Tag : Gemüse

Warenkunde Wirsing

Die perfekte Welle

Der gekräuselte Wirsing gehört zu den Kohlsorten und hatte deswegen lange Zeit einen schlechten Ruf: typischer Kochgeruch, Essen für arme Leute. Mittlerweile ist das zum Glück passé, denn er eignet sich für viele köstliche vegetarische Rezepte, muss nicht um die halbe Welt importiert werden und ist dabei unschlagbar gesund.

Wirsing tauchte zum ersten Mal im 16. Jahrhundert im Mittelmeerraum auf. Sein markantes Äußeres – auffällig gewellte und gekräuselte Blätter – unterschied ihn deutlich von anderen Kohlsorten.Mittlerweile ist Wirsing auf der ganzen Welt verbreitet, allerdings liegen die größten Anbaugebiete in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich. Früher galt Kohl als klassisches Essen der armen Leute, heute wird er – vor allem wegen seiner Vielseitigkeit, regionalen Verfügbarkeit und seines hohen Vitamingehalts – häufig zum Kochen eingesetzt. Wer ihn mag, wird zu fast jeder Jahreszeit bedient: Früh- und Sommerwirsing hat ab Mai Saison und ist geschmacklich etwas milder, Herbst- und Winterwirsing mit dem typisch würzigen Geschmack gibt es ab September.

Inhaltsstoffe und Gesundheit

Vitaminbombe und Diäthelfer: Wirsing hat unter seiner hübschen Oberfläche einiges zu bieten. Er ist reich an Eisen, Kalium, B-Vitaminen und Folsäure – hier deckt bereits eine Portion von 200 Gramm den Tagesbedarf, weshalb vor allem Schwangere davon profitieren. Die sekundären Pflanzenstoffe wirken zusätzlich antioxidativ, antibakteriell und abwehrkräftigend. Außerdem sind die Vitamine E und C enthalten. Letzteres wird dem Körper allerdings nur zugeführt, wenn der Wirsing roh verzehrt wird, zum Beispiel in Smoothies. Aber Vorsicht: Wie alle Kohlsorten kann Wirsing auch Blähungen auslösen, deswegen erstmal kleinere rohe Portionen auf ihre Verträglichkeit hin antesten. Positiver Nebeneffekt, zum Beispiel in der Fastenzeit nach Karneval: Wirsing ist fett- und kalorienarm. 100 Gramm enthalten nur 25 Kalorien, ein ganzer Kopf von 500 bis 600 Gramm also maximal 150 Kalorien und macht trotzdem richtig satt. Einkauf und Lagerung

Eine alte Regel besagt, dass Wirsing beim Schütteln rasseln muss – dann ist er richtig frisch. Ansonsten sollte man beim Kauf darauf achten, dass die äußeren Blätter knackig aussehen, beim Biegen brechen und keine welken oder braunen Stellen aufweisen. Im Gemüse-fach vom Kühlschrank hält Wirsing problemlos eine Woche oder länger. Er sollte aber – wie alle anderen Kohl-arten auch – nicht neben Obst lagern, wo seine Blätter schneller faul oder gelb werden. Vor der Zubereitung sollte der Wirsing gründlich abgewaschen werden, um Sand und Ungeziefer zu entfernen.

Wer zu viel gekauft hat, kann ihn nach dem Putzen gut einfrieren. Vorab kurz blanchieren, so bleiben die Vitamine erhalten und er wird nicht braun. Verarbeitung und Verwendung Die äußeren Blätter schneidet man mit einem Messer ganz nah am Strunk ab. Sie können für selbstgemachte Gemüsebrühe oder als Dekoration für Häppchen und Dips verwendet werden. Anschließend den Wirsingkopf vierteln, den Strunk keilförmig heraus- und den Kohl in Streifen schneiden. In kochendem Salzwasser ist er nun innerhalb von 5 bis 7 Minuten gar.

