Jahr über im Supermarkt, auf dem Wochenmarkt und im Bio-Laden angeboten. Sommerlauch wächst im Frühjahr und wird im Sommer geerntet. Die Samen des Winterlauchs kommen im Sommer in die Erde. Verkauft wird das Gemüse dann ab Ende Oktober. Der Sommerlauch ist etwas schmaler, heller und zarter und geschmacklich etwas milder als der Winterlauch. Dieser wiederum hat etwas dunklere Blätter, ist etwas dicker und schmeckt durch den Kälteeinfluss intensiver.

Power fürs Immunsystem

Lauch strotzt nur so vor Vitamin C, welches das Immunsystem stärkt und für die Wundheilung wichtig ist. Des Weiteren sind in Lauch Kalium, Kalzium, Zink und Beta-Carotin enthalten. Da diese Inhaltsstoffe hitzeempfindlich sind, sollte Lauch nicht zu stark erhitzt oder zu lange gekocht werden. Besonders im grünen Teil des Lauchs stecken die meisten Inhaltsstoffe – also das Grüne nicht in den Müll werfen. Die Schärfe des Lauchgemüses verrät, dass Senföle enthalten sind. Diese aktivieren den Stoffwechsel und wirken antibiotisch sowie antibakteriell. Die Stangen sind mit nur 30 Kalorien ein echtes Schlankheitsgemüse.

Übrigens: Lauch kann bei einigen Menschen zu Blähungen führen. Wird der Lauch bei der Zubereitung mit Kümmel, Thymian oder Rosmarin gewürzt, kann das den Blähungen entgegen wirken.

KÜCHENPRAXIS

Einkauf/Lagerung

Lauch ist fast überall erhältlich: entweder als Stangen, tiefgefroren oder im Bund als Suppengemüse. Beim Einkauf sollte auf weiße, feuchte Wurzeln und kräftig grüne, aufrechte Blätter geachtet werden. Ist er schon gelblich, blass, mit welken und schlappen Blättern, ist er nicht mehr frisch. Schön gekühlt halten die langen Stangen bis zu 1-2 Wochen. Hat man zu viel davon, kann Lauch auch eingefroren werden. Dazu putzen, gründlich waschen, in Ringe schneiden und portionsweise einfrieren. So hat man auch in 8-10 Monaten noch etwas vom scharfen Gemüse.

Verwendung/Verarbeitung

Bevor Lauch zubereitet wird, sollte er gründlich gewaschen werden, da sich in den Wänden oft Sand und Erde verstecken. Dazu kann er längs aufgeschnitten und so gut unter fließendem Wasser gereinigt werden. Lauch ist ein sehr vielseitiges Gemüse: Er kann als Suppe, im deftigen Eintopf, als Salat, im Auflauf, als Gemüsebeilage, auf Pizza, Flammkuchen oder überbacken genossen werden. Toll für das tägliche Kochen: Lauch ist ein echter Schnellgarer. Vorbereiten, schneiden, ab in die Pfanne oder den Topf, braten oder dünsten und nach ca. 6-8 Minuten ist er gar. Der intensiv schmeckende Lauch passt gut zu kräftig schmeckenden Zutaten wie Belugalinsen, Nüssen, Vollkornbrot, Senf, Essig oder Bergkäse.

Iris Lange-Fricke

Entnommen aus: VF 2-14