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Fenchel

Fenchel – Die magenfreundliche Knolle

So werden Sie zum Fenchel-Fan

Fenchel hat einen prägnanten Geschmack, ist vielseitig einsetzbar und kann kreativ kombiniert werden. In unserem leckeren Rezept erklären wir Ihnen, wie Sie das Gemüse genussvoll zubereiten können, sodass jeder zum Fenchel-Fan wird.

Der Fenchel ist eines der bekanntesten Mittelmeergemüsesorten. Im Gegensatz zu Italien, wo der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch bei über fünf Kilogramm liegt, verbinden die Deutschen den Fenchel vorwiegend mit Kräutertee und Hustenbonbons. Der Grund: Schon im Säuglingsalter wird der Fencheltee bei Magen- und Halsbeschwerden getrunken, weshalb viele Menschen seinen typischen Geschmack auch mit Kindheitserinnerungen verbinden. Die Hauptanbaugebiete des traditionsreichen Gemüses sind Italien, Spanien, Südfrankreich, Portugal, Griechenland und Nordafrika. In Mitteleuropa wird der Gemüsefenchel insbesondere in milderen ­Klimaregionen angebaut, unter anderem im Rheinland.

Das steckt drin

Fenchel kann ein wichtiger Beitrag zu einer gesunden und leckeren Ernährung sein, denn er ist ein echtes Kraftpaket. Das beweist nicht nur die Tatsache, dass Fenchel in Griechenland „Marathon“ genannt wird, sondern auch die lange Liste der in ihm enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe. Er enthält neben Kalium, Kalzium, Eisen, Betacarotin, Vitamin B, C und E auch reichlich Ballaststoffe, weshalb er lange satt hält und häufig auf Diät-Speiseplänen zu finden ist. 100 Gramm Fenchel bestehen aus über 80 Prozent Wasser und enthalten zwischen 20 und 30 Kalorien. Die ätherischen Öle sorgen neben dem intensiven ­Geschmack für eine gute Leber- und Nierentätigkeit, wirken entzündungshemmend und unterstützen den Magen bei der Verdauung. Tipp: Da sich die ­gesunden ätherischen Öle beim Kochen verflüchtigen, ist der Genuss von rohem Fenchel ganz besonders empfehlenswert.

Lagerung und Verwendung

Natürlich gilt auch beim Fenchel: je frischer, desto besser. Im ersten Schritt wird die Knolle, die wie eine Zwiebel aus mehreren Schichten besteht, gründlich gewaschen und geputzt. Auch die Blätter sollten ausgiebig gereinigt werden, da sich Erde und Sand in den Zwischenräumen angesammelt haben können. Das Grünzeug kann übrigens hervorragend zum Würzen oder Garnieren weiterverarbeitet werden. Die äußere Schicht der Knolle kann entfernt werden, ebenso wie der Strunkansatz. Die Knolle wird anschließend aufgeschnitten und der trockene Strunk herausgetrennt. Ab dann kommt es ganz auf das Rezept oder Ihre Fantasie an, ob Sie den Fenchel zum Beispiel in dünne Scheiben oder Streifen schneiden möchten oder größere Stücke der Knolle ­servieren möchten. Probieren Sie doch mal eine leckere Gemüsepfanne mit ­gegartem Fenchel. Oder wie wäre ein Apfel-Fenchel-Salat (siehe Rezept rechts)? Wer Fenchel aufbewahren möchte, kann ihn einfach in einem feuchten Tuch eingewickelt bis zu zwei Wochen im Kühlschrank lagern.

Christian Bruneß

Entnommen aus: VF 2-18

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Chia_Kleine Kraftpakete

Chia: Kleine Kraftpakete

Chia: Kleine Kraftpakete

In früheren Zeiten für die alten Maya Grundnahrungs- und Heilmittel in einem, haben sich die Vorzüge des Chia-Samens heute bis nach Europa herumgesprochen.