Tipp

Der typische Kohlgeruch, der beim Kochen entsteht, schreckt viele ab. Ein Schuss Tafel-essig im Kochwasser reduziert diesen deutlich! Außerdem können Kümmel, Fenchelsamen oder Anis als Gewürze die blähende Wirkung hemmen. Generell eignet sich Wirsing für etliche Gerichte. Bekannt ist er vor allem in deftigen Eintöpfen, Suppen oder Aufläufen, er kann aber auch als Low-Carb-Variante für Teigboden verwendet werden. Sehr beliebt sind Currys und Kohlrouladen – auch in der vegetarischen Variante, gefüllt mit Grünkern, Hirse, Couscous oder Walnüssen.

Julia Schay-Beneke

Entnommen aus: VF 2-18

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Unter Volldampf vegetarisch fit

Unter Volldampf – Schonende Garmethoden

Frisches, knackiges Gemüse enthält jede Menge Vitamine und Mineralstoffe. Mit schonenden Garmethoden bleiben diese empfindlichen Vitalstoffe weitgehend erhalten. Ein weiteres Plus: Viel Geschmack, Biss und Farbe.

Für eine vitalstoffreiche und ausgewogene Ernährung ist als erstes natürlich die Auswahl der Lebensmittel entscheidend. Damit deren wertvolle Nährstoffe bis zum Verzehr erhalten bleiben, ist als nächstes eine schonende Zubereitung ausschlaggebend. In gegartem Essen stehen dem Körper viele Stoffe meist noch besser zur Verfügung und die Lebensmittel können gut verdaut werden. Wird jedoch das frische Gemüse in Flüssigkeit „tot“ gekocht, geht ein Großteil der Nährstoffe verloren. Grund dafür ist, dass die meisten Vitamine und Mineralstoffe nicht nur wasserlöslich, sondern auch empfindlich gegenüber Wärme, Licht und Sauerstoff sind. Besonders Vitamin C, Folsäure, Vitamin B1, Kalium und Magnesium sind kleine Sensibelchen. Dämpfen und Dünsten lassen die Lebensmittel schonend garen und die guten Inhaltsstoffe bleiben weitestgehend erhalten. Besonders wenn es schnell gehen muss, sind diese Garmethoden bestens geeignet, denn es braucht nur wenige Minuten, bis alles fertig ist. Durch die Schnelligkeit und die niedrigen Temperaturen wird zudem jede Menge Energie gespart. Das zahlt sich für den Geldbeutel aus – und auch die Umwelt wird geschont. Ein besonderer und gewollter Nebeneffekt des schonenden Garens ist zudem der Aromaerhalt.

DÄMPFEN HAT TRADITION

Die älteste Garmethode ist das Dämpfen. Schon die Asiaten garten ihre Lebensmittel unter Dampf in Bambuskörbchen. Heute gibt es weitere Varianten des Dämpfens. Spezielle Töpfe und Siebeinsetze ermöglichen auf dem Herd das Garen unter Dampf. Wichtig ist dabei, dass der Deckel die ganze Zeit verschlossen ist, damit der Dampf nicht entweichen kann. Ein neuer Trend sind integrierte Dampfbacköfen oder Dampfgargeräte in der Küchenzeile. Dabei können verschiedene Speisen zeitgleich gegart werden. Beim Dämpfen garen Gemüse, Obst, Kartoffeln und Teigwaren in einem Einsatz im Wasserdampf bei einer Temperatur von etwa 100 Grad und das in einem geschlossenen System. Der heiße Wasserdampf umhüllt das Gargut und kondensiert an dessen Oberfläche. Der Verlust der wichtigen Nährstoffe wird deutlich verringert. Die entstandene Flüssigkeit verhindert das Austrocknen und die Zellstruktur bleibt bestehen. Die Lebensmittel behalten Form, Farbe und Geschmack. Außerdem ist diese Methode fettarm und durch das intensive Aroma wird weniger Salz benötigt.

SCHONEND UMHÜLLT

Das Garen in einer Hülle ist eine besonders aromatische Möglichkeit des Dämpfens. Hierbei kommen verschiedene Zutaten in eine Hülle aus Alufolie, Bratfolie oder Pergamentpapier. Letzteres ist nicht nur die kostengünstigste und umweltfreundlichste Variante, sondern wirkt auf dem Teller auch noch sehr dekorativ. Mit etwas Fingergeschick lassen sich die Zutaten aber auch in große Kohl-, Wein oder Bananenblätter verpacken. Zum Verschließen eignet sich Küchengarn. Derart eingehüllt werden die Speisen besonders schmackhaft, zart und schonend gegart. Kommen noch aromatische Zutaten wie frische Kräuter, Knoblauch, Zitrone, Ingwer oder Orangenschale zum Einsatz, verbinden sich die einzelnen Aromen unter dem Dampf miteinander und verleihen dem Gargut einen herrlichen Geschmack.

