Tag : Gesundheit

Girl taking photo of vegan Lunch bowl with cell phone, close-up

Veganer Ernährungsstil

Der studierte Ernährungsberater Niko Rittenau hat sich ernährungswissenschaftlich mit rein pflanzlicher Kost beschäftigt und bezeichnet sich selbst als Vermittler zwischen Wissenschaft und Konsumenten. Er will Kritiker des veganen Lebensstils mit Argumenten und gutem Geschmack überzeugen.

Niko Rittenau ernährt sich vegan, im vergangenen Jahr hat er sogar ein Buch darüber herausgebracht. Seine Vorträge beginnt der 27-Jährige trotzdem gern mit dem Hinweis, dass er eine vegane Ernährung
eigentlich nicht wirklich empfehlen könne, sondern stattdessen nur eine vollwertige pflanzliche Kost. Die Reaktionen seiner Zuhörer kann man sich wohl vorstellen. „Das sorgt dann immer erst einmal für Irritationen. Die Aufmerksamkeit des Publikums ist mir dann aber auf jeden Fall gewiss“, sagt Rittenau. Seine Botschaft lautet: Bloß weil ich mich fleischlos ernähre, esse ich noch lange nicht automatisch gesund. „Es gibt jedes Junk- und Fastfood auch in veganer Form: Kuchen, Kekse, Pommes, Mayo, Schnitzel, Burger. Zu behaupten, dass das gesünder sei, ist einfach falsch“, sagt Niko Rittenau. All diese Produkte seien zwar fleischlos, enthielten aber weiterhin zu viel Weißmehl, zu viel Zucker, zu viele Kalo­rien und zu viele isolierte Fette. Also nicht gerade das, was man sich unter einer gesunden Ernährungsweise vorstellt.

Wahl-Berliner

Der Österreicher, der mittlerweile jedoch in Berlin lebt, hat sich schon immer mehr oder weniger fleischlos ernährt. Weniger aus ethischen Gründen: In seiner Gegend wurde vorwiegend kleinbäuerliche Landwirtschaft betrieben, die Massentierhaltung mit all ihren Missständen war dort kaum ein Thema. „Ich fand es aber einfach nicht besonders appetitlich, den Muskel eines anderen Lebewesens auf dem Teller zu haben“, sagt er. Doch nie hätte er gedacht, dass er sich einmal beruflich mit dem Veganismus beschäftigen würde. Rittenau ist gelernter Touristikkaufmann – sein Lebensplan sah eigentlich so aus, dass er irgendwann auf den Cayman-Inseln in der Karibik ein schönes Hotel managen wollte.

Mit diesem Ziel ging er nach Wien, um Unternehmensführung zu studieren, wo er dann erstmals mit der veganen Bewegung in Kontakt kam – der Beginn einer neuen Karriere. „Viele Veganer argumentieren sehr ideologisch, aber das hat mir nicht gereicht: Ich wollte rationale Argumente, weshalb Veganismus auch ernährungsphysiologisch sinnvoll ist. Also habe ich angefangen, mich intensiver mit den ernährungswissenschaftlichen Aspekten zu befassen.“ Rittenau absolvierte ein Bachelorstudium in Ernährungsberatung an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) sowie zusätzlich eine Weiterbildung zum ärztlich geprüften Ernährungsberater mit Schwerpunkt auf (roh-)veganer und ayurvedischer Ernährung; in Kalifornien machte er ­eine Ausbildung zum Gourmet Raw Food Chef an der Matthew Kenney Academy.

Objektiver Blick

Rittenau bezeichnet sich selbst als Vermittler zwischen der Wissenschaft und dem Konsumenten: „Ich mache keine­ Forschung und betreibe auch keine aktive Wissenschaft. Es gibt genügend wissenschaftliche Publi­kationen, die der Endverbraucher allerdings meist nicht liest. Und bis die neuen Erkenntnisse in die medizinische Praxis und die Ernährungsberatung übergehen, vergehen oft Jahre. Mein Ziel ist es, dieses Wissen wesentlich zeitnaher zu vermitteln und dabei auch sprachlich zu übersetzen, damit es leichter verständlich wird.“ Er betont, dass es ihm nicht ­darum geht, die Datenlage so zurechtzubiegen, dass sie seinen Wertvorstellungen entspricht, sondern vielmehr darum, einen objektiven Blick auf die Daten zu werfen und beide Seiten zu beleuchten. Dabei spart er auch kritische Fragen nicht aus. Eine vegane Ernährung könne großartig sein, solange man dabei gewisse Dinge beachtet.

