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basil fresh

Foto: Getty Images

Würziges Heilkraut

Basilikum ist vor allem als Verzierung auf Pizzen oder Tomatensaucen bekannt. Doch das Traditionskraut bietet viel mehr Vorzüge als gemeinhin bekannt.

Kennen Sie das auch? Sie kaufen eine frische Basilikum-Pflanze im Supermarkt ihrer Wahl. Die Pflanze macht einen vitalen und soliden Eindruck, der aromatische Duft des grünen Krauts erfüllt die Küche. Die Vorfreude auf die Verwendung des Krauts, als Zierde der eigenen Kochkünste, reizt den Gaumen bereits angenehm. Und dann, nur kurze Zeit später, ist es auf einen Schlag vorüber mit der Freude. Schlaff hängen die Blätter an den zarten Stengeln herunter. Vorbei ist es mit der schönen Pracht des Basilikums. Was ist passiert? Basilikum ist sehr empfindlich. Gerade die in Supermärkten verkauften Exemplare haben nicht die nötige Widerstandskraft. Die Pflanze benötigt viel Feuchtigkeit, aber auch nicht zu viel davon. Es ist kompliziert. Einmal vertrocknet oder überwässert, ist es vorbei, keine Chance. Zumindest nicht für Hobbygärtner. Nichtsdestotrotz: Basilikum ist wohl mit das bekannteste und beliebteste Gewürzkraut – und in den meisten Küchen vorrätig. Viele italienische Gerichte, wie z.B. Tomatensauce, Pasta, Pesto oder Pizza sind ohne Basilikum kaum vorstellbar. Doch nicht nur als Gewürzkraut findet es Verwendung, sondern auch als Heilkraut gegen zahlreiche Beschwerden. Basilikum ist eine typische krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 20 und 60 Zentimetern erreicht. In seiner natürlichen Umgebung ist das Basilikum meist mehrjährig, bei uns hingegen, aufgrund der Wetterbedingungen, meist nur einjährig. Das beliebte Küchenkraut bildet häufig recht tiefe und eher schmale Wurzeln aus.

Markanter Duft

Die Blätter des Basilikums sind eiförmig und im Vergleich zu vielen anderen Kräutern optisch sehr markant. Die Oberfläche der Blätter ist bei vielen Basilikumsorten leicht nach oben gewölbt. Je nach Sorte können die Blätter bis zu sechs Zentimeter lang und vier Zentimeter breit werden. Der unverwechselbare, markante Duft wird durch die zahlreichen Öldrüsen der Blätter ausgeströmt. Diese enthalten die ätherischen Öle, die durch Verflüchtigung als Duft wahrnehmbar sind. Die Pflanze kann unter guten Voraussetzungen sehr buschig wachsen. Basilikum blüht vorrangig zwischen Juni und September und bildet relativ unscheinbare Blüten aus. Die Blüten sind meist weiß bis zartrosa und symmetrisch (zygomorph). Einige Unterarten bilden jedoch auch rote bzw. rötliche Blüten aus. Es handelt sich um typische Lippenblüten, die in einer oberständigen Blütenähre angeordnet sind. Im Anschluss bilden sich aus den Blüten die für die Pflanzenfamilie typischen Klausenfrüchte aus, wobei jede Klause einen Samen enthält.

Heilende Wirkung

Basilikum hat auch eine Reihe positiver medizinischer Eigenschaften. So hilft es beispielsweise gegen Blähungen, lindert Halserkrankungen und Erkältungen, wirkt fiebersenkend und gut gegen Stress. Basilikum wird hier häufig als Tee verabreicht – oder pur. Es besitzt eine Vielzahl heilkundlich wirksamer Stoffe, darunter unter anderem Linalool und Campher. Das Kraut bringt blutdrucksenkende, entzündungshemmende, analgetische und entkrampfende Eigenschaften mit. Basilikum ist als Heilkraut bereits seit der Antike bekannt. In der heutigen Naturheilkunde wird es jedoch eher selten eingesetzt. Dies hat unter anderem damit zu tun, dass es deutlich bessere und wirksamere Heilkräuter gibt. Aber für die Pizza Margherita gibt es nichts besseres.

Entnommen aus vegetarisch fit 6/2019.