Mein Tipp: Ich verpacke am liebsten Gemüse wie Fenchel mit Thymian, Zwiebeln, rosa Pfefferbeeren und Ziegenkäse in Pergament. Der leicht nussig-schmeckende Fenchel verbindet sich köstlich mit dem aromatischen Thymian, der pikanten Zwiebel, den bitter-süßlich schmeckenden rosa Pfefferbeeren und dem cremigen Ziegenkäse. Nicht nur für den Gaumen, auch für das Auge ist das ein Gedicht. Das Päckchen landet zum Garen in dem auf etwa 160 Grad vorgeheizten Backofen. Je nachdem was drin steckt, beträgt die Garzeit etwa 10 bis 20 Minuten. Bei meinem Lieblingspaket dauert es etwa 10 Minuten bis zum Genuss.

IM DUNSTKREIS

Neben dem Dämpfen ist das Dünsten eine weitere Methode, um Nährstoffe, Geschmack, Farbe und Form der Lebensmittel zu erhalten. Hierbei wird das Gargut mit einer kleinen Menge Flüssigkeit mit etwas Fett bei ca. 100 Grad im eigenen Saft gegart. Auch dabei ist es wichtig, dass der Deckel die entstehenden Dämpfe kondensieren lässt und Gemüse, Tofu, Obst und Kartoffeln schonend garen. Sehr beliebt ist das Dünsten im Wok. Klein geschnittenes Gemüse, Tofu und Süßkartoffeln werden kurz erhitzt und pfannengerührt gegart. Begonnen werden sollte dabei immer mit den Lebensmitteln, die die längste Zeit benötigen. Fertiggegartes kann einfach an den Rand gelegt werden, deshalb ist der Wok oben auch so weit geöffnet. Wichtig ist, ein hitzestabiles Öl wie Kokos-, Raps oder Olivenöl zu verwenden.

Iris Lange-Fricke

Entnommen aus: VF 3-16

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Kohlrabi: Knackige Knolle

Schön saftig, süßlich im Geschmack und mit einem leicht scharfen Aroma – so lieben wir den Kohlrabi, der aber auch mit seinen inneren Werten punkten kann.

Ein kleines Geheimnis umgibt die Variante der Gemüsegattung Kohl, denn die ursprüngliche Herkunft des Kohlrabis ist noch ungeklärt. Der früheste Beleg, eine Zeichnung in einem europäischen Kräuterbuch, stammt aus dem 16. Jahrhundert. Aber auch im Mittelmeerraum und in Mittelasien wurde die knackige Knolle erwähnt. In Deutschland verbreitete sich der Kohlrabi hauptsächlich im 19. Jahrhundert und gilt seither vielfach als typisch deutsches Gemüse. Der deutsche Name „Kohlrabi“ wurde zudem in zahlreichen anderen Sprachenübernommen.

Zum Verzehr geeignet ist der oberirdisch wachsende, verdickte Sprossabschnitt, der in der Regel einen Durchmesser von ca. 15cm hat, es gibt je nach Sorte aber auch dickere Exemplare. An diesem Abschnitt sitzen auch die ca. 20-30 cm langstieligen grünen Blätter, die ebenfalls schmackhaft und genießbar sind. Der süßliche, leicht scharfe Geschmack und die knackige, saftige Textur erinnern an eine Mischung aus Rübe und Rettich.

Im Supermarkt, Bio-Laden oder auf dem Wochenmarkt–überall kann man Kohlrabi, meist aus deutschem Anbau, kaufen. Regionale Frischware gibt es zwischen Mai und November. Neben30 weißen Sorten werden in Deutschland auch 14 blaue Kohlrabi-Sorten angebaut. Dabei wird meistens der Frühlings- und Sommerkohlrabi mit seiner zart grünen, hellen Farbe und den Blättern angeboten. Zudem gibt es im Herbst geernteten Lagerkohlrabi, der bis in den Winter noch schön knackig bleibt.