Es gebe nämlich durchaus ein paar „Schwachpunkte“, die sich vor allem aufgrund des hiesigen Systems ergeben. Weil etwa hierzulande kaum Lebensmittel angeboten würden, die das Vitamin B12 enthalten, anders als beispielsweise in den USA, müssten Veganer dieses in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich nehmen. Auch sei Jodsalz in Deutschland nur so gering jodiert, dass man nur in Kombination mit den jodhaltigen Milch-, Eier- oder Käseprodukten oder mit Fisch seinen Jodhaushalt wirklich decken kann, wenn man sich an die Höchstmengen an Salz hält. „Vegan lebende Menschen sollten deshalb auf Algen zurückgreifen oder andere jod­haltige Lebensmittel konsumieren“, so Rittenau.

Pflanzliche Nährstoffe

Aufgrund der besonderen Rahmenbedingungen in Deutschland rät beispielsweise die Deutsche Gesell­schaft für Ernährung (DGE) in den sogenannten kritischen Phasen – Schwangerschaft, Stillzeit und Kleinkindalter – von einer vega­nen Ernährung ab, während dies von vergleichbaren Fachgesellschaften in den USA, Kanada oder Australien anders gehandhabt wird. „Es bedarf hierzulande schon eines gewissen Aufwands, um alle wichtigen Nährstoffe zu bekommen“, sagt Rittenau. „Die meisten Menschen wissen jedoch mehr über ihr iPhone als über ihre Ernährung. Das weiß auch die DGE, und deshalb empfiehlt sie Schwangeren keine vegane Ernährung, weil die berechtigte Sorge besteht, dass die ­Sache nicht richtig gemacht wird. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch in dieser Lebenslage möglich wäre.“ Grundsätzlich würden alle Fach­gesellschaften zu einer zu mindestens 75 Prozent pflanzlichen Ernäh­rung raten, aufbauend auf Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Obst, Gemüse, Nüssen und Samen. Davon sind die meisten ­Menschen allerdings noch weit entfernt.

Grundsätzlich falsch sei außerdem die Vorstellung, dass ein bestimmter Nährstoff ausschließlich in tierischen Produkten vorhanden sei. „Tierische Kost hat darauf kein Monopol. Wer behauptet, Kalzium bekomme man nur über die Milch oder Eisen nur durch rotes Fleisch, sollte verstehen, dass alle Mineralien ursprünglich aus dem Boden stammen. Diese werden dann von den Pflanzen aufgenommen. Rotes Fleisch enthält beispielsweise nur deshalb Eisen, weil das Tier es zuvor über die pflanzliche Nahrung aufgenommen hat“, erklärt Niko Rittenau. Ein anderes Beispiel seien die Omega-3-Fettsäuren, die man angeblich nur über Fisch ausreichend zu sich nimmt: „Der Fisch ist aber nicht der eigentliche Produzent dieser ­Omega-3-Fettsäuren, sondern marine Mikroalgen, deren Fettsäuren sich im ­Laufe der Nahrungskette akkumulieren und so irgendwann im Lachs landen. Für die Gesundheit der Weltmeere wäre es aber besser, wenn wir den Fisch leben lassen und stattdessen ebenfalls pflanzliche Quellen nutzen, zumal diese wesentlich weniger mit Schadstoffen ­belastet sind.“

Problemlöser Ernährungslehre

Angesichts solcher Bildungslücken macht sich Niko ­Rittenau für die Einführung eines Schulfachs Ernährungslehre stark. „Ich finde es absurd, dass das Thema Ernährung hierzulande derart vernachlässigt wird“, meint er. Die Schüler würden komplexe Mathematik lernen, die sie später kaum gebrauchen, aber nicht, wie sie tagtäglich gesund essen und wie viel Eigenverantwortung sie damit für ihre Gesundheit haben. Und das, obwohl verschiedene Studien zeigen würden, dass sich mit der richtigen Ernährung viele chronisch-degenerative Erkran­kungen wie Herzerkrankungen oder Schlaganfälle, die weltweit die zwei häufigsten Todesursache darstellen, vermeiden, stoppen und in einigen Fällen sogar umkehren lassen. „Das geht zwar nicht nur mit einer rein pflanzlichen Ernährung, da gibt es verschiedene ­Ernährungsstile, die das erreichen können. Die westliche Mischkost ist aber keiner davon, sondern die Mitursache für diese Erkrankungen.“

