Tag : Suppengemüse

Lauch: Frischer Jahresbegleiter

Lauch: Frischer Jahresbegleiter

Schon die alten Römer wussten die Vorzüge der schlanken Stangen mit dem intensiven, zwiebelartigen Geschmack zu schätzen. Nicht ohne Grund: Das ganze Jahr über erhältlich, lässt sich Lauch sehr schnell zubereiten. Und er liefert dem Körper wertvolle Nährstoffe.

Die langen grünen Stangen, die gerne auch Porree genannt werden, waren schon bei den Ägyptern, Römern und Griechen ein gern gesehenes Gemüse im antiken Kochtopf. Heute wird das Gemüse, das zu den Lauchgewächsen gehört, in Deutschland, Frankreich und Belgien angebaut.

Die Lauchstangen bestehen aus einem unteren weißen Teil, der Zwiebel, die mit einer Wurzel undWurzelhaaren endet, und einem weißem Schaft mit einem grünen oberen Teil. Die Stangen bestehen – wie bei einer Zwiebel – aus verschiedenen Schichten. Das Aroma ist zwiebel- und knoblauchähnlich, scharfaromatisch und würzig.

Lauch wird je nach Jahreszeit als Sommer- oder Winterlauch das ganze Jahr über im Supermarkt, auf dem Wochenmarkt und im Bio-Laden angeboten. Sommerlauch wächst im Frühjahr und wird im Sommer geerntet. Die Samen des Winterlauchs kommen im Sommer in die Erde. Verkauft wird das Gemüse dann ab Ende Oktober. Der Sommerlauch ist etwas schmaler, heller und zarter und geschmacklich etwas milder als der Winterlauch. Dieser wiederum hat etwas dunklere Blätter, ist etwas dicker und schmeckt durch den Kälteeinfluss intensiver.

Power fürs Immunsystem

Lauch strotzt nur so vor Vitamin C, welches das Immunsystem stärkt und für die Wundheilung wichtig ist. Des Weiteren sind in Lauch Kalium, Kalzium, Zink und Beta-Carotin enthalten. Da diese Inhaltsstoffe hitzeempfindlich sind, sollte Lauch nicht zu stark erhitzt oder zu lange gekocht werden. Besonders im grünen Teil des Lauchs stecken die meisten Inhaltsstoffe – also das Grüne nicht in den Müll werfen. Die Schärfe des Lauchgemüses verrät, dass Senföle enthalten sind. Diese aktivieren den Stoffwechsel und wirken antibiotisch sowie antibakteriell. Die Stangen sind mit nur 30 Kalorien ein echtes Schlankheitsgemüse.

Übrigens: Lauch kann bei einigen Menschen zu Blähungen führen. Wird der Lauch bei der Zubereitung mit Kümmel, Thymian oder Rosmarin gewürzt, kann das den Blähungen entgegen wirken.

KÜCHENPRAXIS

Einkauf/Lagerung

Lauch ist fast überall erhältlich: entweder als Stangen, tiefgefroren oder im Bund als Suppengemüse. Beim Einkauf sollte auf weiße, feuchte Wurzeln und kräftig grüne, aufrechte Blätter geachtet werden. Ist er schon gelblich, blass, mit welken und schlappen Blättern, ist er nicht mehr frisch. Schön gekühlt halten die langen Stangen bis zu 1-2 Wochen. Hat man zu viel davon, kann Lauch auch eingefroren werden. Dazu putzen, gründlich waschen, in Ringe schneiden und portionsweise einfrieren. So hat man auch in 8-10 Monaten noch etwas vom scharfen Gemüse.

Verwendung/Verarbeitung

Bevor Lauch zubereitet wird, sollte er gründlich gewaschen werden, da sich in den Wänden oft Sand und Erde verstecken. Dazu kann er längs aufgeschnitten und so gut unter fließendem Wasser gereinigt werden. Lauch ist ein sehr vielseitiges Gemüse: Er kann als Suppe, im deftigen Eintopf, als Salat, im Auflauf, als Gemüsebeilage, auf Pizza, Flammkuchen oder überbacken genossen werden. Toll für das tägliche Kochen: Lauch ist ein echter Schnellgarer. Vorbereiten, schneiden, ab in die Pfanne oder den Topf, braten oder dünsten und nach ca. 6-8 Minuten ist er gar. Der intensiv schmeckende Lauch passt gut zu kräftig schmeckenden Zutaten wie Belugalinsen, Nüssen, Vollkornbrot, Senf, Essig oder Bergkäse.

Iris Lange-Fricke

Entnommen aus: VF 2-14