Inhaltsstoffe

Die Kohlrabiknolle ist besonders reich an den Mineralstoffen Kalzium, Kalium, Magnesium, Phosphor und Eisen. Darüber hinaus sind viele Vitamine enthalten, insbesondere Vitamin C, Vitamin A, VitaminB1 und Vitamin B2. Weiterhin enthält das schmackhafte Gemüse Senföle, die antioxidativ, immunstärkend und darmregulierend wirken. Die Blätter werden häufig weggeworfen. Das allerdings ist schade, denn verglichen mit der Knolle weisen die Kohlrabiblätter einen doppelt so hohen Vitamin C-Gehalt auf und der Vitamin A-Gehalt beträgt sogar das 100-fache. Der Calcium- und der Eisen-Gehalt liegen mit der 10-fachen Dosis ebenfalls höher. Daher empfiehlt es sich, neben der Sprossachse auch die dunkel grünen Blätter zu verwenden – zum Beispiel für ein würziges Pesto.

Einkauf/Lagerung

Zu kaufen gibt es Kohlrabi das ganze Jahr über. Regionale Knollen bekommt man zwischen Mai und November. Der junge Kohlrabi ist noch zart und mild. Je länger die Saison dauert, desto fester und größer ist das Gemüse. Sind die Blätter kräftig und saftig, ist der Kohlrabi frisch. Kohlrabi mit welken Blättern, kaputter Schale und holzigen Stellen sollten nicht im Einkaufskörbchen landen. Im Gemüsefach des Kühlschranks bleibt das Gemüse 5-10 Tage frisch und knackig.

Verwendung/Verarbeitung

Die Knollen werden geschält und als Rohkost z. B. als Knabbergemüse oder grobgeraspelt als Salat verzehrt. Dazu passt ein Dip aus Avocado oder ein Dressing aus Mandelmus, Zitrone und Walnussöl. Wird Kohlrabi in Scheiben, Würfel oder Stifte geschnitten, schmeckt er leicht angedünstet, angebraten, im Ofen gebacken oder gekocht sehr gut. Gegart ist er besser bekömmlich. Dabei kann der Kohlrabi als klassische Gemüsebeilage z.B. mit Fenchel oder als Püree mit Kartoffeln gereicht werden. Zudem eignet er sich für Eintöpfe, Suppen, gefüllt mit Grünkern oder Linsen sowie Aufläufe, z.B. mit Süßkartoffeln oder Kartoffeln. Kohlrabi harmonisiert dabei hervorragend mit Kokosmilch, Ingwer, Apfel, Thymian oder Linsen. Das Grün schmeckt gut im Smoothie, als Pesto oder im Salat.

Kleiner Tipp: Streuen Sie feingehackte Kohlrabiblätter wie Kräuter über die Gerichte. Mit dem etwas schärferen und herben Geschmack bekommen Sie so Pepp und eine Extraportion Vitalstoffe.

Iris Lange-Fricke

Beitrag entnommen aus: VF 05-15

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Fenchel: Markante Geschmacksnote

Fenchel schmeckt nur im Tee? Weit gefehlt! Denn mit der weltweit verbreiteten Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze kann man auch köstlich kochen. Dank seiner interessanten Anisnote verleiht das gesunde Gemüse Gerichten ein außgewöhnliches Aroma.

Die positive Wirkung von Fenchel ist in vielen Teilen der Welt schon seit Jahrtausenden bekannt. So wurde die Pflanze mit ihren Knollen und Früchten schon 3.000 Jahre v. Chr. als Heilmittel genutzt. In Asien kam Fenchel zum Beispiel bei Beschwerden der Lunge, Blase oder Niere zum Einsatz. Und auch den antiken Griechen war die Heilwirkung bekannt. Sie reichten stillenden Frauen Fencheltee für die Milchbildung. Seit dem Mittelalter ist zudem die Wirkung bei Verdauungsbeschwerden bekannt.