Geschmack als Hauptargument

Skeptiker will Niko Rittenau aber nicht nur mit Argumenten überzeugen, sondern auch mit gutem Geschmack. Auch bei veganer Kost ist es wichtig, dass weiterhin alle fünf Geschmackssinne angesprochen werden: süß, sauer, salzig, bitter und umami, also herzhaft. Denn wer auf einmal nur noch ungewürztes, gedämpftes Gemüse isst, empfindet das natürlich als fad. „Dabei können wir unser Gemüse doch mit dergleichen Sorgfalt zubereiten wie Fleisch. Wir können Karotten nicht nur kochen oder dämpfen, sondern auch dünsten, garen, schmoren, braten und dadurch Röst- und Umami-Aromen hineinbringen“, sagt Rittenau. Menschen seien nur dann gewillt, Veränderungen vorzunehmen, wenn sie dabei ein gutes Gefühl haben, und nicht, wenn sie zu etwas gezwungen werden. Deshalb gehe es mehr darum, Dinge vorzuleben, als jemandem ein schlechtes Gewissen zu machen. „Dogmatismus ist hier das falsche Mittel. Da blockt man am Ende nur ab. Zwischen schwarz und weiß, zwischen vegan und nicht-vegan gibt es außerdem ja noch zahl­reiche Zwischenstufen. Ich sehe das eher als Kontinuum, und solange sich Leute in die richtige Richtung bewegen, haben wir schon viel gewonnen.“

Philip Häfner

Entnommen aus vegetarisch fit Ausgabe 3/19

Gutes für Geschmack und Gesundheit

Heilende Gewürze: Gutes für Geschmack und Gesundheit

Von Anis bis Zitronenmelisse: Gewürze sind nicht nur das i-Tüpfelchen eines jeden Gerichts, sie können auch heilende Kräfte haben und Krankheiten vorbeugen. Zehn Gewürze und was sie bewirken.

Lavendel:

Die lilafarbene Pflanze sieht nicht nur schön aus, sie wirkt auch entzündungshemmend, pflegend und beruhigend. Aus vielen provenzalischen Gerichten nicht wegzudenken, verleiht das stark duftende Gewürz Risotto, Eis und Konfitüre eine ganz besondere Note. Aber auch zubereitet als Sirup schmeckt Lavendel wunderbar in Kombination mit Gin oder Sekt.

[caption id="attachment_2069" align="alignleft" width="328"]Lavendel Lavendel[/caption]

 

 

 

 

 

 

Cumin:

Verwandt mit dem echten Kümmel, wird Cumin auch Kreuzkümmel genannt. Er wirkt verdauungsfördernd und wird in der orientalischen und ayurvedischen Küche eingesetzt. Geschmacksbestimmend in Couscous, verleiht er dank seines würzig-süßlichen Geschmacks auch Currys und Hummus einen wunderbaren Geschmack. Besonders gut passt Cumin auch zu Eierspeisen und Krautgerichten.

[caption id="attachment_2068" align="alignleft" width="300"]Cumin Cumin[/caption]

 

 

 

 

 

 

Zimt:

Das Gewürz aus der Rinde des Zimtbaumes senkt den Blutzuckerspiegel und verbessert den Blutfettspiegel. Es schmeckt und duftet kräftig, kann leicht scharf werden und wird danach herrlich süß und leicht wärmend. Zimt schmeckt im Milchreis, Kompott und Kuchen. Sehr gut harmoniert das Gewürz auch mit allen Arten von Trockenfrüchten. Versuchen Sie es doch mal mit einem süßen Couscous-Gericht mit Trockenobst, Äpfeln, Zimt und Zitronensaft. Eine Prise von dem braunen Gewürz verfeinert auch Schokogetränke und Kaffee.

[caption id="attachment_2066" align="alignleft" width="288"]Zimt Zimt[/caption]

 

 

 

 

 

 

Muskatnuss:

Botanisch gesehen eine einsamige Beere, wird die Muskatnuss in Asien schon seit Jahrhunderten als eine wichtige Heilpflanze zur Steigerung des körperlichen und seelischen Wohlbefindens geschätzt. Das kraftvolle Gewürz ist ideal für Suppen, Saucen, Gemüse und Käsefondue, eignet sich aber auch prima für Gerichte mit Kohl, Kartoffeln und Spinat.