Noch sind die kleinen Chia-Samen aus der Familie der Lippenblütengewächse bei uns wenig bekannt. In Hollywood hingegen gehören die kleinen Kraftpakete schon zum Alltag und werden als „Superfood“ hochgejubelt. Die positive Wirkung der Samen war den Azteken und Mayas aber schon vor Tausenden von Jahren bekannt. Sie nutzten Chia-Samen als Grundnahrungs- und Heilmittel für mehr Energie und Kraft. Aus diesem Grund bedeutet „Chia“ in der Sprache der Mayas übersetzt „Stärke“. Erhältlich sind die Chia-Samen im Bio-Laden, im Reformhaus und im Online-Handel. Die Farbe der Samen, schwarz oder weiß, spielt keine Rolle: die Inhaltsstoffe sind identisch. Durch die Exotik sind die Samen noch relativ teuer – 450 Gramm kosten ca. 15 Euro. Die Haltbarkeit ist sehr lang, die puren Samen halten trocken und dunkel gelagert einige Jahre.

Was steckt drin?

Die kleinen glutenfreien Kraftpakete sind sehr ballaststoffreich und bilden bei Zugabe von Wasser ein Gel, dabei vervielfacht sich das Volumen der Samen. In 15 Gramm Chia-Samen sind 5,6 Gramm Ballaststoffe enthalten, das deckt schon 22 Prozent des Tagesbedarfs. Die enthaltenen Ballaststoffe regen die Verdauung an, bremsen die Kohlenhydratumwandlung in Zucker und wirken sich positiv auf den Insulinspiegel aus. Durch eine langsame Abgabe der Energie an den Körper sind die Samen besonders für Ausdauer-Sportler interessant.

Darüber hinaus sind Chia-Samen auch fürs Abnehmen geeignet: Durch ihre hohe Quelleigenschaft erzeugen die kleinen Samen Volumen im Magen und sättigen hervorragend. Wichtig dabei ist es, reichlich zu trinken, da sonst Blähungen entstehen können. Zudem liefern Chia-Samen reichlich Omega-3 Fettsäuren, die sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken. Die essentiellen Fettsäuren stärken zudem das Immunsystem und wirken entzündungshemmend. Des Weiteren sind in den Samen wertvolle Aminosäuren, dreimal mehr Eisen als in Spinat und fünfmal so viel Kalzium wie in Milch, enthalten. Nicht außer Acht lassen sollte man außerdem noch den hohen Gehalt an Antioxidatien. Diese tragen zum Zellschutz bei und wirken als Anti-Aging-Mittel für schöne Haut und kämpfen gegen freie Radikale im Körper.

Chia-Samen in der Küche

Chia-Samen sind geschmacklich neutral und deshalb ideal für zahlreiche Rezepte, pur, als Gel oder gemahlen als Mehlersatz. Die puren Chia-Samen können über Müsli, Joghurt, Obst und Salat gestreut oder in Smoothies verwendet werden. Soll das Brot zum Nährstoff-Paket werden, dann backt man die kleinen Samen einfach mit. Durch die hohe Quelleigenschaft sind die kleinen Samen auch klasse für Marmelade, Pudding und als Eiklarersatz geeignet, was gerade für die vegetarische und vegane Küche besonders spannend ist.

  • Ein Eiklar ersetzen: 1 EL Chia-Samen und drei EL Wasser.
  • Chia-Samen-Gel ersetzt Gelatine und andere Bindungsmittel: 1 Teil Chia-Samen mit 6 Teilen Wasser vermischen und 10 Min. quellen lassen, gelegentlich umrühren. Es hält im Kühlschrank ca. eine Woche und kann zum Backen, für Smoothies oder Puddings verwendet werden.
  • Pudding ohne Kochen: 3-4 EL Chia-Samen mit ca. 300 ml Mandelmilch quellen lassen, mit Vanille, Zucker und Zimt würzen und mit Obst garnieren.

Iris Lange-Fricke

Entnommen aus: VF 3-14

 

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Natürliche Hilfe - Heilmittel VF0515 800x600

Natürliche Hilfe – Heilmittel aus der Natur

Es muss nicht immer Chemie sein: Die Natur bietet viele Heilmittel, die uns bei unterschiedlichen Beschwerden Linderung verschaffen und sogar meistens ohne Nebenwirkungen auskommen.