Die Fenchelpflanze, die zu der Familie der Doldenblütler gehört, wird bis zu zwei Meter hoch und besitzt dicke fleischige Stängel, die sich oben verästeln. Aus den Blüten, die in großen Dolden sitzen, entwickeln sich die Früchte. Diese dienen als Gewürz, Tee und Heilpflanze. Die Wurzelknolle des Fenchels schmeckt als aromatisches Gemüse.

Heimischer Fenchel hat von Juli bis November Saison. Kauft man die Knolle zu einem früheren Zeitpunkt, kommt sie meist aus dem Mittelmeergebiet, z.B. aus Italien oder Frankreich. Dabei kann häufig zwischen verschiedenen Sorten gewählt werden, z. B. dem kleinen und milden Florentiner oder dem großen und süßeren Neapolitaner.

Inhaltsstoffe

Nicht jeder mag den anis-ähnlichen Geschmack des Fenchels, doch bei den Inhaltsstoffen sollte beherzt zugegriffen werden. Fenchel enthält jede Menge Eisen und Folsäure sowie Vitamin A, C und E. Besonders Kalzium für unsere Knochen ist reichlich vorhanden. Fenchel wirkt darüber hinaus entgiftend und cholesterinspiegelsenkend. Des Weiteren sind verschiedene ätherische Öle, die für das süßliche und anisähnliche Aroma des Fenchels verantwortlich sind, enthalten. Sie wirken gegen Blähungen, Völlegefühl und unterstützen die Genesung bei Husten und Erkältung.

Iris Lange-Fricke

Entnommen aus: VF 2-15

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Pastinake: Renaissance eines Klassikers

In früheren Zeiten ein wertvolles Grundnahrungsmittel, hatte die Pastinake lange Zeit an Bedeutung verloren. Dabei ist das kegelförmige Gemüse mit seinem sehr aromatischen und leicht süßlichen Geschmack nicht nur sehr lecker, sondern auch überaus gesund. Gründe, warum sie sich verdientermaßen heute wieder vermehrt auf unseren Tellern tummelt.

Als eine Kreuzung aus Karotte und Petersilie war die Pastinake schon bei den Römern äußerst beliebt. Im18. Jahrhundert galt sie als wichtiges Grundnahrungsmittel im deutschsprachigen Raum – bis sie von der Kartoffel und der Karotte verdrängt wurde. Besonders in England und Frankreich ist die Pastinake seit jeher beliebt und überall erhältlich. Dort ist sie auch bekannt in Form von Pastinakenwein oder Bier. Bei uns erlebt die Wurzel heute eine Renaissance und ist wieder im Kommen.

Die weiße Wurzel ist kegelförmig und nach oben spitzläufig. Je dicker die Pastinake, desto weicher ist das Fruchtfleisch. Dieses schmeckt leicht süßlich, nussig und mild. Die kleineren Wurzeln schmecken etwas feiner, die großen sind nach dem Kochen häufig faserig und holzig. Wegen dem süßlichen Geschmack und der weißen Farbe wird sie gerne im Babybrei verwendet. Durch Frosteinwirkung auf dem Feld wird der Geschmack noch süßer. Hauptsaison hat die Pastinake von Oktober bis März und ist im Supermarkt, im Bio-Laden und auf dem Wochenmarkt in dieser Zeiterhältlich.

Inhaltsstoffe

Pastinaken sind sehr nährstoffreich und ein ideales Wintergemüse, nicht umsonst gehörten die Wurzeln in den vergangenen Zeiten zu den Top-Grundnahrungsmitteln. Sie ist reich an B-Vitaminen, Kalzium, Phosphor und Vitamin C. Der aromatische Geschmack kommt durch die enthaltenen ätherischen Öle. Dadurch besitzen sie auch eine leicht antibakterielle Wirkung. Darüber hinaus stecken in den Pastinaken 12 g Kohlenhydrate pro 100 g und der Ballaststoff Pektin. Wer etwas weniger Kohlehydrate aufnehmen möchte, kann die Pastinake als Kartoffelalternative verwenden. Hundert Gramm Kartoffeln haben übrigens 16 g Kohlenhydrate.