[caption id="attachment_2065" align="alignleft" width="274"]Muskatnuss Muskatnuss[/caption]

 

 

 

 

 

 

Kurkuma:

Als heilige Pflanze wird Kurkuma in Indien als Mittel gegen Volkskrankheiten verwendet. Nicht ohne Grund wird das Gewürz auch bei uns in der alternativen Medizin eingesetzt. Es stärkt das Immunsystem und schützt uns vor Viren und Bakterien. Dem Essen verleiht es eine ockergelbe Farbe und es schmeckt wunderbar in Curry-Mischungen, Reisgerichten, Eintöpfen und zu Linsen. Sehr gut passt Kurkuma auch zu Auberginen und Spinat. Das Aroma lässt sich intensivieren, indem Sie es vor dem Hinzufügen anderer Zutaten in Pflanzenöl oder Butterschmalz erhitzen und kurz aufschäumen.

[caption id="attachment_2064" align="alignleft" width="327"]Kurkuma Kurkuma[/caption]

 

 

 

 

 

 

Quendel:

Auch Feldthymian genannt, kommt Quendel dem echten Thymian sehr nah, hat aber für die Gesundheit eine höhere Bedeutung. Schon in der Antike wurde das Gewürz gegen Husten und Erkrankungen der Bronchien eingesetzt. Im Geschmack etwas mild-süßlicher als Thymian, besticht Quendel durch einen würzig-ätherischen Duft mit einem Hauch von Kiefernadeln. Eine Minznote rundet den frisch-harzigen Geschmack ab. So passt Quendel gut zu mediterranen Gerichten und Salaten. Auch im Ofen geschmorte Kartoffeln und Pizza schmecken köstlich, wenn sie mit Quendel und Salz bestreut werden.

[caption id="attachment_2060" align="alignleft" width="133"]Quendel Quendel[/caption]

 

 

 

 

 

 

Salbei:

Die botanische Bezeichnung „Salvia officinalis“ sagt alles. Denn: Salvia stammt vom lateinischen Wort „Salvare“ bedeutet so viel wie „heilen“. So hat Salbei eine antibakterielle Wirkung und wird bei Beschwerden im Mund- und Rachenraum, bei Atemwegserkrankungen sowie bei übermäßiger Schweißproduktion eingesetzt. Geschmacklich passt Salbei ideal zu Suppen und Saucen. Auch Spaghetti und Polenta lassen sich mit dem Gewürz verfeinern. Dafür den Salbei bei kleiner Flamme in Butter anbraten, bis er knusprig ist. Pasta oder Polenta mit ein wenig Parmesan und Salbei bestreuen. Fertig!

[caption id="attachment_2061" align="alignleft" width="279"]Salbei Salbei[/caption]

 

 

 

 

 

 

Anis:

Pastis und Ouzo − das sind die beiden Getränke, in denen Anis voll zur Geltung kommt. Nicht zuletzt wegen seiner verdauungsfördernden Wirkung wird Pastis von den Franzosen vor oder nach dem Essen getrunken. Er wirkt schleimlösend und hustenstillend. Das süßlich-würzige Aroma des Anis erinnert mit seiner erfrischenden Note an Lakritz. In der Küche ist Anis vielseitig einsetzbar und wird wie Fenchel zum Verfeinern von Brot, Gebäck und Kuchen verwendet. In heißem Öl geröstet, gibt Anis aber auch einem Linsengericht oder Gemüsecurry eine ganz besondere Note.

[caption id="attachment_2062" align="alignleft" width="254"]Anis Anis[/caption]

 

 

 

 

 

 

Galgant:

Auch als „Gewürz des Lebens“ bezeichnet, hilft Galgant bei Herzleiden und Magen-Darm-Beschwerden. Sein Duft erinnert an süßen Senf und Ingwer. Im Geschmack dominiert eine pikante Schärfe mit einer fein-herben Note. Deshalb wird Galgant auch als Pfefferersatz verwendet. Die Thailänder verfeinern mit diesem Gewürz fast alle Speisen. Getrocknet oder frisch schmeckt er in Currys, Suppen und Eintöpfen.