Grippe

Das ständig wechselnde Wetter macht uns in diesem Jahr besonders anfällig für Grippe-Erkrankungen. Wen es erwischt, der kann sich mit Heilpflanzen mit einem hohen Anteil an ätherischen Ölen, Saponinen oder Schleimstoffen helfen. Bei festsitzendem Schleim können Thymian, Anis, Fenchel oder Kamille Wunder bewirken.

Die darin enthaltenen ätherischen Öle wirken desinfizierend, sekret- und auswurffördernd sowie entkrampfend.

Oft reicht es schon aus, mit den Heilpflanzen zu inhalieren. Für eine stärkere Wirkung gibt es Thymian auch als Frischpflanzenpresssaft, der einen besonders hohen Anteil an Wirkstoffen enthält. Bei starkem Hustenreiz bzw. Reizhusten können Huflattich, Spitzwegerich und Isländisch Moos Linderung verschaffen. Die darin enthaltenen Schleimstoffe bewirken eine Hustenreizmilderung. Bei Fieber sowie Muskel oder Gelenkschmerzen ist ein Lindenblüten- oder Holunderblütentee bzw. -saft empfehlenswert, der am besten kurz vor dem Einschlafen zusammen mit Vitamin C getrunkten werden sollte.

Geschwollene Beine

Bei schweren und geschwollenen Beinen helfen Rosskastaniensamen (am Besten als Gel oder Creme) und Mäusedorn sehr gut. Sie enthalten Saponine, die laut dem deutschen Arzneibuch ödemhemmend und venenstärkend sind. Das in Rosskastanien enthaltene Aescin (ein Gemisch aus Saponinen) kann wunderbar durch die Haut aufgenommen werden und hat zudem einen kühlenden Effekt. Tipp: Bewahren Sie das Gel oder die Creme im Kühlschrank auf, dann ist der kühlende Effekt noch stärker.

Muskel- und Gelenkschmerzen

Bei Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie Schwellungen, Zerrungen oder Prellungen ist Arnika eine Allzweckwaffe. Die Hauptwirkstoffe sind Sesquiterpene. Terpene sind Hauptbestandteile der in Pflanzen produzierten ätherischen Öle. Neben Arnika hilft auch Beinwell bei Muskelbeschwerden. Beinwell beinhaltet verschiedene Wirkstoffe wie Phytosterine oder Schleimstoffe, wirkt entzündungshemmend und beschleunigt ähnlich wie Arnika die Wundheilung. Tipp: Wickeln Sie bei Gelenkbeschwerden kleingehackte Birkenblätter samt Saft in ein Tuch ein und legen Sie dieses auf das schmerzende Gelenk – auch das verschafft Linderung.

Wichtig: Zwar können auch selbst gesammelte Heilkräuter verwendet werden, jedoch ist dann nicht sicher gestellt, dass diese auch eine entsprechende Menge an arzneilichen Wirkstoffen enthalten. Deshalb ist es empfehlenswert, die Kräuter in der Apotheke, im Reformhaus oder im Drogeriemarkt zu kaufen. Diese Präparate müssen die vom Gesetzgeber im deutschen oder europäischen Arzneibuch festgelegte Wirkstoffmenge enthalten.

Monique Proske

Beitrag entnommen aus: VF 05-15

Blaubeeren: Gesunder Farbtupfer

Blaubeeren: Gesunder Farbtupfer

Sie überzeugen mit ihrem süßlichen Geschmack und sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien. Und auch optisch überzeugen Blaubeeren auf ganzer Linie, sind sie doch ein toller Farbtupfer im Salat, im Joghurt oder auf dem Kuchen.

Blaubeeren gehören zum Besten, was der Obststand zu bieten hat: Die runden Beeren schmecken nämlich nicht nur richtig lecker, sie stecken auch voller wertvoller Inhaltsstoffe. Das Ursprungsland der wildwachsenden Blaubeeren ist die Nordhalbkugel, insbesondere Nordamerika, wo sich auch heute noch die größten Anbaugebiete befinden. Hier in Deutschland waren die Beeren schon im 12. Jahrhundert bei Hildegard von Bingen ein beliebtes Heilmittel.