Einkauf/Lagerung

Beim Einkauf sollte man darauf achten, dass die Pastinaken schön fest sind und die Schale glatt und ebenmäßig ist. Druck, Bruch- und braune Stellen und sehr weiches, gummiähnliches Fruchtfleisch sind Zeichen für wenig Frische. Pastinaken sollten kühl und trocken gelagert werden, da sie schnell austrocknen. Sie bleiben im Gemüsefach des Kühlschranks ein bis zwei Woche frisch.

Verwendung/Verarbeitung

Das Vorbereiten ist ganz einfach: Mit einem Sparschäler schälen, die Enden abschneiden, waschen und fertig. Pastinaken sind sehr vielseitig und geben verschiedensten Speisen eine besondere Note. Egal ob als Püree, Suppe, Auflauf, Gratin, Eintopf und sogar „Fritten“ – Pastinaken passen sowohl zu deftiger Hausmannskost als auch zur Haute Cuisine. Und auch roh als Salat ist die Pastinake eine winterliche Mahlzeit. Dazu passen Äpfel, Orangen oder Nüsse. Ansonsten harmonieren die weißen Wurzeln besonders gut mit Zitrone, Ingwer, Zimt, Kreuzkümmel und Thymian.

Auch „Tagliatelle“ kann man mit Pastinaken herstellen. Einfach mit dem Schäler rundherum lange Streifen abschälen, bis nichts mehr übrig bleibt. Streifen in einer Pfanne kurz anbraten und mit einer Soße als Nudeln servieren. Oder haben Sie schon einmal Pastinakenchips probiert? Dafür können Sie die Pastinaken dünn hobeln, entweder in heißem Rapsöl frittieren und abtropfen lassen oder auf ein Backblech mit Backpapier legen und bei 200 °C ca. 30 Min. knusprig backen.

Iris Lange-Fricke

Entnommen aus VF 01/15

Fasten ohne Verzicht - Rohkost-Fasten

Fasten ohne Verzicht – Rohkost-Fasten

Haben Sie schon einmal über das Fasten nachgedacht, bislang aber weder Mut noch Muße gehabt, es wirklich einmal anzugehen? Vielleicht ist dann das Rohkost-Fasten genau das Richtige für Sie. Denn hungern müssen Sie dabei nicht.

Ich fühle mich wie frisch verliebt“, sprudelt es aus Anna heraus. Ihr Glücksrezept: Seit fünf Tagen ist sie Teilnehmerin einer Fastenkur und nimmt täglich ausschließlich Rohkost zu sich – in Form von Obst, Salat, Gemüse und Nüssen. Trotzdem fühlt sie sich nicht hungrig, sondern einfach nur gut. Das Geheimnis dieser tiefen Zufriedenheit in Körper, Geist und Seele Das Rohkostfasten entschlackt und entgiftet den Körper auf sanfte Weise. Das Körpergewebe wird gründlich, aber schonend gereinigt, Vitalstoffmängel werden beseitigt und das Immunsystem sowie Selbstheilungsprozesse durch einen hohen Anteil an organischen Mineral- und wertvollen Ballaststoffen, Vitaminen, Spurenelementen und Enzymen aktiviert. Anna fühlt sich frei und doch geerdet, wirkt fröhlich und gelöst. Und das Beste daran: Sie muss nicht hungern.

„Hausputz“ des Körpers

Eine Auszeit vom Alltag zu nehmen oder sich in einem Leben voller Überfluss wieder auf das Wesentliche zu besinnen sind oftmals Anlässe, um zu fasten. Auch Anna hatte dieses Gefühl, sehnte sich nach wohltuendem Stillstand und inspirierendem Neubeginn. Aber eine ganze Woche ohne feste Nahrung, wie es zum Beispiel bei der Methode nach Dr. Otto Buchinger praktiziert wird, konnte sie sich nicht vorstellen. Eine Reise vom Zuviel ins Nichts – das ist einfach nicht ihr Ding. Anders als beim herkömmlichen Fasten muss die 34-Jährige beim Rohkost-Fasten auf Genuss nicht verzichten. Im Gegenteil: Hier kann sie sich auf eine reiche Auswahl an köstlichem Obst und knackigem Gemüse freuen, die ihr als Rohkost verzehrt noch alle lebensnotwendigen und gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe ohne Verluste zuführen. Denn jede Hitzebehandlung – egal ob Kochen, Braten, Backen oder Frittieren – mindert den physiologischen Wert unserer Nahrung: So gehen beispielsweise beim Kochen über 85 Prozent der Nährstoffe von Lebensmitteln verloren.