[caption id="attachment_2063" align="alignleft" width="300"]Galgant Galgant[/caption]

 

 

 

 

 

 

Zitronenmelisse:

Als Verwandte der Minze ist die Zitronen melisse keine botanische Exotenpflanze. Das Kraut gelingt in jedem Garten und kann sogar als Zimmerpflanze gehalten werden. Die Blätter enthalten ätherisches Öl. Das duftet nicht nur angenehm, sondern wirkt auch beruhigend auf unseren Körper. Durch eine Entspannung der Darmmuskulatur können zudem Blähungen und Völlegefühl gelindert werden. Und Cremes, die hochdosiert Melisse enthalten, helfen bei Lippenherpes. In der Küche ist Zitronenmelisse eine ideale Zutat in Frucht- oder Gemüsesalaten, Desserts und Getränken. Pur oder kandiert sind die Blätter der Pflanze auch als Garnitur geeignet.
Zitronenmelisse

 

 

 

 

Entnommen aus: VF 1-15

Histamin-Intoleranz

Histamin-Intoleranz: Eine Krankheit, viele Gesichter

Atemnot, Migräne, Bauchgrummeln: Wie sich eine Histamin-Intoleranz beim Einzelnen äußert, kann ganz unterschiedlich sein. Und viele, die darunter leiden, wissen es nicht einmal.

Histamin ist sowohl eine körpereigene Substanz, als auch ein Inhaltsstoff von Lebensmitteln. Es kann vom gesunden Körper mittels des Enzyms Diaminoxidase abgebaut werden. Liegt eine Histamin-Intoleranz vor, geschieht der Abbau entweder nicht in ausreichendem Maße oder nicht schnell genug. Typische Symptome einer solchen Intoleranz sind Juckreiz, Hautrötungen und Quaddelbildung sowie Magen- und Darmbeschwerden. Oft kommen noch Kopfschmerzen oder Migräne nach demEssen dazu. In seltenen Fällen klagen Betroffene über eine laufende Nase, Atemwegsbeschwerden, Herzrhythmusstörungen oder chronisch niedrigen Blutdruck.

Nicht jeder Betroffene zeigt jedoch die gleiche Symptomatik. Da Histamin in unserem Körper zahlreiche Funktionen erfüllt, kann bei einer Intoleranz eine besonders breite Palette von Symptomen auftreten, die unterschiedliche Organsysteme betreffen können. In Verdachtsfällen sollte daher umgehend der Diaminoxidase-Status ermittelt werden. Liegt ein Mangel vor und treffen einige oder viele der hier aufgeführten Symptome vor, sollte der Patient Histamin so gut wie möglich meiden. Oft kann so in zwei bis drei Wochen eine deutliche Symptomverbesserung erzielt werden.

Finger weg von Früchten & Nüssen

Bei einer Histamin-Intoleranz muss darauf geachtet werden, dass nicht zu viel Histamin über die Nahrung aufgenommen wird. Hier sollte vor allem auf folgende Lebensmittel verzichtet werden:

  • gut gereifter Käse, Fisch, Meeresfrüchte und Fleisch
  • Alkohol in Form von Rotwein, Sekt und Champagner
  • Nüsse und Schokolade
  • Tomaten, Spinat, Auberginen, Avocados, Sauerkraut und Essiggurken
  • Bohnen, Hülsenfrüchte und Sojaprodukte
  • einige Obstsorten wie Erd- und Himbeeren, Bananen, Birnen und Kiwi sowie alle Zitrusfrüchte
  • oft Hefe und Weizen (individuell) Neben diesen Lebensmitteln darf aber auch die körpereigene Histaminbildung nicht aus dem Auge gelassen werden. Es gibt bestimmte Substanzen, so genannte Histmin-Liberatoren, die Histamin im Körper freisetzen. Auch auf diese sollte verzichtet werden. Zu ihnen gehören:
  • Medikamente wie Aspirin, Röntgen-, Kontrast- und Schmerzmittel, Anästhetika
  • Insekten- und Schlangengifte
  • physikalisch akute Empfindungen wie Kälte, Hitze, Druck, Reiben

Tipp:

Wenn Sie einmal histaminreich gegessen und Beschwerden haben, empfehle ich Ihnen, den Abbau zu beschleunigen, indem Sie mittels Darmbakterien (in Kapsel- oder Pulverform) die Darmflora und die Darmschleimhaut verbessern. Weiterhin empfehle ich Ihnen, regelmäßig Ihren Eisen- und Vitamin-B12-Status überprüfen zu lassen. Denn meistens liegt durch den gereizten und entzündeten Darm ein Mangel vor. In diesem Fall lohnt sich eine Supplementierung.

Expertin

Unsere Autorin Monique Proske arbeitet als Ernährungs- und Logi-Beraterin sowie Nordic Walking- und Personal-Trainerin. Sie hat Haushalts- und Ernährungswissenschaften studiert und zudem Aus- und Weiterbildungen im Bereich Sport absolviert

 

Monique Proske

Beitrag entnommen aus: VF 05-14