Je nach Region auch Schwarzbeere, Mollbeere, Wildbeere oder Heidelbeere genannt, gehören die blauen Beeren zu den Heidekrautgewächsen. Wild gewachsen sind sie im Wald und in der Heide in Bodennähe an kleinen Sträuchern zu finden. In Deutschland werden Kulturheidelbeeren hauptsächlich in der Lüneburger Heide angebaut. Der Anbau ist etwas aufwändig, da die kleinen Sträucher erst nach etwa drei Jahren kräftige und gut ausgereifte saftig-süße Früchte tragen. Aus diesem Grund gibt es auch oft die Wildvariante zu kaufen. Dabei gibt es bei den runden und erbsenähnlichen Früchten in der Festigkeit und Farbe Unterschiede. Die Wildvariante ist etwas kleiner, dunkler in der Farbe und hat ein festeres Fruchtfleisch. Am Strauch gewachsen hat die Beere eine größere Form, ist in der Farbe etwas heller und mit einer härteren Schale ausgestattet. Reif sind sie, wenn sie den so genannten Hauch haben, das heißt wenn sie matt, blaugrau und schön knackig sind.

Inhaltsstoffe

Die kleinen Beeren werden gerne auch als Superfood bezeichnet –und das hat viele Gründe. Blaubeeren enthalten reichlich Vitamin C, Carotinoide, Magnesium, Eisen und Vitamin B6. Mit gerade mal 36 kcal pro 100 g sind sie besonders kalorienarm. Zudem besitzen die Beeren einen hohen Anteil an sekundären Pflanzenstoffen. Es wurde festgestellt, dass 100 g Früchte ca. 600 bis 1400 Milligramm Flavonoide, eine Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe, enthalten. Somit ist die Blaubeere eine der Früchte mit den meisten Antioxidativen. Insbesondere die dunkelblauen Farbpigmente Anthocyane wirken entzündungshemmend und fangen freie Radikale ab. Das wiederum beugt der Hautalterung und Falten vor, stärkt das Immunsystem und schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wilde Blaubeeren sind besonders gesund, denn sie enthalten mehr von den wichtigen Nährstoffen als Zuchtbeeren. Und schon Hildegard von Bingen wusste: Dank der in den Beeren enthaltenen Gerbstoffe, die die Vermehrung von Bakterien hemmen, helfen die runden Früchte bei Durchfall.

Einkauf/Lagerung

Saison haben die Blaubeeren von Juni bis September. Meist in kleinen Schälchen verpackt, kann man sie im Supermarkt, Bio-Laden und auf dem Wochenmarkt kaufen. Knackig, blaugrau mit dem leichten Hauch versehen – dann sind sie frisch. So können die Beeren bei 0 Grad sogar ein bis zwei Wochen gelagert werden. Dabei verlieren sie jedoch an Aroma und bekommen einen leicht bitteren Geschmack. Deswegen lieber gleich wegnaschen oder trocknen, wenn eine zu große Menge in der Küche gelandet ist. Zudem lassen sie sich auch gut einfrieren.

Verwendung/Verarbeitung

Blaubeeren sind empfindliche Beeren und bekommen schnell Druckstellen, deswegen sollten sie vorsichtig behandelt und gewaschen werden. Die Beeren schmecken pur oder gezuckert und toll im Joghurt, Quark, Obstsalat, zu Hefeklößen, auf dem Kuchen oder im Muffin. Auch herzhaft sind die Beeren ein Genuss: Auf Salat, in einer braunen Sauce zu Seitan oder Tofu und auch als Chutney mit etwas Chili schmecken sie sensationell. Wer im Winter noch etwas von den leckeren Beeren haben möchte, kann sie auch zu Konfitüre, Marmelade oder Likör verarbeiten.

Iris Lange-Fricke

Entnommen aus VF 414