Mittels Rohkost aber kann der Körper sein Reservoir an essenziellen Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen, Enzymen und Spurenelementen auffüllen – und gleichzeitig damit beginnen, sich auf sanfte Art und Weise zu reinigen. Zu diesem Reinigungsprozess gehört aber auch: kein Alkohol und keine Zigaretten. Und auch auf ihre morgendliche Tasse Kaffee muss Anna verzichten. Am ersten Tag noch undenkbar, fällt ihr dieser Verzicht mit zunehmender Dauer der Kur immer leichter. Schon nach drei Tagen fehlt ihr das dunkle Gebräu nicht mehr. Im Gegenteil. Sie ist überrascht, wie groß die Vielfalt an pflanzlichen Lebensmitteln ist, die roh verzehrt lecker schmecken.

Große Auswahl an Lebensmitteln

Die Grundlage ihres Speiseplans bilden frisches reifes Obst, Trockenobst, frische Grünblattsalate und Gemüse der Jahreszeit – am besten aus wenig belastetem, kontrolliert biologischem Anbau. Auch grobe Kohlarten wie Wirsing-, Weiß-, Rot-, Grün- und Rosenkohl lassen sich zu wohlschmeckender Rohkost anrichten. Des Weiteren empfehlen sich Möhren, Sellerie, Rote Beete, Äpfel, Sprossen und Keimlinge, Samen, Nüsse, Mandeln, Avocados und in Maßen frisches Sauerkraut und Oliven. Das Gute: Rohkost wirkt einerseits appetitanregend, auf der anderen Seite zeigt sie Heißhungerattacken die rote Karte. Und das wiederum ist gut für die Figur. Dazu fällt die Leistungskurve nach dem Genuss von Rohkost in der Regel nicht so stark ab, Ermüdungserscheinungen vom Essen sind die Seltenheit. Distanziert von Verpflichtungen sowie Alltags- und Medienstress fühlt auch Anna sich schon nach wenigen Tagen fitter und aktiver. Zudem tragen Entspannung, Erholung, Schlaf und ausreichend Bewegung an der frischen Luft zu ihrem Wohlfühl-Effekt bei.

Nach sieben Tagen geht Annas Fastenkur zu Ende. Sie strahlt, ist einige Pfunde leichter, ihr Hautbild scheint schöner. Sie genießt es, Gerüche und Geschmäcker viel intensiver wahrzunehmen, als es noch vor dieser Kur der Fall war. Sie hat ein völlig neues Körpergefühl, spürt wieder einen natürlichen Rhythmus zwischen Aktivität und Entspannung, zwischen Verdauen und Essen. Anna ist sich sicher: Rohkost wird ihren Ernährungsplan auch in den nächsten Tagen bestimmen. Und geht es nach ihrem aktuellen Glücksgefühl, sicher auch noch lange darüber hinaus.
Was Rohkost bewirken kann:

  • Verbesserung von Wohlbefinden, Fitness und Gesundheit
  • Stärkung des Immunsystems
  • Entlastung der Verdauungsorgane
  • Abnehmen, ohne zu hungern
  • Schutz vor ernährungsabhängigen Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes u. v. m.
  • Heißhunger, Überessen und Völlegefühl verschwinden
  • Rohkost stillt den Durst und fördert die Wasserausscheidung
  • Die Kaumuskulatur wird trainiert und die Nahrung besser eingespeichelt
  • Die Enzyme in der Rohkost helfen bei der Verdauungsarbeit

Laura Kathrein Müller

Beitrag entnommen aus: VF 02-14

Lauch: Frischer Jahresbegleiter

Lauch: Frischer Jahresbegleiter

Schon die alten Römer wussten die Vorzüge der schlanken Stangen mit dem intensiven, zwiebelartigen Geschmack zu schätzen. Nicht ohne Grund: Das ganze Jahr über erhältlich, lässt sich Lauch sehr schnell zubereiten. Und er liefert dem Körper wertvolle Nährstoffe.

Die langen grünen Stangen, die gerne auch Porree genannt werden, waren schon bei den Ägyptern, Römern und Griechen ein gern gesehenes Gemüse im antiken Kochtopf. Heute wird das Gemüse, das zu den Lauchgewächsen gehört, in Deutschland, Frankreich und Belgien angebaut.

Die Lauchstangen bestehen aus einem unteren weißen Teil, der Zwiebel, die mit einer Wurzel undWurzelhaaren endet, und einem weißem Schaft mit einem grünen oberen Teil. Die Stangen bestehen – wie bei einer Zwiebel – aus verschiedenen Schichten. Das Aroma ist zwiebel- und knoblauchähnlich, scharfaromatisch und würzig.

Lauch wird je nach Jahreszeit als Sommer- oder Winterlauch das ganze Jahr über im Supermarkt, auf dem Wochenmarkt und im Bio-Laden angeboten. Sommerlauch wächst im Frühjahr und wird im Sommer geerntet. Die Samen des Winterlauchs kommen im Sommer in die Erde. Verkauft wird das Gemüse dann ab Ende Oktober. Der Sommerlauch ist etwas schmaler, heller und zarter und geschmacklich etwas milder als der Winterlauch. Dieser wiederum hat etwas dunklere Blätter, ist etwas dicker und schmeckt durch den Kälteeinfluss intensiver.

Power fürs Immunsystem

Lauch strotzt nur so vor Vitamin C, welches das Immunsystem stärkt und für die Wundheilung wichtig ist. Des Weiteren sind in Lauch Kalium, Kalzium, Zink und Beta-Carotin enthalten. Da diese Inhaltsstoffe hitzeempfindlich sind, sollte Lauch nicht zu stark erhitzt oder zu lange gekocht werden. Besonders im grünen Teil des Lauchs stecken die meisten Inhaltsstoffe – also das Grüne nicht in den Müll werfen. Die Schärfe des Lauchgemüses verrät, dass Senföle enthalten sind. Diese aktivieren den Stoffwechsel und wirken antibiotisch sowie antibakteriell. Die Stangen sind mit nur 30 Kalorien ein echtes Schlankheitsgemüse.

Übrigens: Lauch kann bei einigen Menschen zu Blähungen führen. Wird der Lauch bei der Zubereitung mit Kümmel, Thymian oder Rosmarin gewürzt, kann das den Blähungen entgegen wirken.

KÜCHENPRAXIS

Einkauf/Lagerung

Lauch ist fast überall erhältlich: entweder als Stangen, tiefgefroren oder im Bund als Suppengemüse. Beim Einkauf sollte auf weiße, feuchte Wurzeln und kräftig grüne, aufrechte Blätter geachtet werden. Ist er schon gelblich, blass, mit welken und schlappen Blättern, ist er nicht mehr frisch. Schön gekühlt halten die langen Stangen bis zu 1-2 Wochen. Hat man zu viel davon, kann Lauch auch eingefroren werden. Dazu putzen, gründlich waschen, in Ringe schneiden und portionsweise einfrieren. So hat man auch in 8-10 Monaten noch etwas vom scharfen Gemüse.

Verwendung/Verarbeitung

Bevor Lauch zubereitet wird, sollte er gründlich gewaschen werden, da sich in den Wänden oft Sand und Erde verstecken. Dazu kann er längs aufgeschnitten und so gut unter fließendem Wasser gereinigt werden. Lauch ist ein sehr vielseitiges Gemüse: Er kann als Suppe, im deftigen Eintopf, als Salat, im Auflauf, als Gemüsebeilage, auf Pizza, Flammkuchen oder überbacken genossen werden. Toll für das tägliche Kochen: Lauch ist ein echter Schnellgarer. Vorbereiten, schneiden, ab in die Pfanne oder den Topf, braten oder dünsten und nach ca. 6-8 Minuten ist er gar. Der intensiv schmeckende Lauch passt gut zu kräftig schmeckenden Zutaten wie Belugalinsen, Nüssen, Vollkornbrot, Senf, Essig oder Bergkäse.

Iris Lange-Fricke

Entnommen aus: VF 2-14